Daverden: Erhoffte Zuschüsse für Sanierung des alten Küsterhauses bleiben aus / Hinrich Bischoff: „Akku ist leer“

Abschied von der großen Lösung

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Hinrich Bischoff trat als Vorsitzender des Vereins für Kultur und Geschichte Daverden zurück, das Amt übernimmt seine bisherige Stellvertreterin Theda Henken. Ihr Nachfolger ist Rainer Osterhagen. Den Vorstand vervollständigen Schriftwart Volker Müller und Kassenwart Manfred Knake.

Daverden - Mit stehend dargebrachten Ovationen wurde er verabschiedet: Hinrich Bischoff legte das Amt des Vorsitzenden des Vereins für Kultur und Geschichte Daverden nieder. Zur Nachfolgerin wurde seine Stellvertreterin Theda Henken gewählt. Einstimmig. Als neuer stellvertretender Vorsitzender agiert Rainer Osterhagen. Ebenfalls einstimmig gewählt.

Die Wahl der Vorstandsposten war ein Punkt, der auf der Tagesordnung der außerordentlichen Mitgliederversammlung im gut besuchten Daverdener Gemeindehaus stand. Der zweite große Knackpunkt: der Erhalt des Küsterhauses, der alten Daverdener Schule. „Es wird eine große Herausforderung, doch ich habe ein starkes Team um mich und freue mich auf die Arbeit“, sagte Henken im Hinblick auf die Erhaltung des Küsterhauses. Ihr Stellvertreter stellte sich kurz vor: „Ich wohne in Cluvenhagen, fühle mich aber durch die Arbeit am Küsterhaus hier heimisch.“ Erfahrungen in der Vorstandarbeit bringt er mit: Als er noch in Verden wohnte, war er dort im Vorstand einer politischen Partei aktiv.

Hinrich Bischoff gehört zu den Zehn, die den Verein im Mai 1999 gründeten - seitdem war er im Vorstand tätig: erst als Schriftwart, seit Ende 2010 als Vorsitzender. Er hatte die 750-Jahr-Feier Daverdens mitorganisiert und die Chronik mitverfasst. „Vor drei Jahren kam das Thema Küsterhaus auf. Das hat uns sehr viel Arbeit beschert, und mein Akku ist jetzt leer“, begründete Bischoff seinen Rücktritt.

Einige Worte zum aktuellen Stand: „Der Verein zählt 147 Mitglieder, die Kasse ist gut gefüllt. Beim Küsterhaus steht eine Weichenstellung an, da ist es ein guter Zeitpunkt, das Amt abzugeben.“

Die Weichenstellung war der zweite Punkt der Versammlung: Wie geht es mit dem Küsterhaus weiter? Dazu präsentierte Theda Henken das Ergebnis der Mitgliederbefragung. 97 der 147 Mitglieder hatten geantwortet. „Eine stolze Zahl, danke für eure Teilnahme“, freute sich die Vorsitzende.

Der Umfrage zufolge sagten 82 Mitglieder dem Verein ihre grundsätzliche Unterstützung zu, 83 befürworten eine Beitragserhöhung - momentan zahlen Mitglieder zwölf Euro im Jahr. Eine Mitarbeit können sich 44 Mitglieder vorstellen. „Das Ergebnis ist als Zuspruch für unser Projekt Küsterhaus zu sehen“, bilanziert Henken.

„Die vollständige und nachhaltige Erneuerung des Küsterhauses würde nach Schätzungen des Architekten rund 350 000 Euro kosten. Doch das ist nicht finanzierbar“, sagte die Vorsitzende.

Denn es gibt nicht die Zuschüsse, wie es der Vorstand gehofft hatte. Der hat auch Abstand vom Erbbaurecht genommen. „Dann wären wir für 99 Jahre gebunden und würden unseren jüngeren Mitgliedern viel aufbürden. Denn wir wissen nicht, ob wir die gesamte Summe für die Renovierung zusammenbekommen“, sagte Henken.

Die neue Lösung: „Wir fangen klein an und wollen unsere 55 000 Euro Spendengelder in die Dachsanierung stecken“, sagte Henken. Um das zu bewerkstelligen, hat der Vorstand eine Beschlussvorlage erarbeitet, der die Versammlung mit fünf Enthaltungen zustimmte.

Derzufolge stellt der Verein der Kirchengemeinde seine Spenden für die Teilsanierung des Dachstuhls und zur Sicherung der Bausubstanz zur Verfügung. Im Gegenzug verpflichtet sich die Kirchengemeinde, dem Verein das Nutzungsrecht an Haus und Garten für zehn Jahre einzuräumen – kostenlos. Mit der Option, das Nutzungsrecht zu verlängern und in ein Erbbaurecht umzuwandeln.

„Ein guter Vorschlag – da haben beide Seiten etwas davon“, meinten einige Mitglieder. „Das Haus muss ganz dringend saniert werden. Ob das Dach in diesem Zustand einen weiteren Winter übersteht, ist fraglich“, so Hinrich Bischoff. Ein Angebot für eine Dachsanierung liegt dem Vorstand bereits vor.

„Was sagen die Spender zur neuen Situation?“, fragte Gerd Depke. „Die wären einverstanden“, so Henken. Ein Mietvertrag mit der Kirche scheide aus, weil sich die Kirche als Vermieter wohl nicht darauf einlassen werde, das Haus in ordentlichem Zustand zu halten.

Übrigens: Die Landeskirche ist nicht involviert, bestätigte ein Mitglied des Kirchenvorstands auf Bedenken einiger Vereinsmitglieder. „Und die Kirche in Daverden sind wir selbst“, entgegnete Siegfried Schmidt.

Der Vereinsvorstand will dem Kirchenvorstand den Beschluss mitteilen und letzterer will in seiner Sitzung in dieser Woche darüber beraten.

is

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