Mitglied der CDU-Fraktion will Bürgermeisterin werden

Bijanka Müller kandidiert für die FDP

Bijanka Müller ist Ortsvorsteherin in Haberloh, als Parteilose (bislang) für die CDU im Gemeinderat – und will jetzt bei der Bürgermeisterwahl antreten, mit Unterstützung der FDP.

Langwedel - Für die CDU läuft es im Vorfeld der Ende September anstehenden Wahl des Langwedeler Bürgermeister alles andere als optimal. Der erste Kandidat, Jochen Werwarth, machte einen Rückzieher. Nun schickt der CDU-Gemeindeverband nach einstimmigem Votum einer Mitgliederversammlung Imke Thielker ins Rennen gegen Amtsinhaber Andreas Brandt. Thielker war der Vorschlag des CDU-Vorstandes, andere Bewerber gab es nicht.

Jetzt kommt aber im September mit Bijanka Müller noch eine weitere Kandidatin aus den Reihen der CDU-Fraktion dazu. Die Haberloher Ortsvorsteherin will mit Unterstützung der FDP antreten, und das hat Konsequenzen.

Die CDU-Fraktion im Gemeinderat Langwedel beendet mit sofortiger Wirkung die politische Zusammenarbeit und Gruppenbildung mit Oliver Renken, dem einzigen Ratsmitglied der FDP – obwohl beide Seiten gestern die bisherige Zusammenarbeit als absolut gut und fruchtbar bezeichneten. Zusammenarbeiten will man in Zukunft auch nicht mehr mit Bijanka Müller, so CDU-Fraktionschef Thomas Maruhn.

„Das wird Auswirkungen auf die Besetzung der Ausschüsse nach sich ziehen“, so Maruhn. Oliver Renken rechnet nun damit, demnächst nicht mehr Vorsitzender des Finanzausschusses zu sein. Zwar stehe die Entscheidung der FDP-Mitgliederversammlung noch aus, „höchstwahrscheinlich“ werde Bijanka Müller aber die Kandidatin der FDP – als Parteilose.

„Nachhaltiger politischer Vertrauensverlust“

Über Oliver Renken sei man darüber informiert worden, dass Bijanka Müller sich an die Liberalen gewandt habe, um für die FDP als Bürgermeisterkandidatin anzutreten. Dass sich die FDP entschlossen habe, mit Müller als Kandidatin in den Bürgermeisterwahlkampf zu ziehen, sei, so Maruhn, ein „nachhaltiger politischer Vertrauensverlust“.

Was man bei der FDP nachvollziehen kann, die Trennung gleichwohl „nicht gut“ findet. Man nehme aber auch das Recht in Anspruch, einen eigenen Kandidaten aufzustellen, so Oliver Renken. „Und dann soll man doch dem Bürger die Entscheidung überlassen.“

„Dass sich unser bisheriger Partner FDP für eine Bürgermeisterkandidatin entschieden hat, die Mitglied der CDU-Fraktion ist und über die Stimmen der CDU als Listenkandidatin und zweite Nachrückerin in den Gemeinderat gekommen ist, enttäuscht uns sehr“, so Thomas Maruhn. „Wir erwarten nun von Frau Müller, dass sie den CDU-Ratssitz an die CDU zurückgibt, sodass wir diesen Listenplatz weiter nachbesetzen können. Ansonsten würden die Stimmen, die die CDU seiner Zeit erlangt hat, wegfallen und die CDU-Fraktion wäre nicht mehr repräsentativ entsprechend des Wählerwillens im Gemeinderat vertreten. Das ist nicht nur unfair, sondern auch undemokratisch“, findet Maruhn und erklärt weiter: „Wir gehen unseren politischen Weg mit einer leider dezimierten aber geschlossenen Mannschaft weiter.“

Bijanka Müller sieht in der Tat im Moment keinen Anlass, ihren Ratssitz zurückzugeben. „Ich habe immer total gerne mit der CDU zusammengearbeitet, wir haben die gleichen Ziele verfolgt“, erklärte sie gestern Abend und das sei auch weiter so.

Ihr großes Interesse, als Parteilose in die kommende Bürgermeisterwahl zu gehen, sei schon lange kein Geheimnis mehr gewesen, im Gegenteil: „Das habe ich immer offen kommuniziert.“ 

jw

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