Eine neue Schule für Sindhupalchowk

Etelser will einem Dorf in Nepal helfen

Lennart Senger, Nina Hoffmann, Thomas Neumayer und Julia große Darrelmann (v. l.) setzen sich für den Wiederaufbau der Schule in Sindhupalchowk ein.

Etelsen/Dresden - 6255 Kilometer liegen zwischen Dresden und Nepal. Luftlinie. Eine große Distanz. Und trotzdem ist manchen Menschen dieses Land sehr nah. Menschen wie Lennart Senger aus Etelsen, der in Dresden Architektur studiert. Gemeinsam mit drei Kommilitonen möchte der 25-Jährige dem vom Erdbeben im Frühjahr 2015 noch immer gebeutelten Land helfen.

„Das Beben war das Schlimmste, was Nepal je passiert ist“, sagt der Etelser und erinnert an die 8000 Menschen, die dabei ihr Leben ließen. Noch mehr Nepalesen verloren vor knapp zwei Jahren ihr Zuhause. Seitdem sei viel Geld gespendet worden, aber eben auch einiges davon in der Bürokratie steckengeblieben, berichtet der Student. Einiges erreichte betroffene Dörfer nicht, weil sie so abgelegen sind.

Bei ihrem Besuch in Nepal im März 2016 sahen Lennart Senger und seine Mitstreiter Nina Hoffmann, Julia große Darrelmann und Thomas Neumayer daher noch zahlreiche zerstörte oder einsturzgefährdete Gebäude. „Wenn man durchs Land fuhr, sah man die Häuser mit den Rissen.“ Betroffen seien auch viele Schulen, berichtet Senger weiter. Hier wollen die vier mit ihrer Hilfe ansetzen. Auch weil das den Studenten am ehesten umsetzbar erscheint.

Dorf ist schwer zugänglich

Nachdem sie fünf Schulen besichtigt hatten, fiel ihre Wahl auf die Urleni Primary School in einem Dorf mit dem unaussprechlichen Namen Sindhupalchowk. Seine Lage auf einem Berg am südlichen Rand des Himalayas macht es schwer zugänglich. Auch für Hilfstransporte. So ist dort im Jahr zwei nach dem Erdbeben die Grundschule mit ihren 52 Kindern noch immer ein Provisorium mit einem einsturzgefährdeten und einem weiteren, aus Trümmerresten notdürftig errichteten Gebäude.

Hier möchten die Studenten einen Neubau mit zwei Klassenräumen entstehen lassen. So erdbebensicher wie möglich. Unter Verwendung von Materialien aus der Umgebung, da alles andere kaum ins Dorf zu transportieren ist.

Jetzt sind sie vier angehenden Architekten dabei, aus den groben Entwürfen konkrete Pläne zu machen. Technische Probleme wollen gelöst werden. Wie baut man kostengünstig und trotzdem erdbebensicher? Und das mit den eingeschränkten Möglichkeiten vor Ort?

Auch genauere Kostenaufstellungen müssen her. „Die sind wichtig für Förderanträge.“ Aber allein der Umstand, dass in Nepal Baustoffe in ganz anderen Einheiten berechnet werden als hierzulande, macht es schon kompliziert. „Zwischen 20.000 und 50.000 Euro kann es alles sein“, beantwortet Lennart Senger die Frage nach den benötigten Spenden.

Studenten haben bereits viel bewegt 

Nepal bereist und vor Ort recherchiert, Projekt gewählt, den Verein Dresden-Nepal gegründet, mit dem Sammeln von Spenden begonnen. Einiges haben die vier in den vergangenen Monat schon bewegt. Doch bis sie mit dem Wiederaufbau der Schule beginnen können, wird noch einige Zeit ins Land gehen.

„Aber wenn wir das Geld zusammenhaben, dann fliegen wir wieder hin“, sagt der Etelser. Vier Monate Bauzeit haben die vier veranschlagt und damit schon mal gedanklich ein Urlaubssemester eingeplant.

Ein Experte habe sie als blauäugig bezeichnet, berichtet der 25-Jährige mit einem Lächeln. „Er hat gesagt, es ist schwieriger, als wir denken. Aber ich glaube nicht, dass es noch schwieriger wird.“  

kp

Weitere Informationen zum Verein und ein Link zum Spenden unter dresden-nepal.com.

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