Privater Hilfseinsatz: Von Normalität weit entfernt

Langwedeler Feuerwehrleute im Ahrtal: „Das ist eine andere Welt“

Man ahnt es am Hintergrund: Längst sind nicht alle Flutschäden beseitigt, Arbeit gab es für die Helfer im Alter von 15 bis 58 Jahren aus Langwedel, Daverden und Riede auch am vergangenen Wochenende immer noch genug.
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Man ahnt es am Hintergrund: Längst sind nicht alle Flutschäden beseitigt, Arbeit gab es für die Helfer im Alter von 15 bis 58 Jahren aus Langwedel, Daverden und Riede auch am vergangenen Wochenende immer noch genug.

Langwedel – Zehn Wochen ist die große Flutkatastrophe an der Ahr jetzt her. Das Thema verschwindet so langsam aus den großen Nachrichten. „Da ist immer noch unfassbar viel Arbeit. Wir hätten noch drei Wochen am Stück dort zu tun gehabt. Oder bis zum Jahresende“, berichtet Frank Weiberg.

Der Langwedeler ist am Wochenende wieder zum Helfen im Ahrtal gewesen. Mit ihm gefahren sind am vergangenen Freitag noch weitere Feuerwehrleute, insgesamt waren sie vier aus Langwedel, einer aus Daverden und sieben aus Riede. Mit zu der Gruppe gehörte noch Matthias Drees. Er war bei der Feuerwehr Riede, lebt heute im Landkreis Ahrweiler und gehört dort zum Löschzug Plöckhausen.

Der erneute Hilfseinsatz war nur möglich, weil es Spender, Sponsoren gab. „Das Autohaus Korte und Meyer hat uns einen VW-Bus gestellt, einen Neun-Sitzer. Und bei der Avia-Tankstelle in Cluvenhagen durften wir kostenlos tanken.“

Diesmal quasi im Gepäck: eine gebrauchte Heizung. „Ein Rentnerpaar aus Armsen hatte mich auf der Arbeit angerufen“, so Weiberg, hauptberuflich Kämmerer der Gemeinde Kirchlinteln. Die Armser hatten ihr Haus auf Fernwärme umgestellt, ihre Gastherme war aber noch da. Jetzt aber steht sie im Haus eines Paares in Insul im Landkreis Ahrweiler. „Als ich da angerufen und gesagt habe: Ich hab eine Heizung für euch – da war da am anderen Ende der Leitung nur Schluchzen zu hören“, so Frank Weiberg. Die Weitergabe der gespendeten Heizung, der Arbeitseinsatz vor Ort, alles läuft über ehrenamtliche Helfer und die sozialen Netzwerke. Die Gruppe aus dem Landkreis Verden wurde am vergangenen Wochenende an verschiedene Privatleute vermittelt. Für Abbrucharbeiten, Fliesen und Putz von den Wänden holen. „Da gibt es noch so viele Häuser ohne Heizung, ohne Strom, ohne fließend Wasser.“ Die Menschen sind bei Freunden, Bekannten oder in Ferienwohnungen untergekommen. Die Empfänger der gespendeten Heizung möchten Ende Februar wieder in ihrem Haus sein. „Unvorstellbar, wie das immer noch aussieht. Das ist eine andere Welt.“

Die Dankbarkeit der Menschen vor Ort für die Hilfe, der Zusammenhalt, alles sei unverändert groß. Aber es sind immer weniger Helfer von außerhalb unterwegs, hat Weiberg beobachtet.

Überall im Ahrtal finden die Helfer Belege, dass ihre Arbeit mit großer Dankbarkeit angenommen wird.

Was sich für den 41-Jährigen nicht nur dadurch erklärt, dass Ahrweiler nicht mehr so in den Berichten präsent ist. Viele Helfer, die auch schon öfter im Einsatz waren, haben ihren Jahresurlaub aufgebraucht. Die eigene Familie, die eigenen Angelegenheiten verlangen auch ihr Recht. Frank Weiberg hat die volle Unterstützung seiner Partnerin. „Ohne die Familie ginge das alles gar nicht.“ Aber jetzt ist auch bald der eigene Urlaub dran. Aufgeben wird der Langwedeler die Hilfseinsätze nicht. „Das nächste Mal fahren wir aber erst wieder im November.“

Wer noch für die Flutopfer und die Hilfseinsätze spenden möchte und gern eine Spendenquittung hätte, kann das über den Förderverein der Feuerwehr Langwedel abwickeln. „Das ist selbstverständlich mit dem Förderverein geregelt und mit dem Finanzamt abgestimmt.“

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