Millionenprojekt auf dem Weg

Ortsrat und Ausschuss stimmen für Krippe in Völkersen

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Der Entwurf für die Krippe (farbig), die an den bestehenden Kindergarten angebaut wird.

Langwedel/Völkersen – Von Jens Wenck. „Wir bauen 15 Kinder an“, meinte Martin Menzel im Laufe des Abends. Natürlich beliebte der Herr Architekt dezent zu scherzen. Der Rotenburger stellte am Donnerstag im Langwedeler Rathaus dem Ortsrat Völkersen sowie dem Jugend-, Sozial- und Sportausschuss den Entwurf für einen Anbau im Kindergarten Völkersen vor. Hier soll eine zusätzliche Krippengruppe untergebracht werden, maximal 15 Kinder im Alter von ein bis drei Jahren kann man aufnehmen. Angeschlossen werden soll der Neubau mit 286 Quadratmetern Nutzfläche an das bestehende Kindergartengebäude, und zwar in Richtung Sportplatz. Etwas anderes gibt das Grundstück auch nicht her.

Die Krippe bekommt einen eigenen Eingang, aber auch eine große Verbindungstür zum Kindergarten. Der Gruppenraum soll nun statt 45 Quadratmetern 50,16 Quadratmeter groß werden – damit bei Bedarf eine altersübergreifende Gruppe möglich ist. Dieser Hinweis kam vom Landkreis Verden, der Genehmigungsbehörde.

Dazu kommen ein Mitarbeiterraum, eine Küche, ein Differenzierungsraum, Abstellräume, ein Schlafraum, Sanitärbereiche, Toilettenraum und ein Technikraum. Man wird eine überdachte Terrasse einrichten, einen eigenen Spielbereich bekommen die Kleinen draußen auch.

Bei der Planung der neuen Krippe hat man selbstverständlich auch Völkersens Kita-Leiterin Waltraud Schaafberg und ihr Team hinzugezogen. Das hat Spuren im Plan hinterlassen. „Und es ist wohl nicht der erste Kindergarten, den sie bauen?“, merkte die Fachberaterin des Landkreises für Kindertagesstätten, Frauke Stomberg an. Zustimmendes Nicken beim Herrn Architekten. Sie habe bei den ersten Blicken auf den Entwurf „Wow“ gedacht, so Stomberg. „Das ist alles sehr, sehr durchdacht. Mit gefällt das sehr gut.“

Er habe auch bereits sein Lob ausgesprochen, für den Entwurf selbst und die Geschwindigkeit in der er erarbeitet wurde, so Andreas Noltemeyer. Allerdings hatte der Völkerser Ortsbürgermeister auch kritisch nachgefragt, ob die geplanten Kosten von 1,12 Millionen Euro denn wirklich sein müssten...

Günstiger wird man es nicht hinbekommen, lautete der Bescheid von Martin Menzel. Möchte man irgendwann die von Holger Thöle (WGL) und Andreas Noltemeyer so sehr befürwortete Fotovoltaikanlage auf das Dach der Krippe haben, wird es nicht billiger. „Aber machbar ist das. Das kriegt man hin.“

Hinbekommen möchte man eine Neugestaltung des Parkplatzes, den Kindergarten, Krippe und die benachbarte Grundschule gemeinsam nutzen. Einen Baum will man umsetzen, am Ende 34 Parkplätze vorweisen, elf mehr als im Moment.

Erklärtes Ziel ist es, die Krippe im Sommer 2020 fertig zu haben. Für Völkersen sei die Krippe eine Stärkung der Infrastruktur, befand Andreas Noltemeyer. „Ich freu mich drauf“, meinte Petra Henke. Ortsrat Völkersen und Sozialausschuss plädierten beide einstimmig für die Entwurfsplanung.

Wie dringend Krippenplätze im Flecken Langwedel gebraucht werden, machte Hauptamtsleiter Rolf Korb am Ende der Sitzung deutlich. An die 520 Kindergartenplätze hat die Gemeinde, wird hier zum kommenden Kindergartenjahr die Nachfrage auch zu 100 Prozent befriedigen können. „Aber bis Ende des Kindergartenjahres 2019/2020 werden 60 Krippenplätze fehlen.“

Zieht man da die 15 in Völkersen entstehenden Plätze ab – fehlen nach Stand heute drei Krippengruppen. „Ich werde ihnen aber vorschlagen, für vier Gruppen zu bauen.“ Angesichts der rasant steigenden Nachfrage sei es angeraten, auf einen Versorgungsgrad von 60 Prozent zu kommen. Bei dem Bedarf kommen auf den Flecken also erhebliche Investitionen und Folgekosten zu, wobei es eine schnelle Lösung nicht geben wird. Unter anderem auch, weil die Gemeinde nicht weiter an bestehende Einrichtungen anbauen kann und aktuell keine Grundstücke für Neubauten mehr hat.

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