Chanson-Abend im Etelser Schloss

Hommage an einen Spatz

Sven Selle, Anna Haentjens und Heiko Quistorf transportierten im großen Saal des Etelser Schlosses mit aller Kraft die Freude und Schwermut des französischen Chansons. - Foto: Schmidt

Etelsen - Mit einer „Hymne à l‘amour – eine Hommage an Edith Piaf“ verzauberte Chansonnière Anna Haentjens ihr Publikum im Etelser Schloss am Sonnabend. Anekdoten aus dem Leben der großartigen Künstlerin lieferten einen tiefen Einblick in ihre Biografie sowie unterhaltsame Überleitungen zu den jeweiligen Stücken.

Die nur 1,47 Meter kleine Edith Piaf verfügte über eine große Stimme, mit der sie die Herzen der Menschen berührte. Größe bewies auch Anna Haentjens, deren Gesang und Rezitation von Sven Selle (Klavier) und Heiko Quistorf (Akkordeon) instrumental begleitet wurde. Der Auftritt bildete den letzten Teil einer Konzertreihe des Schlosspark-Vereins.

Mit nur 47 Jahren starb Èdith Giovanna Gassion 1963 an den Folgen einer Krebserkrankung nach vielen unglücklichen Liebschaften, Krankheiten und Alkoholexzessen. Im vergangenen Jahr wäre sie 100 Jahre alt geworden.

Ihr zu Ehren präsentierten die drei Musiker ein Programm mit 17 Piaf-Chansons. Im ausverkauften Konzertsaal hörte das begeisterte Publikum unter anderem „Non, je ne regrette rien“, „Sous le ciel de Paris“, „Milord“ und „Comme un moineau“ (Wie ein Spatz), in dem Sängerin Kindheitserfahrungen verarbeitet. „Für mich ist das Singen eine Flucht in eine andere Welt“, soll die französische Sängerin gesagt haben, „ich stehe dann nicht mehr auf dem Boden.“

Mit ihrer Kunst erhob sich die Französin vom bettelarmen Gossenkind zum international gefeierten Star. Das Chanson diente dabei nicht zufällig als Mittel zum Zweck: Die Bewohner in den wohlhabenden Pariser Quartiers, auf deren Straßen Edith Piaf ihre Karriere startete, wollten lieber tragische als fröhliche Lieder hören. Gleichzeitig fand die Sängerin in den schwermütigen Liedern ihr Ausdrucksmittel. Kein Klassiker fehlte: „L’Homme de Berlin“, „Padam, padam“, „Les amants de Paris“, „La vie en rose“ und natürlich „Hymne à l’amour“ fehlten nicht. Die meisten Stücke singt Haentjens auf Französisch, manche in deutscher Übersetzung.

Der Abend setzte einen starken Schlusspunkt hinter die Konzertreihe auf dem Schlossgelände in diesem Jahr. Anna Haentjens erweckte mit ihrer Stimme den Mythos und das Leben der Edith Piaf. Während sie die Lieder sang, öffnete auch Anne Haentjens ihre Seele und verneigte sich damit vor dem Werk der Èdith Giovanna Gassion. 

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