Bürgerinitiative organisiert Vortrag zu Erdgasförderung und Trinkwasser

„Kann nicht ausschließen, dass etwas passiert“

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Die Sprecher der Bürgerinitiative Langwedel, Gero Landzettel (li.) und Sigrid-Meyer-Klein, begrüßen die Referenten, den Diplom-Geologen Dr. Udo Schmidt (2. v. li.) und den Geschäftsführer des Trinkwasserverbands, Stefan Hamann.

Intschede - „Mir ist vieles klargeworden: Begriffe, Zusammenhänge, und vor allem, wie sich Grundwasser in der Erde verhält“, resümierte Gero Landzettel nach rund zwei Stunden. Die Bürgerinitiative (BI) „Flecken Langwedel gegen Gasbohren“ hatte eine Vortrags-Veranstaltung zum Thema „Erdgasförderung und Trinkwassergewinnung“ organisiert.

Etwa 50 Besucher - Mitglieder von Bürgerinitiativen aus Langwedel, Völkersen und Intschede sowie Interessierte - kamen dazu am Donnerstagabend in die Gemeinschaftssportanlage Intschede.

„Unsere drei BI arbeiten eng zusammen, und die Intscheder haben uns den freien Raum vermittelt“, erklärte Landzettel den Grund, warum er und seine Sprecher-Kollegin Sigrid Meyer-Klein auf die andere Weserseite geladen hatten.

Diplom-Geologe Dr. Udo Schmidt von der Ingenieurgesellschaft Schmidt in Stade und der Geschäftsführer des Trinkwasserverbands Verden, Stefan Hamann, informierten. Erstgenannter besonders anschaulich. Woher kommt das Wasser, das zu den Brunnen fließt? - die Frage beantwortete Schmidt ausführlich. „Das Grundwasser wird in den oberen 300 Metern gewonnen, nur das ist genießbar“, sagte er. Dementsprechend werde im Wasserwerk Panzenberg in Tiefen bis zu 271 Meter gebohrt. Sieben Brunnen, aufgestellt in einer Reihe, fördern das Wasser zutage.

Gebohrt wird im Rinnensystem, das während der vorigen Eiszeit entstanden war. „Rinnensysteme sind für die Trinkwassergewinnung begehrt. Dort gibt es dicke Sandschichten, und wo viel Sand ist, gibt es auch viel Wasser.“ Nach unten begrenzt Ton den „süßwassererfüllten Raum“, wie die für die Trinkwassergewinnung genutzte Schicht im Fachjargon bezeichnet wird.

Gut verständlich erklärte Schmidt die Bewegung des Grundwassers, also den Weg der Wasserteilchen, am Strömungsmodell: „Das Wasser fließt immer zum tiefsten Punkt. Das sind hier die Vorfluter Aller, Weser und Wümme. Auf dem Weg dorthin bewegt sich so ein Teilchen auch schon mal über kleine Unebenheiten hinweg.“ Heißt: Es strebt quer durch die Rinne zu einem der Flüsse. Wenn da nicht die Brunnen wären. „Die Brunnen stehen der Natur im Wege“, sagte der Referent. Je nachdem, von wo sich das Teilchen aufmacht, kann es jahrzehntelang dauern, bis es am Brunnen ankommt. Und: „Lagerstättenwasser verhält sich wie Grundwasser, es bewegt sich nur etwas langsamer.“

Eine Frage beschäftigte die Besucher besonders: „Kann man es verantworten, dass Lagerstättenwasser in 4 bis 5 000 Meter Tiefe verpresst wird?“ - Schmidts klare Antwort: „Ich kann nicht ausschließen, dass etwas passiert, weil wir nicht wissen, wie der Untergrund beschaffen ist. Bevor verpresst wird, sollte man das nachweisen, die Technik dafür gibt es bereits.“ Applaus vom Publikum.

Trinkwasserverbands-Geschäftsführer Hamann gab sich zurückhaltend, er wirkte sehr vorsichtig. Nur in den Schutzzonen um die Brunnen herum könne der Verband agieren. Es sei jedoch geplant, dass die Bereiche dem Einzugsgebiet der Brunnen angeglichen werden. Für den Fall, dass das Grundwasser verschmutzt werde, stelle man den entsprechenden Brunnen ab. Und: „Wir können kontaminiertes Wasser aufbereiten; Benzol, Quecksilber und Schwermetalle unter anderem mit Aktivkohlefilter.“ Bisher gäbe es aber keinen Nachweis einer Verschmutzung. is

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