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Daverden feiert ganz grandios

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Die Kinder von Drums Alive ließen das auf der Bühne so richtig knallen. Zur eigenen Freude und großen Begeisterung des Publikums.
Die Kinder von Drums Alive ließen das auf der Bühne so richtig knallen. Zur eigenen Freude und großen Begeisterung des Publikums. © Wenck

Daverden – „Ich finde, es war ein grandioser Festakt“, meinte Moderator Dirk Kühl am offiziellen Ende dieses Abends im Waldschlößchen zu Daverden. Der daraufhin ausbrechende Beifallsorkan lässt die berechtigte Vermutung zu: Das sahen noch viele, viele Menschen ganz genau so. Auf jeden Fall war es ein ganz besonderer Abend, an dem der TSV Daverden im 102. Jahr seines Bestehens endlich seinen 100. Geburtstag feierte.

Wegen Corona, weswegen auch sonst, waren die lange geplanten und bestens vorbereiteten Jubiläumsveranstaltungen immer wieder verschoben worden. Jetzt also gab es endlich den Festakt. Auf einem Donnerstag. Aber nicht irgendeinem Donnerstag. Es war der 5. Mai. An diesem Tag wurde der MTV Daverden gegründet, im Jahre 1920, im Waldschlößchen.

Das Gründungslokal heißt immer noch so, aus dem Männerturnverein (MTV) ist schon 1946 der Turn- und Sportverein (TSV) geworden. Landrat Peter Bohlmann meinte, er hätte als Cluvenhagener fast ein Heimspiel. „Der TSV Daverden ist einer der größten Vereine im Landkreis Verden“, so Bohlmann, der den Daverdenern dazu eine Besonderheit attestierte: Von Anfang an wurde eigentlich alles mit ganz viel Eigenleistung geschaffen. Seien es nun der Sportplatz oder die Freilichtbühne. Womit wir bei noch einer Besonderheit wären: Beim TSV Daverden sind Sport und Kultur unter einem Dach zuhause. Der 1. Vorsitzende des Daverdener Vereins, Lehrer Johann Hollmann, habe vor mehr als 100 Jahren die Jugend aus der Niedergeschlagenheit des Ersten Weltkrieges herausholen wollen, meinte der Landrat. Eine Studie habe jetzt gezeigt, das Kinder und Jugendliche gerade aufgrund der Corona-Pandemie sich im Krisenmodus befinden. Und wieder seien die Vereine, der Sport gefordert, würden gebraucht, um diesen Zustand zu beheben.

Wie das gehen kann, hatten die „Drums Alive“-Kinder mit ihrer Trainerin Ina Winkelmann als Auftakt der Showeinlagen bewiesen. Nach einer der musikalischen Auflockerungen des Abends durch die Blaskapelle des TSV unter der Leitung von Hermann Wahlers trat Lars Lorenzen ans Mikrofon. „Ich bin einer der Ersatzbürgermeister“, so Lorenzen. Bürgermeister Andreas Brandt wäre sehr gern gekommen, sei aber erkrankt, ließ der 1. stellvertretende Bürgermeister des Fleckens Langwedel wissen. Der Ur-Daverdener Lorenzen hatte sichtlich und spürbar großes Vergnügen daran, seinem Verein die Grüße und Glückwünsche der Gemeinde zu überbringen. Zur gelinden Fassungslosigkeit seiner Gattin Gudrun ließ Lorenzen die vorbereitete und geprobte Rede dann doch in der Tasche. „Frei reden kann ich besser als ablesen“, lautete seine Begründung. Ob Lorenzen nun einige Zeilen von Joachim Ringelnatz abgelesen hat oder aus dem Gedächtnis vortrug, ist egal, weil es an der Treffsicherheit der Worte für diese Gelegenheit nichts ändert: „Sport stärkt Arme, Rumpf und Beine, kürzt die öde Zeit und er schützt uns durch Vereine vor der Einsamkeit ...“

Der Vereinsvorsitzende Gerd Depke hatte nicht nur die zahlreichen Gäste begrüßt, sondern später dann auch eine lange Liste von Namen, Verdiensten und Ereignissen aus der Vereinsgeschichte vorgetragen. „Die Großfeldhandballspiele – ich kann mich erinnern, wie ich als Kind dabei war, die Spiele auswärts, die Fahrten nach Bremen.“ Das war etwas – und ist es in der Erinnerung heute noch.

Ganz große Unterhaltung boten Volker Penczek und Günther Kothe als Freddie Mercury und Montserrat Caballé.
Ganz große Unterhaltung boten Volker Penczek und Günther Kothe als Freddie Mercury und Montserrat Caballé. © wenck

Ein Video, extra 2019 zum Jubiläum angefertigt, stellte alle Abteilungen des Vereins vor. Aus der Museumskiste hatte man einen Film des NDR aus den 70er-Jahren des vorherigen Jahrhunderts herausgefischt: „Das Trimmdorf des Jahres“ – das war Daverden.

Gerhard Behling gratulierte kurz und knackig für den Kreissportbund, Heribert Knecht übermittelte die Geburtstagsglückwünsche des Präsidiums des Verbands Deutscher Freilichtbühnen, schließlich konnte man ja auch 100 Jahre Schauspiel in Daverden feiern.

Frenetisch bejubelt wurde der Auftritt von Freddie Mercury und Montserrrat Caballé. Volker Penczek und Günther Kothe ließen die beiden Weltstars wieder lebendig werden. Penczeks Geburtstagsrede als Vorsitzender der Abteilung Freilichtbühne war für die Geburtstagsgäste das reinste Vergnügen. Was sollte da obendrauf noch kommen können?

Herr Momsen verkündete mit Unterstützung von Detlef Wutschik seine Sicht der Dinge - und die Daverdener hatten mächtig was zu lachen.
Herr Momsen verkündete mit Unterstützung von Detlef Wutschik seine Sicht der Dinge - und die Daverdener hatten mächtig was zu lachen. © Wenck

Antwort: Werner Momsen, nach eigenen Angaben Klappmaulkomiker. Der Hamburger und sein Mann in Schwarz, Detlef Wutschik mit Wurzeln in Achim-Baden, waren die perfekte Wahl als Showhöhepunkt.

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