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Besucherstrom am Mühlentag in Etelsen

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Von: Wolfgang Hustedt

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Geschafft! Begeistert und gut gelaunt fiel die erste Bilanz von Robert Nannen und den Helferinnen und Helfern am Ende des Mühlentages überaus positiv aus.
Geschafft! Begeistert und gut gelaunt fiel die erste Bilanz von Robert Nannen und den Helferinnen und Helfern am Ende des Mühlentages überaus positiv aus. © Hustedt

Etelsen – Es war ein Fest der Superlativen. Über 500 Besucher, darunter viele Fahrradausflügler, wurden am Deutschen Mühlentag an der Etelser Mühle „Jan Wind“ gezählt. „Noch nie hatten wir am Mühlentag neue Mitglieder gewinnen können. Am Pfingstmontag waren es gleich 15“, strahlte ein sichtlich zufriedener Robert Nannen als Vorsitzender des Dorfvereins Etelsen/Cluvenhagen/Hagen-Grinden, der jetzt über 100 Mitglieder zählt.

Bei der von Weitem sichtbaren Windmühle drehten sich am Montag sogar die Flügel. Da die Windmühle im vergangenen Jahr 150 Jahre alt geworden war, das Jubiläum aber wegen der Corona-Pandemie nicht gefeiert werden konnte, war jetzt alles umsonst. Robert Nannen wies aber dezent auf eine Spendenbox hin – und die soll im Laufe des Tages schön gefüllt worden sein.

Gut zu tun hatte das Team an der Mühlentheke. Hier gab es Bier, Bratwurst und den hausgemachten Kartoffelsalat.
Gut zu tun hatte das Team an der Mühlentheke. Hier gab es Bier, Bratwurst und den hausgemachten Kartoffelsalat. © Hustedt

Als Müller bot Robert Nannen mehrere Mahlvorführungen an, bei denen er zunächst über die wechselvolle Geschichte der Windmühle berichtete. Ab 1928 wurde nicht mehr mit Windkraft gemahlen, ein 50-PS-Dieselmotor machte das Mahlen wetterunabhängig. Nach dem Zweiten Weltkrieg verfiel die Windmühle, wurde verpachtet und später verkauft – und ab den 90er-Jahren des vorherigen Jahrhunderts vom Dorfverein und Förderkreis unter maßgeblicher Regie von Heinrich Struckmann saniert und gerettet.

Heinrich Struckmann war auch lange der erste Müller der neuen „Jan-Wind“-Zeitrechnung – und stattete der Mühle am Pfingstmontag einen Besuch ab.

Der erste Mühlentag fand am 1. Mai 1994 statt. 1996 wurde die Galerie gebaut, 1997 die Mahlgänge und 1998 wurden schließlich die Flügel montiert. Nach so viel Geschichte zeigte Robert Nannen den vielen Gästen, wie Korn zu Mehl wird.

Inzwischen wurde es draußen auf dem Mühlenhof immer voller. Jürgen Neumann, Anni Stünker und Rolf Klenke standen hinter der Mühlentheke und kamen richtig ins Schwitzen. „Seit 20 Jahren stehe ich als Grillmeister gemeinsam mit Anni am Grill“, erzählte Jürgen Neumann. 340 Bratwürste gingen über den Tisch, dazu der berühmte selbst gemachte Kartoffelsalat. Daneben stand Rolf Klenke und zapfte das Bier der Häsefelder Brauerei.

An die 50 selbst gebackene Kuchen und Torten wurden beim Mühlentag von den Besuchern fast komplett verputzt. Unter Leitung von Sabine Senger und Ulrike Neumann lief das Tortengeschäft reibungslos.

In einer Abschlussrunde der vielen Helferinnen und Helfern wurde ein erstes Resümee gezogen.

„Wir hatten noch nie ein verregnetes Mühlenfest“, strahlte Ulrike Neumann. Nach einem tollen Tag war die Begeisterung so richtig zu spüren. „Auch für Hochzeiten haben wir schon Vorbestellungen“, freute sich Waltraud Löwner. „Insgesamt haben wir auf den bisherigen Mühlentagen über 8000 Würstchen verkauft“, rechnete Robert Nannen durch, zählte auch die vielen Zutaten für den Kartoffelsalat auf – und musste unbedingt einen Riesendank für den Einsatz, die Kuchenspenden und die große Unterstützung loswerden.  whu

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