Langwedeler Häuslingshaus beim Tag des offenen Denkmals echt geöffnet

Ausgezeichnet

So langsam wird der Platz auf dem alten Balken, der als Hochzeitsstele rechts vor der Dielentür steht, knapp. In Corona-Zeiten wird gern im Häuslingshaus geheiratet und jedes Paar bekommt seine Messingplakette.
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So langsam wird der Platz auf dem alten Balken, der als Hochzeitsstele rechts vor der Dielentür steht, knapp. In Corona-Zeiten wird gern im Häuslingshaus geheiratet und jedes Paar bekommt seine Messingplakette.

Langwedel – Das Motto des diesjährigen Tages des offenen Denkmals lautete „Erinnern, Erhalten, Neu denken“. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz hatte vorgeschlagen, in diesem Corona-Jahr den Tag virtuell, also im Internet, zu gestalten. „Kriegen wir nicht hin, dazu fehlen uns die technischen Mittel“, hatte Dr. Wolfgang Ernst schon im Vorfeld unumwunden zugegeben.

Trotzdem wollten die Aktiven des Langwedeler Kulturvereins diesen Tag nicht einfach ausfallen lassen, zumal man in den zurückliegen Tagen (Stichwort „Kultursommer“) festgestellt hatte, dass das unter Denkmalschutz stehende Häuslingshaus, übrigens bereits zwei Mal ausgezeichnet, noch vielen Menschen unbekannt ist.

Also boten Wolfgang und Sigrid Ernst kleine Führungen an. Und so kam doch eine interessierte Zahl an Besuchern, um das Haus, dessen Ursprung auf das Jahr 1768 zurückgeht und das 1842 eine wesentliche bauliche Veränderung erfahren hat, einmal von innen sehen. Bis zum Jahr 2000 war das Langwedeler Häuslingshaus übrigens noch bewohnt.

Dr. Wolfgang Ernst, auch Kassenwart des Langwedeler Kulturvereins, führte die Gäste durch das Haus. Er erinnerte bei dieser Gelegenheit an das Jahr 2018, als das 250-jährige Jubiläum des Häuslingshauses mit einem Gartenfest für Groß und Klein, für Jung und Alt, gefeiert wurde. Bei diesen Jubiläumsfeiern wurde auch traditionelles Handwerk gezeigt.

2008 wurde das alte Fachwerkhaus, das bis 1842 als Häuslingshaus diente und danach Anbauerstelle war, saniert und damit für nachfolgende Generationen erhalten.

Wolfgang Ernst wies auf den Bundespreis für Handwerk in der Denkmalpflege 2020 in Niedersachsen hin. Der Kulturverein hatte bei diesem Wettbewerb auch Unterlagen für das Häuslingshaus eingereicht.

Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) und die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSB) haben diesen Preis ausgelobt, um die Sanierer zu ehren, die bei der Erhaltung von Denkmälern Vorbildliches geleistet haben.

Pro Bundesland sind dafür Preisgelder in Höhe von insgesamt 15 000 Euro ausgelobt. Dieser Bundespreis soll auch Handwerk und Denkmalspflege unterstützen, Werbung sein für die notwendige hohe Qualität bei den Restaurierungsarbeiten an Kulturdenkmälern. Nun, das Langwedeler Häuslingshaus ist auch hier unter den Preisträgern, nachdem die Langwedeler schon 2014 einen Preis für Denkmalpflege von der Niedersächsischen Sparkassenstiftung erhalten hatten.

Sigrid Ernst, Schriftführerin des Langwedeler Kulturvereins, stand ihrem Ehemann beim Tag des offenen Denkmals zur Seite. Sie freute sich vor allem, dass das Häuslingshaus bei Trauungen derzeit sehr beliebt ist. Schließlich können hier 15 Gäste dabei sein, mehr als im kleineren Trauzimmer des Langwedeler Rathauses, wo lediglich sechs Gäste mitkommen dürfen.

„In diesem Jahr waren es schon zwölf Trauungen im Häuslingshaus, fünf weitere Trauungen sind fest terminiert“, freute sie sich. So ist die Langwedeler Standesbeamtin Marina Friedrichs oft Gast im Häuslingshaus.

Wo sich so viele Brautpaare in dieser Zeit für das Häuslingshaus (und seinen großen Garten) entscheiden, wird der Platz auf dem alten Balken vor dem Häuslingshaus, wo jedes Brautpaar mit einem Messingschild verewigt wird, langsam knapp.  hu

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