„Es geht um Liebe, Suff und Gefängnis“

Wildwood Flowers und Line Dancer feiern im Hofcafé

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Abgekämpft, aber glücklich: die Wildwood Flowers und Roland Pöllnitz.

Haberloh - War das jetzt eine Stimmung im Hofcafé Haberloh. Dichterwirt Roland Pöllnitz hatte die Wildwood Flowers Stringband eingeladen, die vor einem Jahr schon einmal bei ihm geprobt hatte. Er war damals so begeistert, dass er sie gleich für ein Country-Konzert engagierte, und damit einen sehr guten Riecher bewies. Das Trio kam so gut an, dass es immer wieder in die Verlängerung ging, bis Bandsprecher André Heuer nach über drei Stunden meinte: „Jetzt müssen wir aber ins Bett.“

Charmant und witzig führte André Heuer durch das erste Konzert im Hofcafé in diesem Jahr, sprach immer auch direkt das Publikum an, das sofort reagierte, schnell war eine tolle Stimmung hergestellt. „Es geht um Liebe, Suff und Gefängnis“, so Heuer. „Wir machen handgemachte Musik mit Herz und Verstand.“

Nachdem die ersten Songs gespielt waren, wurden Stühle und Tische zur Seite geschoben, um eine freie Fläche zu bekommen. Auf diesen Platz stürmten sodann die AllerLiners, um unter dem Beifall der Zuschauer passend zur Country-Musik zu tanzen. Diese Line Dance-Gruppe um Ralf Behrens trifft sich übrigens regelmäßig montags um 18.30 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus Weitzmühlen.

Sängerin Heide van der Zande zupfte gekonnt ihren Kontrabass, versuchte sich zwischendurch aber auch mit dem Kazoo. Mit seiner Gitarre sorgte Georg Heuermann, der selbst auch einige Songs sang, für die richtige Stimmung. Mit der Mandoline, die von einigen Zuschauern auch Mandarine genannt wurde, war André Heuer zu hören. Spannend wurde es, als er für ein Stück sein Banjo aus dem Kasten holte.

Platz gemacht und los getanzt - die Line Dance-Fans der AllerLiners.

Die Wildwood Flowers suchen nach eigenen Angaben ständig nach Songs aus den Musiktraditionen wie Bluegrass, klassischem Country und Cajun. Country-Musik ist übrigens Anfang des 20. Jahrhunderts aus traditionellen Elementen der Volksmusik europäischer Zuwanderer entstanden, insbesondere aus Irland und England.

Für die Band ist diese Musik heute genauso relevant wie vor einem Jahrhundert. Die Wildwood Flowers Stringband verstehe sich nicht nur als kulturelle Erneuerer, sondern auch als Historiker und Fans dieser Musik, erklärte André Heuer und vergaß nicht zu erwähnen, dass er in Lothringen geboren wurde und daher auf die französische Schreibweise seines Vornamens stolz ist.

Ihre Auftritte sieht die Band als freudige Feier der Musik aus einer vergangenen Ära, die immer noch die Macht hat, das Publikum zu begeistern. Das war auch im Hofcafé Haberloh deutlich mit zu erleben, denn alle wippten mindestens mit ihren Füssen zum Takt.

Zwischendurch gab es einen kleinen musikalischen Abstecher. Beim Song „Que Sera Sera“ (Was immer sein wird) wurde das Publikum aufgefordert, mitzusingen und tat das kräftig. Nach dem vermeintlich letzten Stück wurden dann diverse Zugaben begehrt und gegeben, bis die Band, wie eingangs beschrieben, um Nachtruhe bat.

Begeistert von dem Konzert waren auch Holger und Wendela Abramowski aus Daverden. Sie erzählten, dass sie zweimal im Jahr nach Florida fliegen, um sich dort auch fast täglich beim Line Dancing bis zur körperlichen Grenze auszutoben.

Roland Pöllnitz war am Schluss so begeistert, wie alle anderen Besucher auch. „So eine Stimmung und dann noch mit Tanz hatten wir noch nie“ schwärmte der Gastgeber, der sich zusammen mit Ehefrau Lydia auf die Tanzfläche gewagt hatte.  

hu

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