Containeranlage hinter dem Langwedeler Bauhof geplant

Flüchtlinge ins Gewerbegebiet

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Hinter dem Langwedeler Bauhof soll die Containerwohnanlage für Flüchtlinge entstehen.

Langwedel - Jetzt wird es ganz schnell konkret: Im Flecken Langwedel wird es bald die erste Sammelunterkunft für Flüchtlinge geben. Der Verwaltungsausschuss der Gemeinde stimmte zu, dem Landkreis Verden eine 1500 m² große Fläche hinter dem Langwedeler Bauhof zu verpachten.

Geben die politischen Gremien beim Landkreis grünes Licht, wird hier im Daverdener Gewerbegebiet mit der Zuwegung über die Straße Am Hirsekamp eine zweigeschossige Containerwohnanlage errichtet, die maximal 60 Menschen beherbergen kann. Angelegt werden auch Parkplätze, ein Müllsammelplatz und Fahrradständer.

Durchweg glücklich ist man in der Langwedeler Politik und Verwaltung mit dem eher abgelegenen Standort nicht. Zum Einen gilt es zu gewährleisten, dass die benachbarten Firmen in ihrem Betrieb nicht eingeschränkt werden.

Im Hinblick auf die Integration der Flüchtlinge hält man den Standort auch nicht gerade für optimal. Aber immerhin sind Schule und Einkaufsmöglichkeiten nur 1500 Meter entfernt. Und die Menschen werden länger bleiben. Es geht um Regelzuweisungen, nicht um eine Erstaufnahme.

Bei der Suche nach Standorten für Sammelunterkünfte im Flecken entpuppten sich etliche Flächen als nicht geeignet, weil zu nah an der Bahn. Container- und Leichtbauunterkünfte lassen sich nicht ausreichend gegen Lärm dämmen.

Mit privaten Investoren sei man auf der Suche nach weiteren Standorten für größere Unterkünfte, so Langwedels Bürgermeister Andreas Brandt. Er bittet Hausbesitzer, Vermieter und Investoren darum, Wohnraum zur Verfügung zu stellen bzw. neu zu schaffen – um die Flüchtlinge möglichst bald aus den Turnhallen zu bekommen. Auch Container stellten keine dauerhafte Lösung dar, zudem sei generell Bedarf im sozialen Wohnungsbau vorhanden.

Für die Langwedeler sei es zudem von wesentlicher Bedeutung, dass bei den neuen Sammelunterkünften eine regelmäßige Betreuung sicher gestellt ist, um Konflikten vorzubeugen.

Hier dürfte einiges an Aufgaben und Arbeit auf den just gegründeten Verein Flüchtlingshilfe Langwedel (FLAN) zu kommen.

Zur Unterstützung der Ehrenamtlichen und der beiden Ansprechpartner in der Gemeindeverwaltung, Ordnungsamtsleiter Frank-Peter Adam und sein Stellvertreter Hans-Jürgen Zerwowski, könnte zur Betreuung der Flüchtlinge auch eine Fachkraft von SoFa (Sozialpädagogische Familien- und Lebenshilfe) mit einem Stundenkontingent eingestellt werden – das allerdings ist noch im Gemeinderat zu diskutieren und zu beschließen.

Unter der Regie von SoFa wird unter anderem der Langwedeler Jugendtreff geführt. SoFa ist auch beim Landkreis für die Betreuung von Flüchtlingen engagiert.

Bevor die Wohnanlage im Gewerbegebiet in Betrieb genommen wird, will die Gemeinde noch zu einer Informationsveranstaltung einladen, so Bürgermeister Brandt. Er rechnet damit, dass sich aufgrund der Dringlichkeit bei der Flüchtlingsunterbringung auf der Fläche, auf der der Bauhof aktuell noch seinen Grünschitt ab- und zwischenlagert, bald etwas tut: „Mit dem Baubeginn ist kurzfristig zu rechnen.“

jw

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