Kinderarche Etelsen wird zehn

„Ein großartiges Konzept“ und mehr als nur reine Betreuung

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Kinder der Archen aus Etelsen, Langwedel und Völkersen hatten einen Überraschungstanz vorbereitet.

Etelsen - Im Hintergrund wollte sie bleiben, den Tag den Kindern überlassen. Das hatte Ute Nelle geplant. Ihr Plan schien aufzugehen: Es wurde nach Herzenslust gespielt und getobt, und dass die Mädchen und Jungen ihren Spaß hatten, war unübersehbar. Unüberhörbar auch. Seit zehn Jahren besteht die Kinderarche Etelsen, und der runde Geburtstag wurde am Freitagnachmittag kräftig gefeiert.

Die 140 Kinder, deren Geschwister, Freunde und Ehemalige amüsierten sich draußen auf dem Hof der Etelser Grundschule. Man sprang in der Hüpfburg umher, zielte auf eine überdimensionale Dartscheibe, ließ sich in der Schminkecke das Gesicht kunstvoll bemalen, spielte im Holzschiff, vergnügte sich bei Dosenwerfen und Tischtennis und vieles mehr. Zur Erfrischung spendierte das örtliche Eiscafé Melisa allen Kindern ein Eis. Zwischendurch war Zeit für Überraschungen: Die Mädchen und Jungen der Kinderarche formierten sich und schenkten Ute Nelle den Überraschungstanz.

Dann ertönte eine Feuerwehrsirene: Mit Blaulicht düsten Sven Kakies und seine Feuerwehrkollegen im großen Löschgruppenfahrzeug heran und waren im Nu von Kinder umringt. Sobald die Männer den Wagen verlassen hatten, kletterten die Kleinen hinein. Beliebter Platz: hinter dem Steuer. Wer dort saß, stieg so schnell nicht wieder aus.

Ebenfalls beliebt: Bumper Ball. Eine Art Fußball, das hinten auf dem Sportplatz gespielt wurde. Dazu schlüpften die Kinder in riesige durchsichtige Gummibälle, nur die Beine schauten heraus. Zu sagen, dass Michel Gottschalk und Frederik Bormann das Spiel betreuten, wäre untertrieben. Die Helfer bändigten die Kleinen, die von der seltsamen Art Fußball zu spielen hellauf begeistert waren.

Kaffee und Kuchen in der Aula

Drinnen in der Aula ließen sich unter anderem Eltern, Freunde, Nachbarn und Sponsoren der Kinderarche Kaffee und Kuchen schmecken. „Die Kinderarche wird immer wichtiger, denn wenn Eltern ihre Kinder nachmittags gut aufgehoben wissen, können sie ihrer Arbeit nachgehen“, sagte Bürgermeister Andreas Brandt.

Ein Schwerpunkt der Einrichtung ist die Förderung der Grundschüler. „Jedes Kind wird beim Lernen gefördert. Zudem erlernen Kinder mit Migrationshintergrund unsere Sprache und lernen unsere Kultur kennen“, stellte Brandt die Kinderarche vor und würdigte das „großartige Konzept“ der Einrichtung: Hauptamtliche Fachkräfte und ehrenamtliche Helfer betreuen die Kinder nach der Schule. „Die Ehrenamtlichen sind immer für die Kinder da. Ihnen ist es zu verdanken, dass die Kinderarche zuverlässig funktioniert.“ Dafür sorgen Elke Schwarz, Gerda Horstbrink, Heike Mattfeldt, Inge Kracke, Isolde Rischkopf, Karin Wabbel, Monika Grossmann, Rolf König, Angelika Bernstein-Janßen, Celina Radke, Elke Hoffmann und Annette Broy.

Ein Dankeschön in Reimform überbrachten Charlize und Melisa stellvertretend für alle Kinderarchenkinder den Ehrenamtlichen, außerdem überreichten sie allen eine Rose.

Dank für die Fachkräfte

Auch den Fachkräften gebührt Dank. Das sind Carmen Bellersen, Christine Müller, Susanne Kurpick, Jacqueline Hirsch, Samantha Reebers, Nicole Klein, Kristin Radeck, Sarah Hennings, Benjamin Nelle und Ute Nelle. Überhaupt Ute Nelle. „Sie hat das Projekt maßgeblich vorangetrieben, immer gute Ideen und motiviert mitzumachen“, lobte Brandt.

Felix Straube, Moderator bei Antenne Niedersachsen, blickte auf zehn Jahre Kinderarche zurück – Ute Nelle wollte ja im Hintergrund bleiben. Straube zeichnete den Weg von der Idee über die Gründung des Vereins vor zehn Jahren, dem Start in Etelsen mit 15 Kindern einige Wochen später, der Gründung der Kinderarchen in Langwedel und Völkersen bis zu den Hilfsprojekten, die die Kinderarche für andere Kinder organisierte, nach und machte damit deutlich, dass Kinderarche mehr ist als Kinderbetreuung.

Zum Schluss musste Ute Nelle doch noch auf die Bühne und einige Sätze sagen: „Es war eine wahnsinnig tolle und auch schnelle Zeit. Ich danke meinem super Team, Politik, Verwaltung, Sponsoren, Paten und Bürger – danke, dass ihr alle geholfen habt, das Projekt hinzubekommen.“

Bürgermeister Brandt drückte sie und überreichte ihr einen Blumenstrauß, vom Publikum gab es lang anhaltenden Beifall.

Dann endlich war sie erlöst: Der offizielle Teil war vorüber.

is

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