22-Jährige bei Horst Rimkus in Stedorf ausgebildet

Langwedelerin Charleen Bertram: Deutschlands beste Pferdewirtin

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Gemeinsam zum Ausbildungserfolg: Charleen Bertram (Mitte) mit ihren beiden Ausbildern, Hofbesitzer Horst Rimkus (li.) und Pferdewirtschaftsmeisterin Ariane Kuhls (re.).

Langwedel/Stedorf - Sie ist in ihrem Fachgebiet die Beste: Charleen Bertram wurde von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen im Thünen-Institut in Braunschweig für ihre herausragenden Leistungen in der Ausbildung zur Pferdewirtin, Fachrichtung klassische Reitausbildung, ausgezeichnet.

Die Urkunde bekam sie von Kultusminister Grant Hendrik Tonne überreicht, die Laudatio hielt der Präsident der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, Gerhard Schwetje. Zu den besten Pferdewirten im Land, die ihre Ausbildung in der Region absolvierten gehören außerdem Lea-Sophie Holtmann und Stefan Joost. Beide haben ihre Ausbildung in der Fachrichtung Pferdehaltung und Service gemacht und wurden auf den Betrieben Hof Kleemeyer in Weyhe bzw. Schwartze-Hof in Döhlbergen-Rieda ausgebildet.

Außerdem wird das Trio für seine herausragende Leistung bereits in der kommenden Woche anlässlich der feierlichen Ehrung aller Absolventen des Jahres 2019 in Warendorf mit der Stensbeck-Plakette und dazu noch mit einem Förderpreis belohnt. Die 22-jährige Bertam aus Langwedel ist dank ihrer glanzvollen Leistung mit tollen Noten Deutschlands beste Pferdewirtin - Fachrichtung Klassische Reitausbildung - des Jahres 2019.

Dabei war die junge Frau gar nicht von vornherein 100-prozentig auf einen Beruf mit Pferden aus. Sie wusste schließlich, dass der Beruf Pferdewirt ein Knochenjob ist, der außerdem nur selten nach einem achtstündigen Arbeitstag endet. Und trotzdem lag der Bezug zur Ausbilderin für Pferdesport nah. Die 22-jährige sitzt schließlich bereits seit 17 Jahren fest im Sattel, da ihr Herz schon seit ihrem fünften Lebensjahr für Pferde schlägt.

Doch das Hobby zum Beruf machen? Diese Frage stellte sich die junge Frau gleich nach dem Abitur und die Wahl des Ausbildungsbetriebs kam dabei nicht von ungefähr. Denn Pferde seien wundervolle Tiere, die auf die entsprechende Fürsorge und eine gute Betreuung und Ausbildung angewiesen seien, verdeutlicht Bertram, und dass man im Stall Rimkus eben diese Auffassung teile.

Die vergangenen zwei Ausbildungsjahre waren dann geprägt von Arbeiten wie Ausmisten, Füttern, Koppel- und Paddockdienste zwischen Reitstunden, die Rehabilitation kranker oder verletzter Tiere und natürlich den Turnieren am Wochenende. Kurzum: ein Vollzeitjob, bei dem Feierabend (oft) ein Fremdwort ist.

Doch Bertram stört das nicht. „Ich schaue nicht auf die Uhr, ich liebe die Tiere, die Abwechslung an dem Beruf, weil kein Arbeitstag wie der andere ist.“

Wer als Pferdewirt arbeite, müsse aber auch 100-prozentig dahinter stehen. „Es ist ein Beruf für Idealisten und harte körperliche Arbeit. Mit verklärter Romantik hat der Job nichts zu tun“, ergänzt Rimkus.

Ob Bertram irgendwann einen eigenen Pferdebetrieb leiten oder vielleicht doch noch ein Studium aufnehmen wird, steht für sie aktuell noch in den Sternen. Zunächst möchte sie an ihrer aktuellen Wirkungsstätte bleiben, noch mehr Erfahrungen sammeln und auf die bislang erreichten Turniererfolge in Spring- und Dressurprüfungen weiter aufbauen und eventuell die Prüfung zur Pferdewirtschaftsmeisterin ablegen.

„Sie ist ja noch jung und soll sich Zeit lassen“, findet Rimkus, der an seiner Mitarbeiterin insbesondere deren Zuverlässigkeit, Ehrgeiz, Einsatzbereitschaft und ihr gutes Gefühl fürs Reiten schätzt.

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