Grundschüler mit Aktion zum Abschied, zur Erinnerung und zum Nutzen der Schule

Die 4a und ihr eigener Baum

Geschafft: Der Amberbaum ist gemeinsam eingepflanzt worden, eine kleine Feier gab es auch. Nun muss das Prachtstück noch gut anwachsen und gedeihen, damit man lange Freude an ihm hat.

Etelsen - „Zu fällen einen schönen Baum, braucht’s eine halbe Stunde kaum. Zu wachsen, bis man ihn bewundert, braucht er, bedenk’ es, ein Jahrhundert“, befand der Schriftsteller Eugen Roth einmal. Recht hat der Mann. Darum hatte ihn Dietke Fahrenholz, Klassenlehrerin der 4a, ja auch zitiert. Zum Ende einer Aktion, wie sie die Grundschule Etelsen noch nicht gesehen hat und die es gleich mehrfach in sich hat.

Andreas Früchtenicht, Vater eines Schülers und übrigens Landschaftsgärtner, hatte schon vor Monaten seine Idee vorgetragen, wie es denn wäre, wenn die Kinder der 4a zum Ende ihrer Grundschulzeit einen Erinnerungsbaum pflanzen würden.

Mal ganz abgesehen davon, dass Früchtenicht diese Tradition aus seiner eigenen Schulzeit kennt... und man so für die Mädchen und Jungen eine ganz besondere Beziehung zu ihrer Grundschule schafft, die über Jahre, wenn nicht Jahrzehnte anhält – das Ganze hat auch einen unmittelbaren Nutzen: Wer einen Baum pflanzt, der tut etwas für Natur und Umwelt. Was sich prima an die Kinder vermitteln lässt, genauso wie ein ein Interesse an der Natur und an praktischer Arbeit, wenn man die Schüler nicht nur zugucken, sonder auch mitpflanzen lässt.

Aber darf man einfach so auf dem Schulgelände , einen Baum pflanzen? Natürlich nicht. Die Etelser fragten bei der Gemeinde als Schulträger nach, die zeigte sich hocherfreut über eine mögliche Baumspende. Einzige Bedingung: Es sollte ein Tiefwurzler sein, die schmeißt ein Sturm nicht so schnell um.

Blieb noch die Frage: Wo passt der Baum gut hin? Den Platz suchte dann Familie Früchtenicht mit dem Schulhausmeister aus – Lichteinfall und Sonnenintensität mussten stimmen. Schließlich hatte man sich einen Amerikanischen Amberbaum ausgeguckt, der im Herbst eine tolle Färbung seiner Blätter entwickelt.

Die lassen sich außerdem bestens pressen, sind klasse zum Basteln geeignet. „Perfekt für eine Grundschule“, lautete das Urteil.

Vor der großen Pflanzaktion hob Andreas Früchtenicht in Wochenendarbeit und Eigenregie schon mal das Pflanzloch aus, legte ein Drainagerohr zur leichteren Bewässerung des zukünftigen Erinnerungsbaums.

An einem Schulmorgen rückten dann jetzt die Kinder der 4a (mit Schaufeln), einige Eltern (mit Kameras), Andreas Früchtenicht und seine Frau Dörthe (mit dem Amberbaum und einer Holztafel mit dem Namen der Kinder) an, Klar, Klassenlehrerin Dietke Fahrenholz und Schulleiterin Kerstin Burgard waren auch dabei, als Gärtner Früchtenicht und die Kinder sich gemeinsamen daran machten, ihren Baum zu setzen, auszurichten und zu fixieren.

Die beiden Klassensprecher der 4a berichteten mit Hilfe eines kleinen Märchen aus China, warum heute die Bäume nicht mehr in den Himmel wachsen. Und dann gab es das eingangs erwähnte Gedicht von Eugen Roth, der meinte, es würde ein Jahrhundert dauern bis man einen Baum in seiner vollen Pracht bewundern kann. Der erstmaligen Aktion, einen Erinnerungsbaum zu pflanzen, darf man getrost schon jetzt Bewunderung zollen. 

jw

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