Klientel mit steigenden Zahlen

Claus Willenbrock berät seit zehn Jahren Menschen mit Handicap

Claus Willenbrock berät seit zehn Jahren ehrenamtlich Menschen mit Handicap. Wegen Corona verlagerte er seine Arbeit zwischenzeitlich nach Völkersen.
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Claus Willenbrock berät seit zehn Jahren ehrenamtlich Menschen mit Handicap. Wegen Corona verlagerte er seine Arbeit zwischenzeitlich nach Völkersen.

Langwedel – Im Juli 2011 ging der Eisenbahner Claus Willenbrock in Pension, an den Ruhestand dachte er dabei aber noch nicht. Einige Ehrenämter standen auf seinem „Zukunftszettel“. Seit gut zehn Jahren berät der Völkerser nun Menschen mit Handicap im Langwedeler Rathaus. Sein Klientel seien „zu beratende Bürger mit steigenden Zahlen“, sagt er.

Willenbrock brachte bereits einen großen Erfahrungsschatz in seine ehrenamtliche Tätigkeit mit: Vor seinem Ausscheiden aus dem Eisenbahnerdienst war er 20 Jahre Vertrauensmann für Schwerbehinderte beim Bundeseisenbahnvermögensamt Hannover. Die gleiche Funktion bekleidete er 20 Jahre bei der DB Netz AG Bremen. Auch beim Bundesbahn Sozialwerk (BSW) der Bahn, Bereich Soziales in Bremen, hatte Willenbrock ein Ehrenamt. Langwedels Bürgermeister Andreas Brandt, lange Jahre Betriebsratsvorsitzender beim Bundesbahn-Ausbesserungswerk (AW) Bremen, hatte Willenbrock vor zehn Jahren gefragt, ob er sich ein ähnliches Ehrenamt für Langwedeler Bürger mit Handicap vorstellen könne. Zusammen mit dem Langwedeler Hermann Bunke (der 2019 verstarb) und dem damaligen Ortsamtsleiter Gerd Brandt etablierten sie im Rathaus einen Sprechtag für Menschen mit Handicap. Schon zu Beginn waren die Sprechzeiten jeweils am dritten Donnerstag des Monats.

Nach eigenen Worten bewegen Willenbrock menschliche Schicksale: „Allein lebende Personen stehen oft hilflos vor ihren Aufgaben und möglichen Anträgen“, erzählt der langjährige Ehrenamtler. Für die Betroffenen setzt er sich intensiv ein. So konnte Willenbrock für die Antragsteller vor den Sozialgerichten schon einige Verfahren gewinnen.

Neue Gesetze und Gutachten, die Menschen mit Behinderungen betreffen, wurden von den Bundesbehörden in Berlin in den vergangenen Jahren laufend verabschiedet. Änderungen gab es zudem bei den steuerlichen Richtlinien. Große Hilfe erfährt Willenbrock durch die Verwaltung im Rathaus. Über Änderungen in der Gesetzeslage wird er stets auf den neuesten Stand gebracht. Als Willenbrock begann, sich ehrenamtlich zu engagieren, beschränkte sich das Arbeitsumfeld noch vielfach auf Hilfsmittel wie Papier und Bleistift. Heute ist der Umgang mit dem Internet selbstverständlich und eine große Hilfe in der Beratertätigkeit.

2015 wurde Hermann Bunke aus dem Rathaus verabschiedet, seither arbeitet Willenbrock überwiegend alleine. Als Hilfskraft steht ihm seit Kurzem Ines Müller-Helmke zur Seite. Vom Senioren- und Pflegestützpunkt des Landkreises Verden ist jetzt auch Nina Dierking mit beim Sprechtag.

Zu Beginn der Corona-Pandemie verzeichnete Willenbrock bei seinen Beratungen einen plötzlichen Abriss der sonst gut nachgefragten Termine. Als andere ins Homeoffice gingen, verlagerte er seine Arbeit in sein Büro in Völkersen. Die Corona-Vorschriften wurden bei allen Beratungsterminen vor Ort eingehalten. „Verschwiegenheit bei den Anträgen ist eine Selbstverständlichkeit, zudem kommen die Anträge im Rathaus unter Verschluss“, betont Willenbrock.

Claus Willenbrock möchte trotz seines hohen Lebensalters von 75 Jahren weitermachen. „Noch macht es mir Spaß“, sagt er. Die Sprechtage, stets am dritten Donnerstag im Monat, jetzt wieder im Rathaus, seien gut besucht. Da Willenbrock im August im Urlaub ist, wird er seine Warteliste erst anschließend abarbeiten können. Den Sprechtag für Eisenbahner am zweiten Mittwoch des Monats am Bremer Hauptbahnhof möchte er ebenfalls fortführen. Ehrenamtlich aktiv ist Claus Willenbrock zudem im Gemeinderat Langwedel und im Ortsrat Völkersen (FDP-Fraktion). Beides möchte er auch nach den Gemeinderatswahlen im September weitermachen und hofft auf Wählerstimmen.

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