Bundestagsabgeordneter Behrens bemängelt Gesetzentwurf der Regierung

Linke fordert ein „klares Frackingverbot“

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Linke-Bundestagsabgeordneter Herbert Behrens (links) steht hier mit Vertretern von drei Bürgerinitiativen vor der Erdgas-Förderstelle Völkersen Nord Z2/Z3, wo die RWE-Dea Lagerstättenwasser in 5000 Metern Tiefe verpressen will: (von links) Dr. Hinrich Osmers (BI Intschede), Udo Haberkorn, Sigrid Meyer-Klein, Wolfgang Marschhausen (alle BI Langwedel) und Andreas Noltemeyer (BI Völkersen). Die hier Versammelten wenden sich gegen dieses Vorhaben.

Völkersen - „Wir fordern ein klares Frackingverbot“, sagt Herbert Behrens, Bundestagsabgeordneter der Linken für den heimischen Wahlkreis. Die geplante neue Gesetzgebung der Großen Koalition rund um die Erdgasförderung sei „vollkommen unzureichend“, erklärte er am Mittwoch bei einem Pressetermin an der Förderanlage Völkersen Nord Z2/Z3 der RWE-Dea.

Nach dem Entwurf von Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) sollen seinen Worten zufolge zwar einzelne Bereiche wie Trinkwassergewinnungsgebiete besser vor beim Fracking verwendeten chemischen Stoffen geschützt werden. Das was nutze das? „Auch dann können doch durch horizontale Bohrungen Trinkwasserschichten im Erdreich gefährdet werden“, stellte Behrens mit Blick auf die „heutigen Möglichkeiten der Technik“ fest. Das Gesetz folge eher den Interessen der Industrie und weniger den Vorschlägen der Bürgerinitiativen (BI), befand der Abgeordnete im Beisein von Vertretern der drei BI „No Fracking im Erdgasfeld Völkersen“, „Flecken Langwedel gegen Gasbohren“ und „Intschede – Wesermarsch ohne Bohrtürme“.

Und andere Gefahrenpunkte infolge der Erdgasförderung wie etwa Erdbeben oder das Verpressen von „zum Teil hochgiftigen Lagerstättenwasser“ im Erdreich würden „überhaupt nicht angegangen“, bemängelte Behrens beim Ortstermin. Seine hiesigen Bundestagskollegen Andreas Mattfeldt (CDU) und Christina Jantz (SPD) bemühten sich zwar darum, das zu ändern, aber damit stünden sie in ihren Fraktionen auf verlorenem Posten. Er wolle dennoch weiter Gespräche mit beiden führen, „um die hochrisikoreichen Technologien zu beschränken“.

Im Hinblick auf die geplante Verpressung des Lagerstättenwassers im Bereich der ehemaligen Förderstelle Völkersen Nord Z3 an der Straße Düvelshagen am Spanger Forst in rund 5000 Metern Tiefe solle die RWE-Dea doch den Vorreiter für andere Unternehmen in der Branche spielen, merkte Andreas Noltemeyer von der BI „No Fracking im Erdgasfeld Völkersen“ an. „Exxon-Mobil und Wintershall gucken genau hin, was hier möglich ist.“

130000 Kubikmeter Lagerstättenwasser, das pro Jahr bei der Erdgasförderung in einem Umkreis von 80 Kilometern anfalle, wolle die RWE-Dea am Rande der Ortschaft Völkersen verpressen, informierte Noltemeyer. Aus Gründen des Schutzes der Umwelt, des Trinkwassers, von Menschen, Tieren und Pflanzen sei zu hoffen, dass das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie sowie die Regierungen in Hannover und Berlin diesem Vorhaben einen Riegel vorschiebe, war er sich mit Udo Haberkorn, Sigrid Meyer-Klein und Wolfgang Marschhausen von der Langwedeler BI sowie Dr. Hinrich Osmers von der BI Intschede einig.

Herbert Behrens, der neue Vorsitzende der Linken in Niedersachsen, sah das genauso. Seine Partei fordere eine oberirdische Reinigung und Entsorgung des problematischen Wassers.

mm

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