Riemels zum Bier

Heino Meyer unterhält Gäste im Küsterhaus aufs Beste

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Heino Meyer trägt auf Einladung der Kulturvereinsvorsitzenden Theda Henken im Daverdener Küsterhaus sein „Reimgeflüster“ vor.

Daverden – „Ich bin zum ersten Mal im schön sanierten Küsterhaus“, verriet Heino Meyer. Der 71-Jährige aus Verden-Walle war Gast beim jüngsten Themenabend, zu dem die Vorsitzende des Vereins für Kultur und Geschichte Daverden, Theda Henken, viele Gäste begrüßte. „Ich nutze diese Stunde mit einem Bier in der Runde und trage ein paar Riemels vor“, kündigte Heino Meyer an.

Er begann seine Reime mit einem Gedicht über Daverden in Wolken und Licht, um dann die Einweihung des Langwedeler Rathauses im Jahr 1988 zu erwähnen. Meyer war seinerzeit enttäuscht, dass der damalige Bürgermeister Joachim Stünker ihn zu diesem Anlass nicht auf die Rednerliste gesetzt hatte. „Nach der Rede von Landrat Christoph Rippich ging ich ans Rednerpult und fing einfach an – sehr zum Erstaunen von Joachim Stünker, aber das Rathaus ist ja auch für Alt-Nindorf da“, erzählte Heino Meyer launig.

Dieses Rathaus ist ihm lieb und teuer geworden, schließlich war er zehn Jahre lang Mitglied des Gemeinderats. Meyer erzählte von einem Rathausrendezvous und erinnerte an den viel zu früh gestorbenen Ordnungsamtsleiter Gerd Brandt. Nach Einweihung des Verwaltungsgebäudes sprach ihn jemand an: „Das Rathaus hat ja gar keine Hausnummer.“ Brandt, dem es wichtig war, dass jedes Haus eine sichtbare Hausnummer hat, musste dieses kleinlaut einräumen. Auch Daverdens langjähriger Ortsbürgermeister Hans-Hermann Meyer hörte jetzt seinem alten Ratskollegen Heino Meyer zu und nickte bei dieser Erinnerung an Gerd Brandt zustimmend.

Nach dem Brand seines Wohnhauses in Alt-Nindorf im Jahr 2013 baute Heino Meyer ein Haus in Verden-Walle, doch blieb er seiner Heimatgemeinde verbunden. So erzählte er vom Hühner-volk und dem Hahn, der im kessen Wechselschritt einer Henne nachsetzte und meinte, ,,dass er jetzt müsste“. Von seinem 2001 verstorbenen Vater hatte Heino Meyer viel übernommen, so auch die Blaujacke, in der er einen wertvollen Notizzettel fand. Und auf dem stand eine lustige Geschichte aus der Domweihzeit, als zwei Nindorfer Mädchen nach einem Domweihbesuch mit zwei Dudelsackpfeifern aus Schottland nach Hause kamen. „Oh, die haben ja Röcke an“ – die Schotten gingen den Nindorfern nicht aus dem Kopf.

Heino Meyer reimte auch nach einem Besuch am Nordseestrand in Cuxhaven über „Möwenschiet und Strandgeflüster“, denn eine Möwe entleerte sich gerade über seiner Nase. Und schon war er im August angekommen mit dem blühenden Heidekraut und einer Hummel auf der Nase. Er erzählte von einer alten Linde, einem Greis unter den Bäumen und kam auf Hermann Löns und Wilhelm Busch zu sprechen.

Als Werder-Fans waren Meyer und weitere Senioren nach einem Spiel in Etelsen gelandet, wo sie vor dem Schloss ein kleines Picknick machten – und schon entstand der Reim „Schlossgeflüster“, denn Meyer war fasziniert von dem Balkon und stellte sich die Gespräche von damals vor. Über den Oktober mit seinen gemütlichen Abenden gelangte er gedanklich in die „Wiehnachtstied im Dabern Land“ und weiter zum Grünkohlessen.

Lang anhaltender Applaus im Küsterhaus belohnte die Reime von Heino Meyer.

2012 hatte er schon einen kleinen Band mit dem Titel „Phantasien mancher Nacht“ aufgelegt. Im Dezember 2017 folgte das Buch „Reimgeflüster“, aus dem er jetzt sowohl auf Platt- als auch auf Hochdeutsch vorlas. In gemütlicher Runde klang der Themenabend dann aus.

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