Klasse 4c gewinnt die Waldjugendspiele im Landkreis Verden

Ein Wildschwein in der Grundschule Langwedel

Mit dem Taschenmesser von Landrat Peter Bohlmann befreit Jürgen Luttmann (vorn) gleich den Rotahorn von seinen letzten Fesseln, dann wird der Baum mit vereinten Kräften eingepflanzt.
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Mit dem Taschenmesser von Landrat Peter Bohlmann befreit Jürgen Luttmann (vorn) gleich den Rotahorn von seinen letzten Fesseln, dann wird der Baum mit vereinten Kräften eingepflanzt.

Langwedel – Axel war noch nie in Langwedel. Also, im Flecken schon. Einmal in Etelsen, 2009 müsste das gewesen sein. Dreimal war das ausgemachte Wildschwein sogar schon in Völkersen. Aber in Langwedel? Nein. Dafür will der Keiler sich jetzt gleich ein ganzes Jahr in der Grundschule einrichten. Das findet unter anderem die kommissarische Schulleiterin Stefanie Krüger ganz großartig. Axel ist aus Holz und ein lebensgroßer Wanderpokal, den die Schulklasse bekommt, die die Waldjugendspiele im Landkreis Verden gewonnen hat.

2020 war die Waldolympiade ausgefallen, im vergangenen September waren 47 Grundschulklassen wieder bei der von Jägerschaft Verden, Forstverband für den Landkreis Verden und dem Betriebshof Verden organisierten Veranstaltung dabei. Die Tagessieger wurden gleich bekannt gegeben, der Gesamtsieger war bis vor wenigen Tagen noch geheim.

Aber dann bekamen Bürgermeister Andreas Brandt und Landrat Peter Bohlmann Bescheid und die Grundschule Langwedel auch. Das musste sein, weil die Gewinnerklasse immer auch einen Baum für ihre Schule geschenkt bekommt, der gleich nach der Siegerehrung eingepflanzt wird. Die Langwedeler hatten sich einen Rot-ahorn gewünscht.

„Das ist schon etwas ganz Besonderes“, meinte Stefanie Krüger zum Gewinn der Waldjugendspiele. „Ich behaupte mal: Das ist die wichtigste Trophäe, die man als Grundschüler gewinnen kann“, meinte gar Bürgermeister Andreas Brandt.

„Ich wohne ja in Cluvenhagen“, begann Landrat Peter Bohlmann seine Lobrede auf die erfolgreichen Langwedeler Schülerinnen und Schüler. „Wisst ihr, wo das ist?“, wollte Bohlmann von den Kindern wissen. Aber selbstverständlich. Jetzt ist ihnen aber auch bekannt, dass der Landrat gern im nahen Daverdener Holz spazieren geht, Erholung sucht und findet, dass so Waldjugendspiele eine wunderbare Unterrichtsmethode sind, um Wissen, auch über Wald- und Naturschutz zu vermitteln.

Genau das ist nämlich das Ziel der ganzen Veranstaltung. „Wir möchten für den Naturschutz im Landkreis Verden sensibilisieren“, erklärte Jürgen Luttmann noch mit beschlagener Brille über der medizinischen Maske, nachdem er Axel eigenhändig in die Schulaula gerollt und die Gäste begrüßt hatte.

Klassen der Grundschule Langwedel seien in den vergangenen Jahren ja immer wieder auf das Siegerpodest gekommen, berichtete Jürgen Luttmann.

Aber in diesem Jahr... waren gleich alle drei vierten Klassen aus Langwedel unter den besten Fünf. „Und die 4c sogar mit recht gutem Vorsprung ganz vorn, wenn ich das so sagen darf.“

Klassenlehrer Jan Schipper bekam die große Siegerurkunde überreicht. Außerdem darf die 4c in den Wildpark Lüneburger Heide, Eintritt frei. Noch eine zweite Klasse aus dem Landkreis Verden bekommt einen Klassensatz Freikarten: Ausgelost wurde die 4a aus Uesen.

Das muss doch gleich nachgeguckt werden. Auf dem Podest von Wildschwein Axel sind die Gewinnerklassen verewigt. Und nun auch die 4c der Grundschule Langwedel.

Danach ging es raus, den Rotahorn einpflanzen. Landrat und Bürgermeister, Jäger Jürgen Luttmann und sein Bruder Heinrich Luttmann für den Forstverband im Landkreis schaufelten, die Kinder wässerten. „Dann wollte ich fragen, ob jemand den Rest machen kann...“, so Jürgen Luttmann. „Ja, ja. Da kann ja der, der auch den Anfang gemacht hat, den Rest machen“, erklärte Schulhausmeister Ralf Büssenschütt. Er hatte das Pflanzloch gegraben und perfekt vorbereitet. Die Pfähle, die den neuen Baum gerade halten sollen, müssen noch ordentlich eingerammt werden.

Bleibt nur noch zu erforschen, warum die jungen Langwedeler in diesem Jahr 2021 so erfolgreich waren. Also an Dunja Djalvand herangepirscht, die als Sachkundelehrerin ganz wesentlich für den Wissenstand der Kinder in puncto Wald und Co verantwortlich ist. Die Antwort auf alle Fragen ist ein ganz großes Lächeln. „Ja, wir haben etwas anders gemacht. Sonst haben wir ja immer mit Arbeitsblättern gearbeitet.“ Und jetzt? Das wird hier nicht verraten und bleibt quasi Betriebsgeheimnis der erfolgreichen Grundschule Langwedel.

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