Breit angelegte Corona-Impfungen in der Stiftung Waldheim

Waldheim: Ein erster großer Schritt

Geimpft und das Ganze für gut befunden: Ben Kloppe, staatlich anerkannter Heilerziehungspfleger, der zunächst ein FSJ und im Anschluss seine Ausbildung in der Stiftung Waldheim absolvierte.
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Geimpft und das Ganze für gut befunden: Ben Kloppe, staatlich anerkannter Heilerziehungspfleger, der zunächst ein FSJ und im Anschluss seine Ausbildung in der Stiftung Waldheim absolvierte.

Sie haben lange auf einen Termin gewartet und gehofft. In dieser Woche sind die Bewohner, die betreuten Menschen und die Mitarbeiter der Stiftung Waldheim mit ihrer Corona-Impfung dran.

Cluvenhagen – Die direkte Arbeit ist in fünf Tagen, innerhalb dieser Woche von Montag bis Freitag, geschafft. Dann ist in der Waldheim Gruppe die große Mehrheit der Bewohner und Mitarbeiter ein erstes Mal gegen das Covid 19-Virus geimpft. Dank des Einsatzes des mobilen Impfteams aus dem Impfzentrum des Landkreises Verden, unter anderen mit Arzt Dr. Horst Skornicka. Zum anderen ist das tatsächlich in gehörigem Maße der Einrichtungsverwaltung, den Angehörigen und gesetzlichen Betreuern der Bewohner und Betreuten geschuldet. Bevor mit dem Wirkstoff von Biontech geimpft werden konnte, war ein nicht unerheblicher bürokratischer Aufwand zu bewältigen, wie Katharina Englisch, Sprecherin der Waldheim Gruppe, andeutet. Und allein in Cluvenhagen wohnen 350 Menschen mit Beeinträchtigung.

Die Impfungen begannen am Montag in den Werkstätten in Bierden. Anschließend waren die Bewohner der Stiftung Waldheim an der Reihe, dann kamen die Mitarbeiter, bis am Freitag alle dran waren, die sich impfen lassen wollten. Selbstverständlich wurde aufgeklärt. Nicht nur die Familien und die gesetzlichen Betreuer. „Natürlich gibt es bei den Bewohnern Ängste. Auch hier geht nicht einfach ‘Arm hinhalten, Spritze rein und impfen’“, sagt Katharina Englisch. Es gelte aufzuklären, zu begleiten und zu unterstützen. Und dann auch noch zu erklären, warum weiter eingehalten werden muss, was in Cluvenhagen und der gesamten Waldheim Gruppe „AHA plus L“ heißt –Abstand halten, Hygiene beachten, im Alltag Maske tragen plus lüften.

Was unter Umständen jemandem nicht leicht zu vermitteln ist, der den Grund für all diese Regeln aufgrund seiner geistigen Beeinträchtigung nicht versteht.

Außerdem dauert es bis acht Tage nach der zweiten Spritze, bis der Impfschutz zu wirken beginnt, wie Impfarzt Dr. Skornicka erläuterte. In gut sechs Wochen, nach Pfingsten soll für alle in der Stiftung Waldheim die zweite Impfung erfolgen.

„Wir haben seit Langem auf einen Termin gewartet“, sagt Katharina Englisch. Zur Erinnerung: Bewohner und betreute Menschen gehören zur Hochrisiko-Gruppe. Im vergangenen November zum Beispiel galt für die gesamte Einrichtung ein totaler Lockdown. Auch aktuell kommt niemand auf das Gelände, der nicht mindesten einen aktuellen Schnelltest vorweisen kann oder vor Ort macht. „Wir wussten, wenn die Inzidenzien im Landkreis Verden hochgehen, wird das Virus trotz aller Vorsicht und aller Maßnahmen auch bei uns auftauchen“, so Englisch.

Aktuell gab es in dieser Woche einen ersten Fall in der Wohnstätte in Thedinghausen. Die betroffene Wohngruppe wurde komplett unter Quarantäne gestellt, für die anderen Bewohner gilt Hausquarantäne. Sie alle konnten in dieser Woche nicht geimpft werden.

Das Leben und Arbeiten in den Einrichtungen der Waldheimgruppe in diesen Tagen der Pandemie ist ein besonderes und kein einfaches Unterfangen. Aber wie für alle anderen sind die Impfungen auch hier ein Lichtstreif am Horizont, sogar ein bisschen mehr.

Waldheim-Vorstand Carl-Georg Issing: „Die Impfung ist ein erster großer Schritt für uns zurück zur Teilhabe am gesellschaftlichen Leben.“ Das findet seit Ausbruch der Pandemie vor über einem Jahr nämlich überhaupt nicht mehr statt.

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