1. Startseite
  2. Lokales
  3. Landkreis Verden
  4. Langwedel (Weser)

Daverdens König feiert: „Das ist echt eine Ausnahme“

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Das muss mit allen Mitteln für die Nachwelt dokumentiert werden: Andreas Krüger (3.v.l.) will als Daverdener Schützenkönig nach Hause – und Heiko Rohlfs und der Schützenverein Etelsen verlangen Zoll.
Das muss mit allen Mitteln für die Nachwelt dokumentiert werden: Andreas Krüger (3.v.l.) will als Daverdener Schützenkönig nach Hause – und Heiko Rohlfs und der Schützenverein Etelsen verlangen Zoll. © Hustedt

Daverden – „Wo kommt denn die Musik her?“, fragten sich einige Daverdener am helllichten Samstagmittag. Da lärmte keine Konserve, da spielte eine echte Kapelle. Des Rätsels Lösung: Die Mitglieder des Schützenvereins Daverden waren vor der St. Sigismund-Kirche angetreten, um die Königsscheiben aus dem Jahr 2021 zu den Residenzen zu bringen. Unter musikalischer Begleitung der Möhlenmusikanten ging es zur Jugendkönigin Vanessa Mattfeldt. Die Königinneneltern Harm und Stefanie Mattfeldt luden zum ersten kleinen Umtrunk des Tages ein.

Schützenchef Malte Schacht rief aber bald zum Aufbruch. Nächstes Ziel: Damenkönigin Michaela Frank. Auch hier wurde die Damenscheibe fachgerecht angebracht. Majestät Michaela und Ehemann Karsten luden zum nächsten kleinen Umtrunk. Bei Stimmungsmusik der Möhlenmusikanten wurde es richtig gemütlich.

Malte Schacht schaute aber wieder auf die Uhr und ließ antreten. Auf dem Schützenplatz im Daverdener Holz standen zwei Busse, um die Daverdener und ihren Schützenkönig Andreas „Jimmy“ Krüger in Reichweite seiner Residenz, beziehungsweise seines Elternhauses an der Giersbergstraße in Etelsen, zu bringen. Die ganze lange Gierbergstraße hinunter marschierten die Daverdener, aber kurz vor dem Ziel: Stopp. Das Schützenvolk aus Etelsen hatte die Autobahnunterführung geschlossen, aber so richtig, mit einem aufblasbaren Riesenkissen.

Etelsens Schützenchef Heiko Rohlfs verlangte Zoll, den Daverdens Schützenchef Malte Schacht und sein Stellvertreter Ulf Cyriacks bestens vorbereitet entrichteten – und dann setzte sich der Zug wieder in Bewegung. Hinter den Schützenvereinen aus Daverden und Etelsen reihten sich Cluvenhagener, Hagen-Grindener, Steinberger, Langwedeler, Gäste aus Langwedelermoor, Völkerser, Holtebütteler und Verdener ein. Auch der Vorstand der Pokalvereinigung „Alte Aller“ war mit dem Vorsitzenden Uwe Konow, Schriftwart Claus Willenbrock und Kassenwartin Anna Bruns vertreten. Der ehemalige Schatzmeister des Kreisschützenverbands Achim, Kurt Rausch, war mit Ehefrau Ursel ebenfalls gekommen.

Mithilfe von Günter Minder wurde die große Preußisch-Eylau-Scheibe versetzt, Kilian Wächter griff zur Bohrmaschine, um der Daverdener Königsscheibe ihren Platz in einer ganzen Reihe von Königsscheiben zu verschaffen. Jimmy Krüger war nämlich bereits Schützenkönig in Cluvenhagen und Etelsen.

Eingeladen hatte Krüger unter anderem seine Kollegen aus seiner Zeit beim Postamt Verden. „Ganz besonders gefreut hat es mich, dass ein Cluvenhagener Kumpel extra aus Leipzig angereist kam.“ So tummelten sich locker über 300 Gäste auf dem Grundstück von Mutter Irmgard Krüger.

Sie hatte schon lange vor dieser großen Sause 14 ihrer legendären Wickelkuchen gebacken. „In der Zeit, als es noch Mehl gab.“ Der Kuchen war so begehrt, wie der Kaffee heiß war (sehr). Später wurden 380 Bockwürste unter das feiernde Volk gebracht. Viele Freunde halfen Ausschenken, federführend Anita Haase mit Elke und Dieter Donnern.

Obwohl für die Daverdener der Startschuss bereits am Mittag und für die anderen auf dem Giersberg schon am Nachmittag gefallen war, wurde hier bis 22 Uhr gefeiert. Gut unterrichteten Kreisen zufolge zogen einige Gäste noch zum Schützenfest im nahen Grasdorf weiter. „Es haben sich viele mal wieder getroffen, die sich lange nicht gesehen haben“, resümierte Krüger. „Ich habe das so groß aufgezogen. Das soll aber Nachfolgende nicht abschrecken, Schützenkönig zu werden. Das ist echt eine Ausnahme. Es wird ja nicht verlangt, so groß zu feiern und einzuladen.“

Aber wer Jimmy Krüger kennt, der weiß, dass ihm das Feiern besonders Spaß macht.

Am Sonntag trafen sich um 13 Uhr dann wieder viele Freunde zum Abbauen. „Es hat mich riesig gefreut, dass so viele dabei waren“, so ein glücklicher und zufriedener Jimmy Krüger.  whu

Auch interessant

Kommentare