Ehrenamtliche Flüchtlingshelfer in Langwedel gründen eigenen Verein und sehen sich vor großen Aufgaben

Toleranz, Hilfsbereitschaft und Solidarität

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Der Vorstand des neuen Vereins Flüchtlingshilfe Langwedel mit (v.li.) Ute Nelle, Sylke Beckmann, Ingrid Künzel, Michael Schablow und Bettina Carstensen.

Daverden - Mehr als 20 Ehrenamtliche und Interessierte waren am Montag der Einladung in das Gemeindehaus der evangelisch-lutherischen Kirche in Daverden gefolgt, den Verein „Flüchtlingshilfe Langwedel“ (FLAN) zu gründen; über 50 Menschen aus der Gemeinde engagieren sich schon seit vielen Monaten in diesem Bereich.

Unverzichtbar und gar nicht hoch genug einzuschätzen sei auch in Zukunft das ehrenamtliche Engagement vieler Bürgerinnen und Bürger aus der Gemeinde, so Bürgermeister Andreas Brandt, der zu der Gründungsversammlung gekommen war.

Hier will der neue Verein ansetzen und sich den Herausforderungen stellen, um mit vielfältigen Angeboten und Aktivitäten den Menschen zu helfen, die wegen Krieg, Hunger oder politischer Verfolgung ihre Heimat verlassen haben und mit der Hoffnung auf ein besseres Leben in Langwedel angekommen sind.

Zunächst stellte Sigrid Meyer-Klein vor, was die Ehrenamtlichen bereits bisher geleistet haben, um in und mit den Flüchtlingsfamilien den Start in ein neues Leben zu meistern. Das „Rund-um-Paket“, so Sigrid Meyer-Klein, reiche von der zusätzlichen Ausstattung der Wohnung mit fehlenden Teppichen, Gardinen, Möbeln, sowie Kleidungsspenden, über Hilfen beim Arzt- oder Schulbesuch und Behördengängen bis hin zur ehrenamtlich betreuten Fahrrad-Werkstatt, um eine gewisse Mobilität zu schaffen oder den kunsttherapeutischen Angeboten für die Kinder beim monatlichen Begegnungscafé.

In vier Wohnungen wurden durch Spenden gebrauchte Computer mit dem Rosetta Stone Programm zum Deutschlernen aufgestellt. „Den Deutsch-Kursen kommt dabei zweifelsfrei eine besondere Bedeutung zu, da ausreichende Sprachkenntnisse zum einen der Schlüssel zu fast allen Angeboten und Lebensbereichen sind, aber auch, um den Flüchtlingen Informationen und Regeln über das Leben in Deutschland vermitteln zu können“, hob Michael Schablow hervor.

All diese Aktivitäten will der Verein fortführen, vernetzen und ausbauen, wie Ingrid Künzel ausführte und dafür neue Mitglieder, Helfer und Spenden einwerben. Man wolle „zum einen Toleranz, Hilfsbereitschaft und Solidarität zu und in allen Bevölkerungsschichten vermitteln und gleichzeitig Flüchtlingen in unserer Gemeinde langfristig und noch effektiver helfen, was aber auch bedeutet „Hilfe zur Selbsthilfe“ leisten.“ Durch den Verein soll in Zukunft auch die Akzeptanz und die Position bei Gemeindeverwaltung, Landkreis, Einrichtungen und Verbänden verbessert werden.

Nach der Diskussion und Verabschiedung einer entsprechenden Satzung wurden Bettina Carstensen, Ute Nelle und Michael Schablow als Vorsitzende sowie Ingrid Künzel als Kassenwartin und Sylke Beckmann als Schriftführerin in den Vorstand des Vereins gewählt.

Zum Schluss der Veranstaltung begrüßte Pastor Quittkat noch einmal ausdrücklich, dass es nun für alle Beteiligten mit dem FLAN e.V. einen klaren und engagierten Ansprechpartner gebe und bot im Namen der Kirchengemeinde Daverden auch für die Zukunft die Unterstützung und Bereitschaft zur Zusammenarbeit an.

Wer Lust und Interesse hat, im Verein mitzuarbeiten oder ihm beizutreten, kann sich im Begegnungscafé, das an jedem dritten Mittwoch im Monat im Gemeindehaus Daverden stattfindet, informieren; ab 15 Uhr treffen sich hier die ehrenamtlichen Mitarbeiter und ab 16 Uhr kommen dann Flüchtlinge zum kommunikativen Austausch dazu.

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