CDU-Kreistagsfraktion bei Landwirten und Imkern in Hagen-Grinden

Langwedel: Die Bedeutung von Bienen und Co

Kooperation im Rapsfeld: die beiden Landwirte Heinrich Blohme und Hendrik Meyerholz, die Imker Heinrich Kersten und Frank Schulze sowie Hella Bachmann, Wilhelm Hogrefe und Isabel Gottschewsky von der CDU.
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Kooperation im Rapsfeld: die beiden Landwirte Heinrich Blohme und Hendrik Meyerholz, die Imker Heinrich Kersten und Frank Schulze sowie Hella Bachmann, Wilhelm Hogrefe und Isabel Gottschewsky von der CDU.

Hagen-Grinden – Hach, ist das eine Farbenpracht. Alles so schön gelb. Nicht nur in der Marsch zwischen Hagen-Grinden blüht der Raps, hier aber besonders schön. Und im Raps ist ordentlich Gesumm, meistens von Bienen, in unserem Fall aber zunächst auch von Menschen. Die sind hier auf dem Rapsfeld in einem größeren Schwarm aufgetaucht, als erwartet. Die CDU-Kreistagsfraktion hatte anlässlich des Weltbienentags zum Ortstermin eingeladen, Hella Bachmann hatte den Nachmittag mit Imkern und Landwirten organisiert.

„Es soll um die Bedeutung von Honigbienen, Wildbienen, Hummeln und weiteren Insekten für die Biodiversität gehen“, hatte Jens Richter in der Einladung der Kreistagsfraktion der Union geschrieben.

Nachdem in der Besucherformation das allgemeine Gesumm schnell zugunsten der Fachleute und ihrer Erklärungen verstummt war, wurde ganz schnell deutlich: Was den Naherholung suchenden Menschen mit leuchtenden Farben erfreut, ist eine Wissenschaft für sich, mit zahlreichen komplexen Zusammenhängen. Da gilt es viel zu beachten und zu erforschen, will man so machen, dass alle etwas davon haben – inklusive der Natur.

Imker Frank Schulze hat jetzt während der Rapsblüte seine Bienen in der Marsch stehen. „Der Raps, das ist die erste große Tracht.“ Im Anschluss ist für seine Bienenvölker dann die Lindenblüte das nächste Ziel. „Können Sie sagen, wie viel Honigertrag ein Hektar Raps bringt?“, wollte Wilhelm Hogrefe, Vorsitzender der CDU-Fraktion, wissen. „Keine Ahnung“, erklärte Frank Schulze. Was unter anderem auch daran liegt, dass der Honigertrag von der Blüte abhängig ist, für die (wie für die Landwirtschaft überhaupt) das Wetter von großer Bedeutung ist. Dann sind da noch weitere Faktoren, die das Pflanzenwachstum beeinflussen.

Raps ist anfällig für Insekten, wie Hendrik Meyer erläuterte. Die Bienen von Frank Schulze stehen auf dem Feld des konventionell wirtschaftenden Landwirts aus Achim-Baden. Die Familie Meyerholz vermarktet auf ihrem Hof lokale Produkte über Automaten in ihrem Hofladen. „Honig fehlte noch“, erzählt Hendrik Meyerholz.

Der eine hatte die Bienen, der andere die Felder – da kann man doch zusammenarbeiten, sehr gut sogar. „Es ist eine Win-win-Situation“, sagt Imker Frank Schulze.

Natürlich gibt es den Honig jetzt auch im Hofladen. Am besten gehen übrigens, wie bei allen anderen Sachen auch, die kleinen Gebinde. Das gab es als Information noch so am Rande.

Also, was tut der konventionell wirtschaftende Landwirt, um seinen Raps zu schützen und den Ertrag zu sichern? Er bringt Pflanzenschutzmittel aus. „Ich wüsste aber niemanden, der noch bienengefährliche Mittel einsetzt“, erklärt Meyerholz für sich und seine Berufskollegen. Stehen irgendwo Bienenvölker, werde das direkte Vorfeld der Stöcke auch nicht behandelt. Außerdem achtet die Landwirtschaft sehr darauf, wann sie die Pflanzenschutzmittel ausbringt, um Biene und Co nicht in Gefahr zu bringen.

Es wird nicht früh am morgen gespritzt, wenn die Insekten ausfliegen. „Wenn Sie uns um Mitternacht im Rapsfeld sehen, dann darum, weil es Vorteile für uns Landwirte und die Bienen hat.“

Raus aus dem Raps, rein in die Autos – und ab zur zweiten Station ging es, auf einen Acker der Familie Blohme in Hagen-Grinden, die sich im „Finka“-Projekt engagiert.

„Finka“ steht dabei für „Förderung von Insekten im Ackerbau“. Das Projekt wird über das Bundesprogramm „leben.natur.vielfalt“ gefördert sowie vom Bundesministerium für Umwelt, dem Bundesamt für Naturschutz, dem Land Niedersachsen und dem Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN).

An diesem Projekt sind aktuell in Niedersachsen 30 Betriebspartnerschaften aus je einem konventionell wirtschaftenden und einem ökologisch wirtschaftenden Betrieb beteiligt. Gemeinsam möchten die Landwirte mit Unterstützung von Wissenschaft und Beratung bis Ende 2025 auf Versuchsflächen untersuchen, wie sich der Verzicht auf Pflanzenschutzmittel, die gegen Insekten und Unkraut eingesetzt werden, auswirkt. Heinrich Blohme hat auf seinem Acker Winterweizen angebaut. Auf der einen Seite des Ackers wird dieser konventionell behandelt.

„Hier ist alles so, wie es aus der Sicht eines konventionellen Landwirts sein sollte“, so Heinrich Blohme. Auf der anderen Schlagseite wird auf Pflanzenschutzmittel verzichtet. Dort kann man deutliche Unterschiede erkennen. Mehrere Unkräuter wachsen dort zwischen dem Winterweizen.

Blohmes Betriebspartner Uwe Michaelis hat mit dem sogenannten Striegel im vergangenen Herbst und im Frühjahr die Beikräuter in Schach gehalten. „Man kann aber jetzt schon im direkten Vergleich sehen, dass man auch mit weniger Pflanzenschutzmittel auskommen könnte“, schildert Blohme seine Eindrücke.

Michaelis wird Familie Blohme mit seinem Erfahrungsschatz aus dem ökologischen Landbau in den nächsten Jahren unterstützen und beraten. Er legt als Blohmes Pendant eine ähnlich große Vergleichsfläche unter ähnlichen Standortbedingungen an. Gemeinsam gehen die Landwirte in einen fachlichen Austausch darüber, wie mehr Biodiversität bei hoher Produktivität auf der Ackerfläche erreicht werden kann. Zusätzlich wird das Projekt wissenschaftlich begleitet.

Heinrich Blohme ist durch das Landvolk auf das „Finka“-Projekt aufmerksam geworden. Die an diesem Nachmittag gewonnenen Informationen lösten in der Besuchergruppe aus landwirtschaftlich interessierten Gästen und auch bei den Berufskollegen Blohmes einen spontanen und regen Austausch von Fragen und Ideen aus, was dann mit Hella Bachmann auch eine deutlich zufriedene Organisatorin des Nachmittags zurückließ.

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