Einfach zum Totlachen

Tolle Premiere für „Chaos in’t Bestattungshuus“

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Streng und pflichtbewusst geht die Gerichtsvollzieherin auch bei Bestatter Speck zu Werke – allerdings gibt es da eine Ausnahme. Wenn es sich um Hochprozentiges handelt, weicht sie von ihren Prinzipien ab. Na, denn: „Prost!“

Holtebüttel - Von Wiebke Bruns. Voll ins Schwarze getroffen hat Marita Coels, langjährige Regisseurin der Freilichtbühne Holtebüttel bei bei der Auswahl des diesjährigen Stückes. Am Sonnabend wurde mit der rasanten Komödie „Chaos in’t Bestattungshuus“ eine tolle Premiere mit knapp über 300 Zuschauern gefeiert. Plattdeutsches Theater mit schwarzen Humor. Einfach zum Totlachen, natürlich nur im sprichwörtlichen Sinne.

„Keen Mensch starvt“, klagt Gerd Speck (Jörg Grimm) zu Beginn des Stückes und sorgt damit für den ersten von unzähligen Lachern. Den Bestatter plagen finanzielle Probleme, doch seinen Pessimismus können seine lebenslustige Frau Verona (Ursel Haase) und Grufti-Sohn Paul (Clemens Grimm) so gar nicht teilen. Und dann ereilt ihn die Nachricht, dass der Fabrikant Kemp (Dietmar Tomhave) „doot“ ist. „Is jo dull“, freut sich Gattin Verona und reibt sich pietätlos die Hände. „Dat löppt doch. Man mutt jümmer positiv denken“, erklärt sie ihrem Mann. Während der Gatte mit dem „swatten Taxi“ losfährt, schlägt bereits die trauernde Witwe des Fabrikanten (Annegesine Liebrum) auf, um die ersten Details für die Beerdigung abzusprechen. Nicht ahnend, dass hinter all dem ein ausgeklügelter Plan ihres lebenslustigen Mannes steckt.

Prinzipientreu - bis Alkohol ausgeschenkt wird

Die Autorin des Stückes, Winnie Abel, hat noch reichlich komische Charaktere eingebaut, die das Chaos perfekt machen. Trauernde Damen (Angelika Bresagk und Anja Jacobs), eine Grufti-Freundin für den Sohn (Vineta Grimm) und einen überaus vertrauenswürdigen Mitarbeiter des totgeglaubten Fabrikanten (Jürgen Reimers). Und dann ist da noch „de Pannefro“. Die strenge, pflichtbewusste Gerichtsvollzieherin (Sylvia Grimm), weicht nur beim Hochprozentigen von ihren Prinzipien ab.

Holtebütteler Plattsnackers spielen „Chaos in’t Bestattungshuus“ 

Lediglich die obersten Ränge des 450 Zuschauern fassenden Zuschauerbereiches waren bei der Premiere noch unbesetzt. Auf den übrigen Plätzen wurde lauthals gelacht und sich auf die Schenkel geschlagen. Jung und Alt scheinen sich gleichermaßen gut zu amüsieren. Dass sie alle gleichermaßen gut verstehen konnten, ist den neu eingeführten Mikrofonen zu verdanken, die optisch überhaupt nicht auffallen.

Bei all den überraschenden Verwicklungen auf der Bühne passte eine kleine Panne gut ins Bild. Das Bühnenbild abgedunkelt, Musik erklang, eigentlich das Signal für die Pause, doch das Stück ging noch weiter. Alle nahmen es mit Humor. Chaos steht halt dieses Jahr auf dem Programm.

Erleben können Zuschauer dies noch acht Mal. Bis zum 6. August immer mittwochs, freitags, sonnabends und sonntags. Beginn der Vorstellung ist jeweils um 20 Uhr, nur die Freitagsvorstellung am 28. Juli beginnt bereits um 16.30 Uhr. Dann gibt es passenderweise Kaffee und Butterkuchen, aber gewiss keinen Grund zum Trauern.

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