WGL kann sich mit Plänen für Neubaugebieten nicht durchsetzen

Langwedel: Keine Festsetzung von Grünflächen und Energieeffizienz

Hier soll die Straße in das geplante Neubaugebiet „Weidenweg Süd“ in Völkersen erfolgen. Der Ortsrat möchte möglichst viele der alten Eichen erhalten, das Bauamt Langwedel unbedingt eine vernünftige Zuwegung sehen.
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Hier soll die Straße in das geplante Neubaugebiet „Weidenweg Süd“ in Völkersen erfolgen. Der Ortsrat möchte möglichst viele der alten Eichen erhalten, das Bauamt Langwedel unbedingt eine vernünftige Zuwegung sehen.

Die Wählergruppe Langwedel (WGL) hatte die Festsetzung von Grünflächen und energieeffizienter Bauweise in Neubaugebieten vorgeschlagen. Alle anderen Parteien im Langwedeler Gemeinderat waren aber dagegen.

Langwedel – „Wir wollen an dem Antrag festhalten. Auch wenn er durch fast alle Ortsräte und alle Fachausschüsse abgelehnt wurde“, erklärte Gero Landzettel (WGL) mit Blick in die weite Runde des Langwedeler Gemeinderates, der jetzt in der Sporthalle der Oberschule tagte.

Die WGL wollte, dass bei künftigen Bauvorhaben „im Sinne eines wirksamen Pflanzen- und Insektenschutzes und damit als regionale Maßnahme zum Klimaschutz“ Grünflächen unbedingt Berücksichtigung finden. Die WGL hatte beantragt, „in neuen Baugebieten mit einer Gesamtfläche von bis zu 5000 Quadratmetern auf einem Flächenanteil von zehn Prozent das Anpflanzen von Bäumen, Sträuchern oder sonstigen Bepflanzungen“ verbindlich festzusetzen. Das Gleiche soll für den Erhalt bestehender Bepflanzungen gelten. Zudem sollten zehn Prozent der Gesamtfläche eines neuen Baugebiets, sofern es größer als 5000 Quadratmeter ist, als öffentliche Grünfläche ausgewiesen werden. Damit könne die Gemeinde einen Beitrag gegen die Versiegelung und den Verbrauch von Flächen leisten sowie ganz konkret etwas gegen den Klimawandel und für den Naturschutz tun.

Schon in den Ortsräten und im Bauausschuss biss die WGL mit diesem Antrag bei den anderen Fraktionen auf Granit. „Ich möchte mir nicht ein für alle Mal die Entscheidung im Einzelfall nehmen lassen“, erklärte Lars-Henrik Haase für die SPD und machte seine Entscheidung an seinem Heimatort Etelsen deutlich. „Ich möchte zum Beispiel zwischen dem Kernort Etelsen und Steinberg differenzieren dürfen.“ Im ohnehin dichter bebauten Kernort würde er zum Beispiel nicht so viel Grünfläche verlangen, wie etwa im Außenbereich. „Das bedeutet keine generelle Ablehnung, Grünflächen in Zukunft festsetzen zu können.“ Aber eine generelle Festsetzung halte er nicht für sinnvoll.

Bereits im Bauausschuss hatte Lars Lorenzen (CDU) erklärt, dass er einen grundsätzlichen anderen Ansatz vertrete und nicht wolle, dass das Ansinnen der WGL zur Vorschrift werde. „Wir haben schon zuviel davon.“

Mit Hinblick auf die mancherorts beliebten, bei Naturschützern aber verhassten Schottergärten hatte Petra Henke (SPD) betont, dass Grundstücke schon vom Gesetz her nur zu einem bestimmten Teil versiegelt werden dürften. Allerdings müsste bei Verstößen jemand den Schuldigen auf die Füße treten. „Sollen wir als Gemeinde da jemanden einstellen, der das kontrolliert?“

Lars Lorenzen sah da nicht den Flecken Langwedel in der Verantwortung. „Der Landkreis kommt da seinen Aufgaben teilweise nicht nach. Ob das kontrolliert wurde, wissen wir alle nicht, weil wir keine Antwort kriegen.“

Für den Antrag stimmte nur die WGL, der ganze Rest des Rates stimmte dagegen.

Als es um den Aufstellungsbeschluss für das zukünftige Neubaugebiet „Weidenweg Süd“ in Völkersen ging, stimmte Ortsbürgermeister Andreas Noltemeyer dagegen, die anderen WGL-Mitglieder enthielten sich, die Ratsmehrheit war dafür.

Dabei ist Noltemeyer eigentlich gar nicht gegen das Baugebiet an sich. Zwar will der Ortsrat noch gemeinsam mit Bauamtsleiter Bernhard Goldmann gucken, ob und wie viele der alten Eichen sich an der geplanten Zuwegung zum Neubaugebiet erhalten lassen. Aber das stellt für alle Seiten kein Riesenproblem dar.

Andreas Noltemeyer hatte aber bereits im Ortsrat und im Bauausschuss mit aller Leidenschaft dafür plädiert, im „Weidenweg Süd“ den Energieeffizienzwert für die zukünftigen Einfamilienhäuser verbindlich festzuschreiben. Gerade Völkersen sei doch prädestiniert durch die Nachbarschaft zur Erdgasförderung und die vielen negativen Erfahrungen damit, am Weidenweg ein Modellprojekt auf die Beine zu stellen. Hier ließe sich eine Siedlung, geprägt durch einen hohen Anteil regenerativer Energien, bestens bauen. Auch der Investor habe sich dem gegenüber sehr aufgeschlossen gezeigt, sich aber dann mit Blick auf die Chancengleichheit für solche Energieeffizienzfestzungen auch in anderen Neubaugebieten ausgesprochen. Was Andreas Noltemeyer dann auch prompt bei jeder sich bietenden Gelegenheit beantragte.

Und immer wieder an den anderen Fraktionen damit scheiterte. Zu viele Vorschriften, die Baukosten gerade für junge Familien würden dadurch unverantwortlich in die Höhe getrieben, so die Argumente vonseiten der SPD und der CDU.

Der Einwand Noltemeyers, in Zukunft zu erwartende Fördermittel von Land und Bund würden die finanziellen Mehrkosten ausgleichen, fand kein Gehör bei der Mehrheit. Auch der Hinweis auf das Klimaschutzgesetz der schwarz-roten Bundesregierung inklusive der hier verlangten Verantwortungsübernahme von Kommunen half nicht. Der Antrag auf Festlegung der Energieeffizienz wurde jedes Mal abgelehnt. „Es war ja eigentlich als Initialzündung gedacht“, so ein enttäuschter Noltemeyer. „Schade, wir hätten einen deutlichen Schritt machen können, Zeichen setzen können.“

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