Einachs- und Schmalspurschlepper-Treffen in Steinberg: Männer und Maschinen

Immer dem Lärm nach

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Thomas Küpers mit seiner M1, einer Forstfräse der Firma Mullikas.

Steinberg - Immer dem Lärm nach: Besucher brauchten nur ihren Ohren zu folgen, und schon standen sie am Feldrain in Steinberg. Auf dem Acker war einiges los: Es wurde gepflügt, gegrubbert und geeggt, was die Maschinen hergaben. Blauer Qualm quoll aus dem Auspuff, in der Luft hing Dieselduft. Es war wieder Einachs- und Schmalspurschlepper-Treffen in Steinberg. Das neunte.

Rund 100 Aussteller kamen mit ihren historischen Maschinen. Mehr als sich angemeldet hatten, sehr zur Freude der beiden Organisatoren Uwe Ziebur und Andreas Meyer von der E.I.N.S.-Gemeinschaft (Einachsige Interessengemeinschaft von Nutzfahrzeug-Sammlern), die die Veranstaltung organisiert hatten. Aus ganz Deutschland, außerdem einige aus den Niederlanden. Alle hatten ihre Schätzchen mitgebracht, die auf dem Platz neben den Zelten zu bewundern waren.

Thomas Küpers präsentierte seine drei Mullikas – Forstfräsen. Auf die M1 ist er besonders stolz. Eine graue Maschine aus dem Jahr 1948. „Das ist das älteste Modell von Mullikas“, sagte der Borkener. Vom Nachfolgermodell, der M2D, besitzt er zwei: eine grüne und eine gelbe. Nur rund 250 Stück der beiden Modelle hatte die Firma Mullikas in zehn bis zwölf Jahren hergestellt.

„Die Forstarbeiter gingen über gerodete Flächen und erzeugten mit den Fräsen so genannte Wundstreifen, in die Jungpflanzen gesetzt wurden“, erklärte Küpers. Alles vor 60 bis 70 Jahren. Die Technik war relativ einfach, nur Getriebe und eine Gangschaltung, die lediglich das Vorwärtsfahren erlaubt.

Der 55-Jährige wurde nicht müde, Besuchern zu erklären, wie die Fräse funktioniert, und Details zu zeigen. Rutschkupplung, Hacksterne – Fachbegriffe, die Laien staunen und Experten große Augen bekommen ließen.

„Als Kind habe ich jemanden mit einem Einachser gesehen. Das fand ich faszinierend“, erzählte Küpers. Später, mit Anfang 40, entdeckte er bei Ebay einen Einachser: den Holder ED‘‘. „Ich bin zum Verkäufer gefahren und wir waren uns sofort einig“, sagte er und fügte schmunzelnd hinzu: „Mit dem Holder ED fängt man an, das ist die Einstiegsdroge. Dann befällt einen das Einachservirus, und das wird man nicht mehr los.“

Im Einachserprospektebuch hatte er Fräsen von Mullikas gesehen, und als eine bei Ebay angeboten wurde, griff er sofort zu. Inzwischen besitzt er rund zehn Maschinen verschiedener Marken und Modelle, und um die unterzustellen, hatte er eine Scheune gemietet.

Ebenfalls im Internet ist er auf die E.I.N.S-Gemeinschaft gestoßen und kommt regelmäßig zu den Treffen – zum Erfahrungsaustausch und Ersatzteilhandel.

Bereits am Sonnabend sahen zahlreiche Besucher dem Treiben auf dem Feld zu. Es wurde gefachsimpelt, gefilmt und fotografiert. Gelegentliche Regengüsse brachten die Feldarbeit zwar zum Erliegen, doch sobald es aufhörte, zogen die Männer mit ihren Maschinen weiter ihre Bahnen. Schnurgerade.

is

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