Sandabbau-Unternehmen will Planungen am 17. November öffentlich vorstellen

Deponie auf dem Düvelshagen?

In zwei bis drei Jahren dürfte die aktuell betriebene Sandgrube am Düvelshagen ausgebeutet sein. Dann möchte die Firma Specht den Abbau erweitern. In der alten Grube möchte man eine Deponie anlegen.
+
In zwei bis drei Jahren dürfte die aktuell betriebene Sandgrube am Düvelshagen ausgebeutet sein. Dann möchte die Firma Specht den Abbau erweitern. In der alten Grube möchte man eine Deponie anlegen.

LangwedelVölkersen – Als das Thema auf die Tagesordnung kam, sah alles danach aus, als würde es seinen geregelten Gang gehen. Die Firma Specht aus Rotenburg hat beim Landkreis Verden einen Antrag auf Erweiterung ihres Sandabbaugebietes gestellt. Der Landkreis ist auch die zuständige Genehmigungsbehörde, aber der Flecken Langwedel wird in so einem Fall nach seinem „gemeindlichen Einvernehmen“ gefragt. Das hatte der Ortsrat Völkersen auch erteilt – und den Bedingungen, dass die alte Grube ordentlich renaturiert wird und der neue Sandabbau mindestens 20 Meter vom Wald wegbleibt. Dann aber bekam das Bauamt die Kunde, dass die Firma Specht in der alten Grube eine Deponie einrichten möchte.

„Nachdem der Ortsrat Völkersen die Erweiterung des Sandabbaus in der Gemarkung Düvelshagen am 23. September 2020 beraten hatte, gingen bei der Gemeindeverwaltung Anfragen zur Vorbereitung eines Antrages für eine Nachnutzung der Sandabbaustätte als Deponie der Deponieklasse DK I für schwach belastete Böden und mineralische Abfälle ein“, schreibt Langwedels Bürgermeister Andreas Brandt jetzt in einer Pressemitteilung.

„Der Bauausschuss und der Verwaltungsausschuss haben im Rahmen der weiteren Beratungen gleichlautend festgestellt, dass die vorgesehenen Renaturierungsmaßnahmen vor diesem Hintergrund nicht umsetzbar sind und eine weitergehende Erörterung bezüglich der Gesamtmaßnahme durch den Antragsteller notwendig ist. Erst danach könne man sich eine abschließende Meinung bilden. Die Beschlussfassung wurde vor diesem Hintergrund in beiden Ausschüssen vertagt“, schreibt der Bürgermeister weiter. Die Langwedeler Gemeindeverwaltung habe sich daraufhin mit der Firma Specht Baustoffhandel, Transport und Entsorgung auf eine Fristverlängerung zur abschließenden Bearbeitung des Vorgangs bis Ende des Jahres verständigt.

Zudem habe man vereinbart, dass die Firma Specht ihr Vorhaben einmal den Langwedeler Lokalpolitikerinnen und -politikern in einer internen Veranstaltung vorstellt. Das ist bereits passiert, und zwar in der vergangenen Woche. Geplant sei auch noch eine öffentliche Vorstellung, so Andreas Brandt.

In der nichtöffentlichen Veranstaltung Anfang November wurde erläutert, dass sich der Antrag für eine Bauschuttdeponie noch in der Vorbereitung befindet und somit bisher nicht gestellt werden konnte.

Für die Genehmigung einer Deponie ist nun auch noch das Gewerbeaufsichtsamt Lüneburg zuständig. Darum sei auch ein gemeinsamer Antrag für den erweiterten Sandabbau und die Deponie beim Landkreis Verden nicht möglich gewesen, habe das Unternehmen erklärt.

Dass die Firma Specht als Eigentümer beabsichtigt, die Sandabbaufläche in der Gemarkung Düvelshagen eventuell als Deponiefläche zu nutzen, hatte Bürgermeister Andreas Brandt allerdings schon in der Sitzung des Gemeinderates im vergangenen Dezember bekannt gegeben.

Die Verwaltung habe in einem damaligen Gespräch mit dem Unternehmen jedoch ihre Bedenken bezüglich der fehlenden Erschließung und des angrenzenden Trinkwasserschutzgebietes angeführt, so der Bürgermeister. Als nun der Antrag ohne vorherigen Informationsaustausch für eine Erweiterung des Sandabbaus mit einem Renaturierungsplan einging, sei man im Rathaus davon ausgegangen, dass die Deponiepläne nicht weiterverfolgt würden, erklärt der Langwedeler Verwaltungschef.

Ob die Deponie überhaupt genehmigt wird, werden die Zukunft und das Gewerbeaufsichtsamt Lüneburg zeigen.

Sicher ist hingegen, dass am kommenden Dienstag, 17. November, eine öffentliche Informationsveranstaltung zu den Plänen der Firma Specht, bei der auch Unternehmensvertreter dabei sind, um 18 Uhr beginnen wird. Aufgrund der Corona-Pandemie ließ sich das Ganze nicht in Völkersen realisieren. Die Veranstaltung ist am 17. November in der Sporthalle der Oberschule Langwedel.

Das derzeit immer mal wieder schon auf der geplanten Erweiterung des Sandabbaus gearbeitet wird, hat nichts mit der Firma Specht zu tun. Hier sind Archäologen unterwegs, die nach möglichen Spuren unserer Vorfahren schauen.  

Von Jens Wenck

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

An diesen vier Zipfeln endet Deutschland

An diesen vier Zipfeln endet Deutschland

Die heilende Kraft der Aloe vera

Die heilende Kraft der Aloe vera

Stadt der Gegensätze - In Mumbai ist das kein Klischee

Stadt der Gegensätze - In Mumbai ist das kein Klischee

Mit «Weltklasse-Torhüter»: Bayern macht Achtelfinale klar

Mit «Weltklasse-Torhüter»: Bayern macht Achtelfinale klar

Meistgelesene Artikel

Amazon in Achim: Pakete sollen ab Sommer das Logistikzentrum verlassen

Amazon in Achim: Pakete sollen ab Sommer das Logistikzentrum verlassen

Amazon in Achim: Pakete sollen ab Sommer das Logistikzentrum verlassen
Viele Unfälle: Ab Verden Tempo 70 bis Langwedel

Viele Unfälle: Ab Verden Tempo 70 bis Langwedel

Viele Unfälle: Ab Verden Tempo 70 bis Langwedel
Stoßseufzer über Corona-Belastungen

Stoßseufzer über Corona-Belastungen

Stoßseufzer über Corona-Belastungen
„Schwerlaster-Anteil nirgendwo höher“

„Schwerlaster-Anteil nirgendwo höher“

„Schwerlaster-Anteil nirgendwo höher“

Kommentare