Einstimmiges Votum im Schulausschuss / Gesetzlicher Anspruch ab 2026/27

Langwedel: Die Ganztagsschule kommt

Da blinkt die neue Mensa der neuen Oberschule - wenn die Grundschulen im Flecken Ganztagsschulen werden, wird man auch hier Mensen oder Küchen benötigen. Archiv-
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Da blinkt die neue Mensa der neuen Oberschule - wenn die Grundschulen im Flecken Ganztagsschulen werden, wird man auch hier Mensen oder Küchen benötigen. Archiv-

Langwedel – Auch wenn Bundesrat und Bundestag sich im Moment noch nicht einig sind über die gesetzliche Regelung zur Ganztagsschule, will der Flecken Langwedel mit Schulleitungen und Schulvorständen gemeinsam diesen Weg beschreiten. So lautete jedenfalls das einstimmige Votum des Schulausschusses am Montagabend im Ratssaal, bezogen auf einen Antrag der SPD-Fraktion.

Ziel ist es, die Ganztagsschule bis zum Schuljahr 2026/27 in Grundschulen einzuführen – dann sollen Eltern voraussichtlich einen Rechtsanspruch auf diese Form der Beschulung haben. Laut Beschlussempfehlung des Gremiums sollen die Planungskosten dafür ab 2022 bereitgestellt werden.

„Die SPD geht davon aus, dass ein Rechtsanspruch auf die Ganztagsschule kommt. Da dies auch mit baulichen Maßnahmen verbunden ist und wir wissen, wie lange das dauern kann, sollten wir jetzt anfangen“, sagte Volker Penczek, SPD-Ratsherr und im Hauptberuf Leiter der (teilgebundenen) Ganztagsschule Bassen, einleitend.

An einer Ganztagsschule werden den Schülern neben dem Unterricht an mindestens drei Tagen zusätzlich außerunterrichtliche Beschäftigungen angeboten. Das können Sport, Musik oder andere kreative Angebote sein. Außerdem wird ein warmes Mittagessen bereitgestellt.

Von den drei möglichen Modellen einer offenen, teilgebundenen und vollgebundenen Ganztagsschule favorisiert die SPD die teilgebundene Form. Bei dieser Variante sind die Schüler an mindestens zwei Tagen zum ganztägigen Schulbesuch verpflichtet. An der vollgebundenen Ganztagsschule gilt die Pflicht zum ganztägigen Schulbesuch an drei Tagen. Die offene Ganztagsschule bietet täglich Nachmittagsbetreuung an, aber die Teilnahme an den Angeboten ist freiwillig. „Wir müssen die Modelle vergleichen und in Diskussion kommen mit Schulleitern, Politik und Eltern“, gab sich Penczek grundsätzlich offen.

An Langwedeler Grundschulen besteht schon ein Angebot für Schüler außerhalb des Unterrichts: Zurzeit werden im Flecken Langwedel 140 Kinder durch die Kinderarche von 13 bis maximal 17.30 Uhr und 40 Kinder durch den Hort in Etelsen von 13 bis 17 Uhr verlässlich im Grundschulbereich betreut. Das entspricht etwa 36 Prozent der Schüler. Diese Quote müsste der Flecken Langwedel deutlich erhöhen: „Nach Darstellungen des Bundesfamilienministeriums ist von einem Betreuungsbedarf von 75 bis 80 Prozent der Grundschulkinder auszugehen“, heißt es in der Beschlussvorlage.

Laut Hauptamtsleiter Rolf Korb kann der Flecken den Rechtsanspruch im Grundschulbereich nicht erfüllen – denn die drei Grundschulen verfügen nicht über die räumlichen Voraussetzungen wie etwa Mensa und Küche. Die Gemeindeverwaltung geht davon aus, dass Bund und Land in den nächsten Jahren umfassende Fördermittel für Baumaßnahmen und die weitere Umsetzung der Ganztagsschule zur Verfügung stellen. Um diese Mittel abschöpfen zu können, empfiehlt die Verwaltung, „die erforderlichen Maßnahmen rechtzeitig umzusetzen“.

„Ich finde es toll, dass sich Langwedel auf den Weg macht, nur ungewöhnlich, dass der Antrag sich auf eine teilgebundene Ganztagsschule bezieht“, sagte Berit Blottner als Vertreterin der Grundschulen. „Dringend notwendig“ nannte diesen Schritt Elternvertreterin Alexandra Meyer. „Allerdings gibt es Eltern, die ihre Kinder nachmittags lieber zu Hause betreuen wollen.“ Diesen Punkt habe die SPD ausführlich diskutiert, merkte Petra Henke an und wies darauf hin, dass es viele Familien gebe, in denen beide Elternteile in Vollzeit arbeiten müssten.

Auch die CDU-Fraktion stand dem SPD-Antrag positiv gegenüber, allerdings mit der Abweichung, dass sie eine offene Ganztagsschule für die praktikabelste Form hält.

Der Ausschussvorsitzende Gero Landzettel äußerte sich als WGL-Fraktionsvorsitzender: „Wir haben viel über das ‘ob’ und ‘wie’ einer Ganztagsschule diskutiert“. Er sehe die offene Ganztagsschule nicht als optimal an, da sie ungefähr vergleichbar sei mit einem Hort. „Ich fürchte, dass sich der Betreuungsbedarf in den nächsten Jahren verändern wird“, sagte Bürgermeister Andreas Brandt. Beim Thema Ganztagsschule seien Eltern angesprochen, deren Kinder aktuell Kita und Krippe besuchen. „Da kommt viel Arbeit auf die Verwaltung zu“, gab Rolf Korb zu bedenken. Als Schulträger müsse der Flecken die baulichen Voraussetzungen schaffen.

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