Der Clüverhof ist für Pferdezucht und Rindfleisch bekannt – jetzt gibt es auch Gemüse

Auf den Kürbis gekommen

Bei Simone und Julius Clüver gibt es im Verkaufsstand an der Dahlbrügger Landstraße nicht nur Bio-Kürbis, sondern auch noch jede Menge Informationen und Rezepte. Wenn man möchte.
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Bei Simone und Julius Clüver gibt es im Verkaufsstand an der Dahlbrügger Landstraße nicht nur Bio-Kürbis, sondern auch noch jede Menge Informationen und Rezepte. Wenn man möchte.

Völkersen/Dahlbrügge – 1,2 Hektar ist die Fläche groß. „Eher klein“, meint Julius Clüver. Am Ende werden sie wohl 20 000 bis 30 000 Kürbisse haben. Was? Wie viel? Schon richtig gehört. Gute 12 000 Kürbispflanzen sollten sie hier in Dahlbrügge haben, rechnet Clüver vor. Normalerweise trägt jede ein bis zwei Früchte. Trotz Hitzeperiode war das Wetter für die Kürbisse aber gut, es gibt Pflanzen mit drei bis vier Kürbissen. „Wir rechnen mit einer guten Ernte“, sagt der 24 Jahre alte Agrar-Betriebswirt vom Clüverhof in Völkersen.

Dabei handelt es sich um einen seit 2016 zertifizierten Bio-Betrieb – an die Früchte durfte also kein bisschen Chemie. Mit den Hokkaidos und den Jack O’Lantern („Das sind die Halloween-Kürbisse“) wagt sich die Familie auf völlig neues Terrain.

Seit fünf Generationen wirtschaften die Clüvers auf ihrem Hof in Völkersen. Anfangs als typischer landwirtschaftlicher Betriebe. Ackerbau, Kühe, Schweine – wie man sich das klassisch und klischeemäßig so vorstellt. „Mein Opa war ein großer Pferdefan“, erzählt der junge Landwirt. Mit seinem Opa Heinrich begann die große Pferdzeit auf dem Hof, die bis heute anhält. Rund 60 Pferde gibt es in dem Betrieb, den Isabell und Harm Clüver, die Eltern von Julius und seiner Schwester Simone, leiten. Die Clüvers sind für ihre erfolgreiche Zucht von Hannoveranern bekannt, haben aber auch Pensionspferde. „Wir haben viele Kunden aus dem süddeutschen Raum“, berichtet Clüver Junior. Wer möchte, bringt seine Stute nach Völkersen, äußert seinen Wunsch, von welchem Hengst man gern ein Fohlen hätte – die Leute vom Clüverhof kümmern sich.

Damit hat die Arbeit aber noch kein Ende. Hinzukommen aktuell noch 19 Mutterkühe mit ihren Kälbern und Nachzucht. „Wir vermarkten das Fleisch direkt.“ Wenn geschlachtet wurde, gibt es Nachricht über das Internet, die Leute können sich ihr Fleisch bestellen und abholen. „Wir machen aber auch Burgerpatties selbst.“ Die können natürlich auch Privatleute kaufen. Zu den Abnehmern gehören aber ebenfalls gastronomische Betriebe in Bremen, die ihren Gästen Burger mit Bio-Fleisch aus Völkersen servieren.

Und jetzt auch noch Gemüseanbau? Und ausgerechnet Kürbis? Jawohl. Mit voller Absicht und nach reiflicher Überlegung. „Ich möchte unseren Betrieb breiter aufstellen“, so Julius Clüver zu der Premiere in diesem Jahr. Wenn es gut läuft, könnte das ein weiteres Standbein werden. Mit Kürbis lässt sich gut arbeiten, meint der Landwirt. Salat wäre da zum Beispiel viel anspruchsvoller und arbeitsaufwendiger. Anfangs muss man bei Kürbis noch gegen Unkraut arbeiten, hat die Pflanze sich mit ihren Blättern und Ranken im Wachstum ausgebreitet, ist das Thema erledigt. Nach der Ernte lässt sich die Frucht gut und lange lagern. Was auch für die Abnehmer nicht uninteressant ist. Ein Teil der Bio-Kürbisse geht in einen Hofladen, der ganz große Teil an den Großhandel. Weite Wege sollen die Kürbisse zu den Kunden nicht zurücklegen, es geht den Clüvers nach eigener Aussage darum, die Transportwege und den damit verbundenen Co2-Ausstoß gering zu halten.

Deshalb sind die Früchte auch direkt am und vom Feld in Dahlbrügge zu bekommen, direkt an der Dahlbrügger Landstraße an der Ecke zum inoffiziellen Radschnellweg nach Völkersen gelegen. Vor der kleinen Verkaufsbude steht eine richtig schön große Tafel mit einem Kürbis drauf. Der Stand ist montags bis freitags von 15 bis 18 Uhr, samstags von 12 bis 15 Uhr und sogar am Sonntag von 10 bis 12 Uhr besetzt.

An diesem trockenen und halbwegs sonnigen Nachmittag läuft das Geschäft gar nicht so schlecht. „Bis jetzt hab’ ich, Moment... acht Kilo verkauft“, berichtet Simone Clüver.

Und wer möchte, der nimmt nicht nur ein oder zwei Kürbisse mit nach Hause, sondern kann auch Informationsmaterial über die Landwirtschaft, den Kürbisanbau sowie Rezepte bekommen.

Von Jens Wenck

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