30 Ausbildungsbetriebe informieren Langwedeler 8. und 9. Klässler

Berufssafari an der Oberschule mit Rekordbeteiligung

Miriam Horning informierte über die Ausbildung am Agaplesion Diakonieklinikum Rotenburg, war aber auch locker für einen Spaß zu haben, hinter dem als ernster Hintergrund eine Aktion der Waldheimgruppe Cluvenhagen steckte. - Fotos: Wenck

Langwedel - Überall wird gesprochen, geguckt, ausprobiert. Nicht nur die jungen Damen und Herren aus den 8. und 9. Klassen der Oberschule am Goldbach sind zwischen den einzelnen Stationen unterwegs. Wenn mal ein Momentchen Luft ist, geht auch der eine oder andere Vertreter der Firmen und Institutionen auf Tour: Mal schauen, was die anderen so machen. „Berufssafari“ war angesagt. Die mittlerweile fünfte ihre Art – und die bislang größte.

Wenn mal ein Momentchen Luft ist, geht auch der eine oder andere Vertreter der Firmen und Institutionen auf Tour: Mal schauen, was die anderen so machen. „Berufssafari“ war angesagt. Die mittlerweile fünfte ihre Art – und die bislang größte.

Viele behinderte Menschen können schlecht gucken. Was das mit einem macht, konnten Schülerinnen und Schüler bei der Waldheim Gruppe im Selbstversuch erleben.

30 Betriebe hatten sich angesagt, sechs mehr als bei der vorherigen der alle zwei Jahre stattfindenden Veranstaltung. „Das Finanzamt Verden ist zum ersten Mal da. Hier kam der Kontakt über einen Praktikanten zustande“, berichtet Schulsozialarbeiterin Kerstin Brüggemann, federführend bei der Organisation der Berufssafari. Das Agaplesium Diakonieklinikum Rotenburg sucht „engagierte und einfühlsame Menschen“, genau wie die Stiftung Waldheim, die mit dem Slogan „Sozial ist cool“ um Auszubildende wirbt. Die Daimler AG ist mit großem Team aus dem Werk Bremen angerückt, der Landkreis Verden ist da.

Die Mischung ist bunt: Handwerker, Polizei, soziale Berufe, Kaufleute, Verwaltungsposten. „Wir haben die Betriebe auch bewusst in den verschiedenen Räumen gemischt“, so Kerstin Brüggemann. Schließlich sollen die künftigen Azubis überall gucken. Dazu passt auch ein neuer Arbeitsauftrag. Nicht nur Berufe, die von Interesse scheinen sollen ausgekundschaftet werden. Sondern auch mindestens einer, der vermeintlich überhaupt nicht in Frage zu kommen scheint. „Dann sollen sie begründen, warum der Beruf nichts für sie ist.“ Vielleicht entdeckt dann ja der eine oder die andere doch eine bislang ungeahnte Perspektive.

Informationen zu den Berufen liefern dabei an vielen Ständen sehr zur Freude der Veranstalter ehemalige Schülerinnen und Schüler der Oberschule Langwedel.

Wie etwa Miriam Horning, die gemeinsam mit Schulleiterin Susanne Hermann die Werbetrommel für die Ausbildung am Diakonieklinikum Rotenburg rührt. „Bei uns liegen Theorie- und Praxisausbildung in einer Hand“, so Hermann. Bei der „einfachen“ Ausbildung muss es nicht bleiben. Miriam Horning hat noch ein Studium angeschlossen.

Auch mit dabei: die Daimler AG und die Mars GmbH.

Während beim Diakonieklinikum vor allem die Mädchen nachfragen, sind es bei Söhnke Gerkens und Christian Jung von Zeppelin Power Systems vor allem Jungs, die sich nach der Ausbildung zum Land- und Baumaschinenmechatroniker erkundigen. Als Festigung von Rollenklischees mag das der alte Berufssafari-Hase Gerkens aber nicht gelten lassen. „Beim letzten Mal war das genau umgekehrt. Und wir nehmen natürlich auch gern junge Frauen.“

Friedhofsgärtner Werner Diekmann ist mit Unterstützung von Tochter Anna Lisa da, gestaltet vor Ort ein Beet mit Grabschmuck, um Werbung für seinen Beruf zu machen. Was sicher nicht schaden kann. Mancher Berufssafari-Teilnehmer fand den Gedanken, auf einem Friedhof zu arbeiten nämlich gruselig. Was es aber gar nicht ist, wie man im Gespräch mit Werner Diekmann erfahren konnte. „Es hätten mich aber ruhig mehr ansprechen können“, findet der Gärtner.

Was nicht ist, kann ja noch werden, in zwei Jahren bei der nächsten Safari. Vielleicht ist dann ja auch Koch Dennis Heeren vom Achimer Bootshaus wieder dabei. Der rief mit seinem Live-Kochen nicht nur die Oberschüler auf den Plan, sondern alarmierte sogar die Polizei. „Kann man mal probieren?“, lautete die Frage der Beamten. „Aber unbedingt. Pfannkuchen mit Schokosauce.“

jw 

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