Auch THWler aus Achim und Verden bei internationaler Übung in Barme

Land unter in Tukastan

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Für die Übung wurde die Autobahnpolizeiwache Langwedel zum Grenzübergang.

Landkreis/Barme - Ein Checkpoint an der Autobahnraststätte in Langwedel? Deutsche Polizisten, auf Englisch parlierend, mit merkwürdigen pinkfarbenen Abzeichen auf den Schultern? Akribische Personen, Fahrzeug- und Ladungskontrollen? Keine Bange, war alles nur gespielt.

Für eine großangelegte internationale Zivilschutzübung auf dem Gelände der Hoyaer THW-Bundesschule in Barme war die Raststätte in einen Grenzübergang verwandelt worden. Denn Ort der angenommenen Katastrophe war das fiktive asiatische Tukastan.

Dorthin kommen selbst Retter in der Not nicht mal eben so. Also begann die fünftägige Übung mit dem Namen „DeModEx“, an der auch THWler aus Achim und Verden beteiligt waren, bereits bei der „Einreise“. Und die Autobahnpolizisten mimten dafür die Grenzer.

Seit Tagen anhaltender Starkregen und Sturm haben weite Teile von Tukastan verwüstet, tiefer gelegene Gebiete des Landes überflutet und 30 Prozent der Infrastruktur zerstört. 70000 Menschen obdachlos. 145 Tote und mehr als 6300 Verletzte – so das Szenario, das die Helfer aus sechs europäischen Ländern dann in Barme oder besser in Tukastan erwartete. Das Land wurde bereits vor einigen Jahren für Übungen vom THW erfunden, inklusive eigener Flagge, Sprache und Währung, dem „Smiri“.

Im Rahmen von „DeMoDex“ mussten die Zivilschützer immer wieder großer Wassermengen Herr werden. Drei Hochleistungspumpenmodule aus Italien, dem Baltikum (Estland Lettland, Litauen) sowie Pumpen des deutschen THW standen dazu bereit. Gemeinsam haben diese Maschinen eine Förderleistung von rund 7500 Kubikmetern pro Stunde. „Das entspricht der Menge von mehr als zwei olympischen Schwimmbecken“, berichtet Katrin Döring.

Die THWlerin vom Ortsverband Achim verfügt über eine Zusatzausbildung für Auslandseinsätze. Im Falle eines Falles fungiert sie als „Media Officer“. Als solcher war Katrin Döring auch bei der „DeModEx“ aktiv.

Ihre Kollegen vom THW Achim füllten bereits am Vorabend der Übung mehr als 200 Sandsäcke. Sie sicherten die Zelte, die aufgrund des starke Windes tatsächlich wegzufliegen drohten. Die Fachgruppe Wassergefahren aus Achim war für den Wassersicherungsdienst eingeteilt. Am Wehr in Dörverden wurden die Fluten der Weser mit großen Pumpen umgeleitet. Für den Fall, dass dabei eine der Rettungskräfte ins Wasser fallen würde, standen die Achimer bereit.

Die Organisatoren hatten sich anspruchsvolle Notsituationen ausgedacht. Noch am Anreisetag galt es, eine Kläranlage, die drohte überzulaufen, leer zu pumpen. Am nächsten Morgen weckte ein fingierter Feueralarm die Einsatzkräfte. Später wurden die Retter zur Schleuse gerufen, deren Tore dem steigenden Wasserdruck nicht mehr Stand hielten.

Neben dem THW waren verschiedene andere Organisationen wie Feuerwehr, Polizei, DLRG, örtliche Betriebe, Firmen und Behörden beteiligt und machten die Großübung dadurch erst möglich.

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