Für Spenderin Karin Armbrust ein unvergesslicher Ort

Schon als Kind im Schlosspark Etelsen gespielt

Schlosspark-Spenderin Karin Armbrust (re.) mit Pressesprecherin Edith Schulgowski vor dem Etelser Schloss.
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Schlosspark-Spenderin Karin Armbrust (re.) mit Pressesprecherin Edith Schulgowski vor dem Etelser Schloss.

Etelsen – Eine sensationelle Summe hat der Schlossparkverein Etelsen bei seiner Neujahrsspende 2020/21 erhalten. „13 000 Euro – das beste Ergebnis ever!“, freut sich die Pressesprecherin Edith Schulgowski – und rätselt gleichzeitig, wie diese bemerkenswerte Spendenbereitschaft der Etelser zu erklären ist.

„Entweder haben viele Menschen in der Pandemie das Spazieren gehen in der Natur wiederentdeckt und so den Park schätzen gelernt oder es liegt daran, dass derzeit viele Ausgaben nicht getätigt werden können.“ Zum nicht gerade kleinen Kreis der Spender zählt auch Karin Armbrust. Im Pressegespräch erzählte die 42-Jährige, was der Schlosspark für sie persönlich bedeutet. „Ich bin total stolz und glücklich, dass es hier in Etelsen so einen tollen Park gibt“, betont Armbrust.

Man muss dazu wissen, dass Armbrust „schon immer Nachbar vom Schloss“ war: Sie wuchs auf einem Bauernhof ganz in der Nähe auf. „Schon als Kind bin ich mit Freunden und Geschwistern zum Brunnen vor dem Schloss gegangen, um Kaulquappen zu fangen. Manchmal haben wir auch drin gebadet“, erzählt Armbrust. Und im Winter waren sie im Park zusammen rodeln. Als Zehnjährige rannte sie mit Hermann Engelke beim Lauftreff des TSV Etelsen ebenfalls durch den Park. Und das erste Date mit dem damals noch zukünftigen Ehemann Jens führte die Etelserin vor 20 Jahren – na, wohin? – in den Schlosspark.

Mittlerweile hat die Familie zwei Kinder, zwölf und 15 Jahre alt, und sich ein Haus auf dem angrenzenden Grundstück gebaut. Der zwölfjährige Sohn liebt es, wie viele andere Besucher auch, im Park „Pokémon Go“ zu spielen. „Der Park ist eine Pokémon-Go-Hochburg“, weiß Armbrust, die beruflich Homestagerin ist, also Musterwohnungen für den Verkauf herrichtet. Letztens war sie mit den Kindern Baseball spielen auf der Schlosspark-Wiese. „Baseball im Garten gespielt“ kommentierte Karin Armbrust ihren Facebook-Post dazu nicht ohne Selbstironie.

Erstaunlich findet Armbrust, wie der Park sich im Laufe der Zeit entwickelt hat – Baumspenden, Bänke, Wegenetz und Mehrgenerationen-Trainingsgeräte eingeschlossen. Apropos Bänke: Das sind laut Schulgowski im Schlosspark mittlerweile 23 an der Zahl und damit ist der Verein gut beschäftigt. „Nur hinstellen reicht ja nicht. Die Parkranger müssen sich auch drum kümmern.“

Mit der enormen Spende will der Schlossparkverein das Wegenetz mit Namen von den Schlosspark prägenden, historischen Persönlichkeiten ausstatten (wir berichteten). „Dafür haben wir eine Arbeitsgemeinschaft gegründet. Einige Vorschläge gibt es bereits“, so Schulgowski. „Welche Namen sollen dahin? Und wir sollen die Schilder aussehen?“, sind laut Schulgowski wesentliche zu klärende Fragen. Statt Dutzendware schweben dem Schlossparkverein „richtig designte Einzelanfertigungen“ vor, dazu eine Tafel, die erklärt, warum gerade diese Person ausgesucht wurde. In jedem Fall will der Verein die Summe bis Ende des Jahres einsetzen. „Die Spender haben ein Recht zu erfahren, was mit ihrem Geld passiert.“

Zuletzt hat der Verein einen Teil der historischen Wege wieder hergerichtet und eine zweite Stele für die Namen der Baumspender aufgestellt. Zu den Aufgaben der Ranger, die laut Schulgowski am Freitag wieder im Einsatz sind, zählt zudem das Pflanzen neuer Bäume und das Gießen der Setzlinge. Denn junge Bäume müssten ihr Wurzelwerk erst richtig ausbilden, und brauchen daher anfangs mehr Pflege. Nach den vorherigen heißen und trockenen Sommer „geht der Trend daher weg von der Rotbuche hin zu widerstandsfähigen Sorten wie Ginkgo“.

Karin Armbrust verbindet übrigens noch eine unvergessliche Erinnerung mit dem Etelser Schloss, das 1986 Drehort für den Fernsehfilm „Sommer in Lesmona“ mit Katja Riemann war. „Ich durfte bei der Szene im Ballsaal zugucken. Dabei habe ich mit ganz dreckigen Füßen auf einem Stuhl gestanden und immer nach unten geschaut, weil ich mir vorgestellt habe, wie der Stuhl hinterher wohl aussieht.“

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