Ausstellung des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge

Oberschule Langwedel: „Das passt perfekt“

Ausstellungseröffnung in der Oberschule Langwedel mit ganz viel Abstand und Karl-Friedrich Boese (3.v.li.), Bildungsreferent des Volksbundes aus Lüneburg.
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Ausstellungseröffnung in der Oberschule Langwedel mit ganz viel Abstand und Karl-Friedrich Boese (3.v.li.), Bildungsreferent des Volksbundes aus Lüneburg.

Langwedel – „Wir leben hier wieder ein bisschen Normalität“, meinte Rolf Bartels. Selbst mit medizinischer Maske vor Mund und Nase war der Leiter der Langwedeler Oberschule am Goldbach recht gut verständlich. Das macht vielleicht die Übung, wenn quasi vermummt unterrichtet wird. Wie auch immer: Es sind wieder Kinder in der Oberschule – und zu diesem einen besonderen Termin waren sogar Gäste von außerhalb in der großen Aula erlaubt.

Anlass war die Eröffnung einer Ausstellung des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge. „14/18 – mitten in Europa. Der Erste Weltkrieg“ ist deren Titel.

Die Ausstellung hat der Volksbund speziell für Schulen konzipiert. Eigentlich hätte sie schon längst in Langwedel stehen sollen. Beim vierten Anlauf hat es nun geklappt. Corona ist an der Verzögerung schuld. Dafür ist zur Eröffnung nicht nur Bildungsreferent Karl-Friedrich Böse gekommen. Landrat Peter Bohlmann als Kreisvorsitzender des Volksbundes und Gerd Depke als Geschäftsführer sind neben Bürgermeister Andreas Brandt auch da.

Der Volksbund wurde „genau nach dem Ersten Weltkrieg gegründet“, so Peter Bohlmann. Dem Erhalt und der Pflege der Gräber der Millionen Kriegsopfer hätten sich die Menschen damals verschrieben. Auch zur Mahnung an die Lebenden. Bohlmann sprach von der Bedeutung des Geschichtsunterrichts, wie wichtig es sei, alltäglich für den Frieden zu kämpfen, gerade in Deutschland. „Krieg beginnt da, wo man Menschen abwertet“, so Bohlmann. Krieg beginne da, wo sich Rassismus und nationale Überheblichkeit Bahn brechen.

Als „Weltenbrand“ und „Urkatastrophe“ wird der Erste Weltkrieg auch bezeichnet, so Karl-Friedrich Boese. „Ich bin von Haus aus Lehrer – und stehe hier heute endlich seit längerer Zeit mal wieder vor Schülerinnen und Schülern.“ Der „erste mechanisierte Krieg“ ist dieser Weltkrieg zu Beginn des 20. Jahrhunderts gewesen. Hüte schwenkend, singend sind die jungen Männer im Sommer 1914 voller Begeisterung in den Krieg gezogen, in dem Glauben, Weihnachten wieder siegreich zu Hause zu sein. Vier Jahre später hatte der erste Weltenbrand 20 Millionen Tote und mindestens so viele Verletzte gefordert.

„Menschenverachtend“, sei dieser Krieg gewesen“, so Schulleiter Rolf Bartels, der die Ausstellung als eine Möglichkeit sieht, einem der Ziele der Langwedeler Oberschule näher zu kommen: Die Erziehung der jungen Menschen zu mündigen Bürgern. „Das passt perfekt“ meint Konrektor Derik Eicke mit Blick auf die Ausstellung. Der Erste Weltkrieg ist Thema in der achten Klasse. Darum gibt es auch Fragen und Arbeitsaufträgen aus einem Aufgabenkatalog, den der Volksbund passend zur Ausstellung herausgegeben hat.

Die ist nur eines von mehreren Schulprojekten, die der Volksbund in Niedersachsen anbietet. Mit Geschichts- und Erinnerungstafeln möchte man auf die letzten Ruhestätten von Kriegsopfern aufmerksam machen, mit einem Namensziegelprojekt in Massengräbern verscharrten Opfern einen Teil ihrer Menschenwürde zurückgeben.

In der Oberschule Langwedel ist diese Erinnerungskultur angekommen. Zweimal im Jahr schmücken zum Beispiel Oberschülerinnen und Oberschüler den Gedenkstein auf dem Friedhof Daverden für die im Zweiten Weltkrieg hier bestatteten Zwangsarbeiterkinder.

www.volksbund.de

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