Bijanka Müller, FDP-Kandidatin für das Bürgermeisteramt, will zahlreiche „Projekte“ im Flecken Langwedel umsetzen

Ehrenamtskarte und „Glamping“ einführen

An ihrem Lieblingsplatz auf der Veranda des Hauses in Haberloh entwickelt Bijanka Müller viele ihrer Ideen. Nun möchte die 50-Jährige Bürgermeisterin von Langwedel werden. - Foto: Mix

langwedel - Bijanka Müller wusste schon früh, was sie wollte. Bereits mit 19 Jahren lernte sie ihren späteren Mann Heiner kennen und verließ ihr Elternhaus in Bothel im Kreis Rotenburg, um zu ihm auf den Bauernhof in Haberloh zu ziehen. „Und ich trage mich auch schon länger mit dem Gedanken, Bürgermeisterin zu werden“, verrät die von der FDP nominierte Kandidatin für die Wahl am 24. September im Gespräch mit dieser Zeitung.

Dann will Bijanka Müller den Chefsessel im Langwedeler Rathaus erobern. Amtsinhaber Andreas Brandt (SPD) und Imke Thielker (CDU) sind ihre Konkurrenten.

Die 50-Jährige, die „leider keine Kinder“ hat, verweist auf ihre „Verwaltungserfahrung“. Während ihr Mann zusammen mit seinem Bruder den Milchviehbetrieb mit 120 Kühen bewirtschaftet, arbeitet die gelernte Bürokauffrau bei den Stadtwerken Rotenburg, wo sie nach eigenen Angaben das Projekt „Ökostrom“ mit angeschoben hat.

Die Landwirtschaft und alternative Energien liegen ihr am Herzen und umtreiben sie auch in ihrer Freizeit. Als Müller 2012 den „Tag des offenen Hofes“ vorbereitete, habe sie „nebenbei bemerkt, dass ich gut organisieren kann“. Schon ein Jahr später erklärte das Mitglied des Landfrauenvereins Verden Schulkindern beim Projekt „Vom Hof auf den Teller“, wie aus Kuhmilch zum Beispiel Butter hergestellt wird. In der Zeit versuchte Müller auch, einen Bürgerwindpark an der Haberloher Straße zu errichten, was das Regionale Raumordnungsprogramm allerdings bis heute nicht zulässt. Bei all dem verwundert es nicht, dass die parteilose Kandidatin mit „Öffentlichkeitsarbeit“ das Image der Landwirtschaft verbessern und den Ausbau der erneuerbaren Energien vorantreiben will.

Als ihr „größtes Anliegen“ bezeichnet Bijanka Müller jedoch die „Förderung des Ehrenamts“. Mit der Adventskranz-Aktion im vorigen Jahr habe sie nicht zuletzt darauf aufmerksam machen wollen, welch wertvollen, unbezahlbaren Einsatz Mitglieder Freiwilliger Feuerwehren oder Flüchtlingsbetreuer im Flecken für die Gesellschaft leisteten. Um dieses Engagement noch besser unterstützen zu können, verfolgt die ehrenamtliche Ortsvorsteherin von Haberloh den Gedanken, Ehrenamtskarten in der Gemeinde einzuführen. Darüber sollten die Inhaber möglichst auch Rabatte bei Einzelhändlern eingeräumt bekommen, um beispielsweise nicht auf Kopierkosten sitzen bleiben zu müssen.

Zudem möchte Bijanka Müller pflegenden Angehörigen stärker unter die Arme greifen. „Mein Vater zieht jetzt in eine Senioren-WG, solch ein Modell kann ich mir auch für Langwedel vorstellen.“

Desweiteren möchte sie „ein Tourismuskonzept für den Flecken erstellen“. Ein wichtiges Stichwort dabei ist „Glamping“. Das „glamouröse Camping“ soll Familien günstigen Urlaub ermöglichen. Als Standorte hat die 2. Vorsitzende des Touristik-Vereins Langwedel den bereits von Campern genutzten „Drosselhof“ in Hagen-Grinden und eine Grünfläche am Burgbad im Auge.

Den Betrieb eines Bürgerbusses in der Gemeinde hält Müller ebenfalls für notwendig, um vor allem älteren Einwohnern den Besuch von Ärzten und Cafés zu erleichtern. „Aber gerade bei jüngeren Leuten geht der Trend ja auch weg vom Auto.“

Bijanka Müller, die 2016 auf der Liste der CDU in den Gemeinderat gewählt und mit Bekanntgabe der Kandidatur für die FDP aus der Fraktion der Christdemokraten ausgeschlossen wurde, ist es überdies „wichtig, das politische Geschehen im Flecken für die Bevölkerung transparenter zu machen“. Einmal im Quartal sollte ein „Gemeindebote“ wesentliche Vorhaben auflisten und an alle Haushalte verteilt werden. Auch will sie „Konzepte der Gemeinde alle drei Jahre darauf hin überprüfen lassen, ob sie auch wie beschlossen umgesetzt wurden“. - mm

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