Bistum Hildesheim veranstaltet ökumenischen Kreuzweg / „Keine Protestaktion“

Bewahrung der Schöpfung und Erdgasförderung

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Sabrina Stelzig, Claus-Dieter Paschek und Eberhard Walther haben die Stationen des Kreuzweges (unter anderem die Kapelle in Schülingen) schon gemeinsam besucht.

Holtebüttel - Seit sechs Jahren veranstaltet das Bistum Hildesheim jährlich den ökumenischen Kreuzweg der Schöpfung. Während der Fastenzeit führt er an immer an verschiedene Orte, wo an der Bewahrung der Schöpfung gerüttelt wird, erklärt Eberhard Walther von der Verdener Propsteigemeinde St. Josef. Wegen der umstrittenen Erdgasförderung führt der Weg in diesem Jahr am 28. Februar durch die Gemeinde Langwedel.

Demonstrationen und Aktionen gegen die Praktiken der Erdgasindustrie gab es schon mehrfach, organisiert zumeist von Bürgerinitiativen. Jetzt bringt sich auch die Kirche ein und Walther freut sich, dass der evangelische Kirchenkreis sich ebenfalls daran beteiligt und gemeinsam mit dem Dekanat Verden den Kreuzweg organisiert. Ganz bewusst wird der Kreuzweg ökumenisch gegangen, erklärt Walther. Konfessionsübergreifend, überparteilich, für alle Menschen, ganz gleich welchem oder ob sie überhaupt einem Glauben angehören. Die Deutsche Erdöl AG (DEA) werde ebenfalls dazu eingeladen.

„Ausgewählt werden immer wieder Orte, an denen gedankenlos und verantwortungslos mit der Schöpfung umgegangen wird“, sagt Walther zu der Idee des Kreuzweges. „Es geht nicht darum, dass kein Gas mehr gefördert werden soll und es ist auch keine Protestaktion“, betont der Verdener.

Doch die Erdgasförderung müsse im Einklang mit der Natur und der Bevölkerung erfolgen. Die Suche nach einem neuen Bohrplatz in Walle versetzte dort gerade viele Bürger in Angst. Die Gefahren durch das Verpressen von Lagerstättenwasser seien nicht kalkulierbar und die Erdbeben nehmen regional immer mehr zu.

Mit dem Kreuzweg will man die Menschen hinsichtlich der Schöpfungsverantwortung sensibilisieren, was zugleich bedeutet, dass jeder sein persönliches Verhalten beim Energieverbrauch überdenken sollte, so Walther, „denn die Bewahrung der Schöpfung ist für alle nachfolgenden Generationen von Bedeutung.“

Der Termin wurde bereits im Dezember festgelegt, aber im Detail wird an den Abläufen noch gefeilt. An den Vorbereitungen beteiligt sind unter anderem Pastor Dieter Sogorski von der Domgemeinde und Thomas Vogel von der Bürgerinitiative „No Fracking“ in Völkersen. Gemeinsam mit Claus-Dieter Paschek, Vorsitzender des Diözesanrates im Bistum Hildesheim, und Geschäftsführerin Sabrina Stelzig hat er die drei Stationen des Kreuzweges besucht.

Starten wird dieser am 28. Februar um 14 Uhr an der Freilichtbühne Holtebüttel. Von dort geht es zu Fuß über einen Feldweg zur Friedhofskapelle nach Schülingen und weiter zur evangelischen Kapelle in Völkersen, wo es zum Abschluss eine ökumenische Wortgottesfeier geben wird. Angekündigt hat sich bereits Prof. Dr. Dr. Thomas Sternberg, Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken.

wb

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