Theaterwerkstatt probt für Premiere

Daverden: Jetzt hat die Jugend das Wort

Dies ist nur ein kleiner Teil der rund 50 Akteure, die am 27. und 28. November in einer Revue im Gemeindehaus Daverden auf der Bühne stehen werden. Das Stück hat der Theaterpädagoge Edelfried Hennig geschrieben und mit den Nachwuchsdarstellern erarbeitet.
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Dies ist nur ein kleiner Teil der rund 50 Akteure, die am 27. und 28. November in einer Revue im Gemeindehaus Daverden auf der Bühne stehen werden. Das Stück hat der Theaterpädagoge Edelfried Hennig geschrieben und mit den Nachwuchsdarstellern erarbeitet.

Daverden – Die Diskussion um das Jugendwort des Jahres „Cringe“ – was so viel wie Fremdschämen bedeutet – hat gezeigt: Es besteht eine Kluft zwischen der Welt der Jugendlichen und Erwachsenen. In dieselbe Kerbe schlägt jetzt die Theaterwerkstatt der Freilichtbühne Daverden unter Leitung des Theaterpädagogen und Musiklehrers Edelfried Hennig. Die Nachwuchsdarsteller proben zur Zeit eifrig für die kleine Theatershow „Auf die Eltern – fertig – los!“.

Bereits am Samstag und Sonntag, 27. und 28. November, wird sie im Gemeindehaus der Kirchengemeinde jeweils um 14 und um 17 Uhr aufgeführt. Damit arbeitet die Theaterwerkstatt auf ihre erste Premiere hin.

Nachdem Corona zwei Versuche, ein Stück auf die Bühne zu bringen, vereitelt hatte, folgt nun der dritte Anlauf. Bereits seit Anfang des Jahres arbeitet die Theaterwerkstatt an einem Konzept, eine Kinder-Revue aufzuführen, die den Eltern aufzeigen soll, was sie in ihrer Erziehung so alles falsch machen.

Die Prognosen geben Anlass zur Hoffnung, und wenn Corona der Theatergruppe nicht noch einen Strich durch die Rechnung macht, kann es Ende November tatsächlich losgehen. Dann allerdings – so viel ist jetzt schon klar – ist eine Vorstellung nur vor sehr begrenztem Publikum möglich. Enge Bestuhlung, dicht an dicht an der Garderobe und auf den Fluren, wären auch bei gemäßigter Corona-Warnstufe nicht ratsam. „Im Optimalfall können jeweils fünfzig Zuschauer eine der vier Aufführungen live miterleben“, gibt Edelfried Hennig Auskunft.

Aber zunächst kurz zur Entstehungsgeschichte des Projekts: In den Sommerferien entwickelten die Akteure der Theaterwerkstatt die Idee, ein Stück im Gemeindehaus der Kirchengemeinde Daverden aufzuführen. Damit hatten die Darsteller nicht nur einen Spielort gefunden, sondern waren auch gleich an der Quelle, um die kirchlichen Jugendgruppen mit ins Boot zu holen. Die Band „SonLight“ und der Chor „Minimäuse“ hatten schnell zugesagt – für beide Musikgruppen ist Edelfried Hennig zufällig auch der Musiklehrer. So sind mittlerweile rund 50 Akteure dabei.

„Die zweistündige Revue besteht aus einer bunten Abfolge von Vorträgen, Nachrichten und kurzen Possen rund um das Thema Erziehung, vor allem aus Sicht von Kindern und Jugendlichen“, erläutert Theaterpädagoge Hennig. Und so verwundert es nicht, dass das Zielpublikum die Eltern sind, die sich mit Erziehungsthemen, so zumindest die Überzeugung der Darsteller, überhaupt nicht auskennen.

Seit Anfang der Herbstferien steht nun die mobile Bühne im Gemeindesaal und nimmt nicht weiniger als ein Drittel davon ein. Auch dieser Umstand ließ also schnell erkennen, dass die Zuschauerzahlen nur gering sein können. Um wenigstens den Angehörigen der Akteure ein Live-Erlebnis zu ermöglichen, hat die Theaterwerkstatt vier Aufführungen an zwei Tagen, also in sehr dichter Abfolge, anberaumt.

Für alle anderen soll „Auf die Eltern – fertig – los!“ aufgezeichnet werden. Ob auf Youtube, Zoom, DVD oder in den Köpfen der Akteure – auf irgendeine Weise wird es bleibende Erinnerungen geben. Schließlich sei das Thema der Theater-Revue zeitlos, findet Hennig. Denn wie sagte bereits Loki Schmidt, die Ehefrau des Altbundeskanzlers Helmut Schmidt: „Hüte dich davor, jemals ganz erwachsen zu werden.“ Jetzt hoffen Edelfried Hennig und seine vielen Akteure erst einmal auf eine erfolgreiche Aufführung – mit anderen Worten: „In dem kleinen Spalt zwischen Zuviel und Zuwenig wohnt der endlose Applaus.“

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