Kampf mit Bränden, Starkregen – und der Pandemie

Besondere Herausforderungen für die Langwedeler Feuerwehren

Im Oktober waren gleich fünf Feuerwehren bei einem Brand unweit der Feldstraße in Daverden im Einsatz.
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Starkregen kommt immer häufiger vor – und fordert dann den Einsatz der Feuerwehr, wie hier Anfang Juni 2021, als in Völkersen ein Abzugsgraben die Wassermassen nicht mehr bewältigen konnte und auch Gärten zu Seenlandschaften wurden.

Langwedel – 2021 ist nun definitiv vorbei – und so mancher weint diesem Jahr keine Träne nach. Die Freiwilligen Feuerwehren im Flecken Langwedel blicken dabei erneut auf schwierige zwölf Monate zurück, die in der Summe alle Einsatzkräfte vor ganz besondere Herausforderungen gestellt hatten.

„Bereits das zweite Jahr beschäftigte uns die Corona-Pandemie. Um die Einsatzfähigkeit an jedem Tag zu gewährleisten, musste die Feuerwehr das ganze Jahr über besondere Corona-Bedingungen einhalten, auch wenn seitens der Regierung in den Sommermonaten die Beschränkungen gelockert wurden. Trotz aller Schwierigkeiten konnten auch 2021 alle Einsätze erfolgreich abgearbeitet werden. Alle Einsatzkräfte kehrten gesund von den Einsätzen zurück“, heißt es in der Bilanz der Gemeindefeuerwehr Langwedel.

Und die hatte nicht nur bei Einsätzen mit ganz besonderen Bedingungen zu kämpfen. Nur langsam konnten Aus- und Weiterbildungen auf Kreis- und Landesebene wieder anlaufen. Als im Mai dann jede Einsatzkraft ein Impfangebot bekam und der Großteil dieses auch annahm, konnten Beschränkungen gelockert werden. „Zu groß war vorher die Gefahr, dass eine Infektion eine ganze Feuerwehr lahmlegen könnte“, wird Gemeindebrandmeister Meiko Lindhorst in der Bilanz zitiert. Mittlerweile hat die Gemeindefeuerwehr Langwedel laut eigenen Angaben eine Impfquote von 90 Prozent erreicht und die meisten Feuerwehrfrauen und Feuerwehrmänner sind, wie hier bereits berichtet, inzwischen auch geboostert.

Zu Beginn der Pandemie hatten die Feuerwehren Online-Schulungen, im vergangnen Jahr konnten Übungsabende wieder stattfinden – aber nur in Kleingruppen bis zu zehn Personen.

Im Oktober waren gleich fünf Feuerwehren bei einem Brand unweit der Feldstraße in Daverden im Einsatz.

So teilte sich zum Beispiel die 45 Mitglieder starke Ortsfeuerwehr Langwedel in vier Gruppen auf, die sich wöchentlich in verschiedenen Zeitfenstern trafen, berichtet Christof Dathe, Sprecher der Gemeindefeuerwehr Langwedel.

Bei Einsätzen wurden die jeweiligen Fahrzeuge ebenfalls nur mit Kleingruppen besetzt. Das war offenbar die richtige Strategie, denn: „Wir mussten keine Ortsfeuerwehr wegen Coronafällen abmelden“, betont Dathe.

Der Ausfall von Veranstaltungen wie Osterfeuer oder Langwedeler Markt beeinträchtigte nicht nur das allgemeine Vergnügen der Bevölkerung, sondern die auch ehrenamtliche Arbeit der Feuerwehr.

Die pflegt bei solchen Gelegenheiten nicht nur die Kameradschaft, sondern macht auch ordentlich Werbung in eigener Sache und bemüht sich dabei um neue Mitglieder.

Starkregen kommt immer häufiger vor – und fordert dann den Einsatz der Feuerwehr, wie hier Anfang Juni 2021, als in Völkersen ein Abzugsgraben die Wassermassen nicht mehr bewältigen konnte.

„Mit Beginn der vierten Welle und dem Voranschreiten der Omikron-Variante werden die Konzepte für den Einsatz- und Ausbildungsdienst erneut überarbeitet werden müssen, um die kritische Infrastruktur Feuerwehr aufrechtzuerhalten und den Schutz aller Bürger 24/7 zu gewährleisten“, so Gemeindebrandmeister Meiko Lindhorst, verbunden mit einem ausdrücklichen Dank im Namen der Feuerwehren des Fleckens Langwedel an alle Bürgerinnen und Bürger für das in der Vergangenheit entgegengebrachte Vertrauen – und dem Wunsch auf ein besseres und gesundes Jahr 2022.  jpw

Die Gemeindefeuerwehr in Zahlen

80 Einsätze hatten die Feuerwehren im Flecken Langwedel im Jahr 2020. Da kamen 123 Stunden zusammen, was im Durchschnitt eine Einsatzzeit von 1,54 Stunden bedeutet. 229 Feuerwehrleute hat die Einsatzabteilung, 199 Männer und 30 Frauen sind im Flecken ehrenamtlich im Dienst. Die Alters- und Ehrenabteilung hat 62 Mitglieder – 58 Männer und vier Frauen. Die Jugendfeuerwehren verzeichneten im vergangenen Jahr 76 Mitglieder, 49 männliche und 27 weibliche. In den Kinderfeuerwehren waren insgesamt 34 Kinder am Start, 14 Mädchen und 20 Jungen.

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