Was die Bindung zwischen Kindern und Eltern bedeutet und was sie bewirkt

„Ich nehme dich wichtig“

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Gudrun Aepfler wollte in Langwedel Eltern Mut machen und dabei erklären, „Wie Bindung unsere Kinder stärkt“.

Langwedel - Nicht die Gene, auch nicht der Charakter oder das Temperament prägen entscheidend die Beziehung eines Menschen mit seinen Mitmenschen. Sondern die Qualität der Bindung eines kleinen Menschen (schon vor der Geburt) zu seinen Eltern. Davon ist jedenfalls Gudrun Aepfler, Traumapädagogin beim Martinsclub in Bremen überzeugt.

„Wie Bindung unsere Kinder stärkt“ – war dann auch der Titel eines Abends für Eltern und andere Interessierte aus Kindertagesstätten (Kitas) und Grundschule im Langwedeler Rathaus. Zu diesem Abend hatten die Kita Daverden und der Fachdienst Jugend und Familie des Landkreises eingeladen. Der Bürgersaal war auch gut gefüllt – aber überwiegend mit Fachpublikum, Erzieherinnen und Pädagoginnen. Die Eltern waren entschieden in der Minderheit. Eigentlich hatten sich die Veranstalter das ja eher umgekehrt gewünscht.

Sei es drum. Gudrun Aepfler hielt auch vor diesem Publikum ihren „Mutmacher-Vortrag für Eltern“. Der malte, von der Referentin so auch zugegeben und beabsichtigt, ein möglichst ideales Bild von der Bindung zwischen Eltern und Kindern.

Bindungen geben Sicherheit, sind lebenswichtig. „Stabile Bindungserlebnisse bleiben ein Leben lang nachweisbar im Gehirn abgebildet“, so Aepfler. Die natürliche Geburt ist das erste traumatische Erlebnis eines Menschen. „Möge es das einzige bleiben, auf dem Weg zum Werden eines Individuums“, meinte Aepfler.

Wohl wissend, das dem ganz oft nicht so ist. Schließlich speist sich ihre Arbeit als Traumapädagogin aus missglückten Bindungen oder Anti-Bindungen.

Wobei die Ursprünge für solche negativen Entwicklungen nicht zwangsläufig in der gegenwärtigen Generation einer Familie liegen – sondern oft aus Vorgenerationen kommen. Wer ein Trauma erlebt und nicht verarbeitet hat, wer Anti-Bindung erlebt hat – der gibt sie an seine Kinder weiter. Und die wieder an ihre… „Wir sind immer noch eine Kriegsgeneration“, so Gudrun Aepfler, fest davon überzeugt, dass der letzte Weltkrieg auch heute noch in Familien nachwirkt.

Dabei prägt die Qualität der Bindung eines Kindes zu seinen Eltern, zu seiner Bezugsperson auch das Sozialverhalten eines Menschen. Gemeinsame Rituale, abgesprochene Regeln, gemeinsame Unternehmungen. Einfach einmal zuhören, seinem Gegenüber (und sei er auch noch so klein – oder größer – und widerborstig) das Gefühl vermitteln: „Ich nehme dich wichtig, ich nehme dich an.“

Das können übrigens auch getrennt lebende Eltern hinbekommen, so der Hinweis von Gudrun Aepfler. Und wo man gerade so beisammen saß, war auch der Hinweis angebracht: Kindergärten und Schulen als Aufbewahrungsort für Kinder zu betrachten – ist fatal. Zudem bat sich die Referentin aus, Gemecker und Geschimpfe über Erzieherinnen und/oder Lehrer vor den Kindern in der Familie zu unterlassen. „Aber wenn es Probleme gibt, dann sprechen sie die in den jeweiligen Einrichtungen sofort an. Begegnen sie sich mit Wertschätzung und Respekt.“

Wenn es dann aber mal nicht so läuft, wie man es sich wünscht, gibt es zahlreiche Möglichkeiten Hilfe zu bekommen. In Kitas und Schulen kennt man die richtigen Ansprechpartner. Die finden sich auch beim Landkreis Verden im Fachdienst Jugend und Familie.

jw

www.landkreis-verden.de/kinder-jugend-und-familie

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