„Seid etwas ganz Besonderes“

Abschlussjahrgang der Helene-Grulke-Schule macht gestern den großen Abflug

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Und raus mit Applaus: Gestern Mittag machten die Schüler des diesjährigen Entlassjahrganges der Helene-Grulke-Schule im wahrsten Sinne des Wortes den Abflug. J Foto: Stiftung Waldheim / Katharina Englisch

Cluvenhagen - Es endete tatsächlich, wie es groß angekündigt worden war: „Wir machen den Abflug“. Die fünf Schüler der Abschlussklasse wurden vom Lehrerkollegium und den anderen Schülern im hohen Bogen durch die große Eingangstür der Helene-Grulke-Schule katapultiert und landeten draußen. Und zwar sanft und weich auf einer dick gepolsterten Turnmatte.

Voran ging eine liebevoll inszenierte Abschiedsfeier, zu der alle zusammenkamen: Die 45 Schüler und Schülerinnen der Kooperationsklassen, die in Langwedel, Völkersen, Posthausen, Oyten, Ottersberg und Achim auf Regelschulen gehen und im gemeinsamen Unterricht mit Kindern ohne Behinderung lernen, das gesamte Lehrerteam, die 35 Kinder und Jugendliche, die am Kernstandort der Helene-Grulke-Schule unterrichtet werden und natürlich der Vorstand und Mitarbeiter der Stiftung Waldheim, in deren Trägerschaft die Förderschule für Geistige Entwicklung ist.

Entsprechend voll war es in der Mehrzweckhalle, auf deren großer Bühne ein buntes Rahmenprogramm ablief. Schulsprecher Nico führte als Moderator souverän durch die Veranstaltung, deren Höhepunkt die sehr persönlich gehaltenen Abschiedsworte durch Schulleiterin Meike Holsten waren.

Begleitet von kurzen Filmen auf einer großen Leinwand, die jeden Einzelnen in den rund zwölf Jahren seiner Schulzeit zeigte und damit auch die individuelle Entwicklung verdeutlichte, brachte Meike Holsten auf den Punkt, was die Bilder zeigten: „Unsere Aufgabe war es unter anderem, eure Stärken zu stärken. Ich denke, das ist sehr gut gelungen, denn ihr seid starke Schüler, die gelernt haben, an sich zu glauben, die viele Fähigkeiten entwickelt haben und diesen Fähigkeiten vertrauen.“ Und ihre Träume sollten sich nicht aus den Augen verlieren. Es gelte an sich selbst und die eigenen Kräfte zu glauben – auch und gerade, wenn es nicht immer leicht sein sollte.

Wer sagt denn, dass man in der Schule allein lesen, rechnen, schreiben und solche Sachen lernt. Tim hat Gitarre spielen gelernt, hatte auf der Entlassfeier einen Solo-Auftritt und spielte zusammen mit drei Lehrer „Weather with you“ von Crowded House. 

Carl-Georg Issing überbrachte, ausdrücklich auch für seinen Vorstandskollegen Dieter Haase, die Glückwünsche der Stiftungsleitung. „Wir sind stolz auf euch.“ Worauf es großen Applaus gab. Und einen unüberhörbaren Zwischenruf mit der Forderung: „Musik!“

Sollte es geben, und zwar ganz viel. Eigentlich quasi bei allen Programmpunkten. Wie dem Wolkenlied der Kinder aus Völkersen, dem englischen Song aus Posthausen, dem fantastischen Gitarrensolo von Tim. Man kann gar nicht alles aufzählen. Eines noch: Harald Ziegler musste auf die Bühne und bekam ein Ständchen. Der Pädagoge hatte gestern Geburtstag.

Irgendwann kam dann der bereits eingangs geschilderte unvermeidliche Abflug. Verbunden mit vielen guten Wünschen, wie dem von Meike Holsten, dass es für die Entlassschüler im weiteren Leben nie eine Bauchlandung geben möge. Alexander, Philip, Nick, Tim und Pascal werden nun ihre Ausbildung in den Berufsbildungsbereichen von Werkstätten für behinderte Menschen absolvieren.

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