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Das wäre doch gelacht: Lernen ohne Lehrer an der Oberschule Langwedel

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Was sich in diesem besonderen Fall hinter der Abkürzung LoL verbirgt - nämlich Lernen ohne Lehrer - erfuhren die jungen Damen und Herren aus den sechsten Klassen vom Profil Gesundheit und Soziales.
Was sich in diesem besonderen Fall hinter der Abkürzung LoL verbirgt - nämlich Lernen ohne Lehrer - erfuhren die jungen Damen und Herren aus den sechsten Klassen vom Profil Gesundheit und Soziales. © Hustedt

Langwedel – Gespannt warteten die Schülerinnen und Schüler (zumindest die allermeisten) der drei sechsten Klasse der Oberschule Langwedel, was sie denn im Foyer der Schule so völlig Neues erfahren sollten. Die Antwort: Das Profil Gesundheit und Soziales des 10. Jahrgangs hat im vergangenen Jahr ein Projekt mit dem vielversprechenden Namen „LoL“ entwickelt.

Damit möchten die Zehntklässler den jüngeren Kolleginnen und Kollegen Nachhilfe ermöglichen, und zwar ohne Lehrer. Die Abkürzung „LoL“ steht hier nämlich nicht wie auf dem Handy für „laughing out loud“ (laut Duden „laut herauslachend“), sondern für „Lernen ohne Lehrer“.

Das Profil Gesundheit und Soziales wird von Anne-Charlotte von Witzleben geleitet und betreut. Aber wie sind die Schülerinnen und Schüler überhaupt auf die „LoL“-Idee gekommen? „Wir wollten etwas Soziales machen“, kam die Ansage. Eigentlich wollten die jungen Leute in Altenheimen oder ähnlichen Einrichtungen ihre soziale Ader ausleben, doch das ging nicht. Jeder darf jetzt nur einmal raten, warum nicht. Stimmt: Corona. Also überlegten sie, was sie der eigenen Schule oder vielmehr den Schülerinnen und Schülern Gutes tun könnten – und kamen auf den Gedanken, dass eine Nachhilfe für viele eine echte Hilfe sein könnte. Zumal für die Mitschüler, die im Elternhaus nicht so unterstützt werden können. Das Projekt „LoL – Lernen ohne Lehrer“ war geboren.

Jahrgangsleiterin Yasmin Seebeck stellte das Angebot nun vor versammelter maskierter Mannschaft für die sechsten Klassen vor. Auf einer großen Leinwand wurden einige Statements von Profilmitgliedern per Beamer vorgestellt, wie denn das jetzt fertige Angebot überhaupt zur Serienreife gebracht wurde.

Aus der Not eine Tugend gemacht hat das Profil Soziales des Jahrgangs 10 der Oberschule am Goldbach – und ein Nachhilfeprojekt.
Aus der Not eine Tugend gemacht hat das Profil Soziales des Jahrgangs 10 der Oberschule am Goldbach – und ein Nachhilfeprojekt. © Hustedt

Die Idee war zwar geboren. Damit hatte man aber zunächst nur einen Rohdiamanten, der noch geschliffen werden musste. Mit zahlreichen hilfreichen und informativen Gesprächen mit mehreren Lehrkräften, die sich netterweise extra die Zeit für die Unterhaltungen und die Kursteilnehmer genommen hatten, bekam der Diamant immer mehr Schliff. Ohne Unterstützung der Lehrkräfte hätte das Profil die Umsetzung niemals geschafft, unterstrichen Josefine Bade und Kiara Hoffmeister in einer Stellungnahme.

Das Ziel und Vorhaben ist es nun, die Schülerinnen und Schülern in den Fächern Deutsch, Englisch und Mathematik nach Kräften zu unterstützen.

Zugeben: Die Initiatoren und jetzigen Betreiber haben den Hintergedanken, dass dieses Projekt auch von in Zukunft folgenden 10. Klassen, wenn die jetzigen Profilteilnehmer nicht mehr an der Oberschule am Goldbach sind, weitergeführt werden kann und hoffentlich auch wird. „Lernen ohne Lehrer“ ist den Lehrerinnen und Lehrern sowie den Eltern jetzt per Brief vorgestellt worden, auf der Homepage der Oberschule wurde ein Info-Artikel geschaltet.

„Alle Angesprochenen waren begeistert und angetan von der Idee“, so die Jahrgangsleiterin Yasmin Seebeck. Das Lernen könne auch ohne Lehrer klappen und den Schulcharakter entspannen, zumal in der Corona-Zeit wenig außerhalb der Schule getan werden kann. „Alle Kursteilnehmer hatten ihre Rollen und stellten ihr Projekt auch auf Elternabenden vor“, ergänzte Anne-Charlotte von Witzleben.

„LoL“ wird jetzt immer am Mittwochnachmittag angeboten. Zunächst wird gemeinsam das Mittagessen in der Mensa eingenommen, danach ist erst einmal Freizeit, damit sich alle ein Stück vom Schulstress erholen können. Um 14 Uhr gehen die Nachhilfestunden dann für eineinhalb Stunden los. Gedacht ist, dass jeweils drei Schülerinnen und Schüler aus den sechsten Klassen dieses Angebot erhalten. Für jede Klasse gibt es ein Beraterteam. Jetzt können sich die Schülerinnen und Schüler, die dieses Angebot wahrnehmen wollen, anmelden. Und dann geht es los.  whu

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