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Auch nach 20 Jahren in Langwedel kein bisschen leise

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Von: Christel Niemann

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Das Ergebnis der Arbeit mit den verschiedenen Musikerinnen und Musikern hat auch in den unterschiedlichsten Besetzungen immer einen Namen: Souly.
Das Ergebnis der Arbeit mit den verschiedenen Musikerinnen und Musikern hat auch in den unterschiedlichsten Besetzungen immer einen Namen: Souly. © Niemann

Langwedel – Klangvoll, virtuos, berührend, kraftvoll, emotional und immer auf hohem Niveau: Das Projekt Souly hat sich seit den Anfängen vor fast 20 Jahren als professionell arbeitende Band etabliert, und zwar längst weit über die Kreisgrenzen hinaus. Von Beginn an unter der künstlerischen Leitung von Gert Alsleben aus Langwedel, hat sich aus einem festen Stamm von überwiegend freischaffenden Sängern und Musikern ein leidenschaftliches Ensemble gebildet.

Der pensionierte Musiklehrer Alsleben ist dabei eine treibende Kraft. Er komponiert, textet, spielt Klavier und brütet fortwährend über neuen musikalischen Ideen. Ein echtes Multitalent also, für den ein Leben ohne die Musik gar nicht vorstellbar ist. Alle Bandmitglieder bringen Erfahrung mit und alle zeichnet aus: die Liebe zur Musik und die Gemeinschaft. Auf regionalen wie überregionalen Bühnen, bei öffentlichen Konzerten wie im privaten Kreis: Souly ist gefragt und ein gern gesehener Gast.

„Auch Corona haben wir besser überstanden, als zunächst gedacht“, erzählt Alsleben, froh darüber, dass mittlerweile alles wieder in nahezu normalen Bahnen läuft. Er erzählt von den zahlreichen Konzerten und Auftritten in diesem Jahr oder der fruchtbaren Zusammenarbeit mit dem brasilianischen Band-Gitarristen Hilton Gonzalez, mit dem er sich intensiv mit dem Komponieren und Texten von Songs beschäftigt. Die Zusammenarbeit sei wichtig für die Entwicklung der Songs. „Unabhängig von den Bandproben treffen wir uns wöchentlich, tauschen neue Ideen und Arrangements aus und probieren Instrumental-Begleitungen für die neuen Song-Entwürfe.“

Die Band hat laut Alsleben auch ihr Profil in den sozialen Netzwerken ausgeweitet. „Wir haben gemerkt, dass die Aufnahme von Audios in der heutigen Medienlandschaft nicht mehr ausreicht“, erzählt er. Inzwischen würden regelmäßig eigene Videos auf hohem Niveau produziert und veröffentlicht, was dank der uneigennützigen Hilfe von Technikern, die begeistert wären vom Souly-Projekt, möglich wäre. Sie bildeten ein Team hinter dem Team, säßen bei Konzerten am Mischpult oder filmten, leiteten die Studio-Aufnahmen der Band, unterstützten beim Mischen der Audios und beim Schneiden und Bearbeiten der Videos.

Namentlich nennt Alsleben hier Stefan Oltmanns, der im Hauptberuf gerade seine Doktorarbeit im Bereich Physik und Informatik schreibt, Robert Peters, hauptberuflich technischer Mitarbeiter der Lufthansa und Joshua Dreyer, ein Astrophysiker. Das Trio kennt Gert Alsleben aus seiner Schulzeit. „Ich habe sie in Musik unterrichtet und daraus hat sich die Begeisterung für die Mitarbeit bei Souly entwickelt.“

Sie haben Alsleben auch das nötige Know-how für die Video-Produktionen beigebracht. „Allein hätte ich das niemals hingekriegt, und auch heute arbeiten wir regelmäßig über Teamview oder direkt hier im Studio zusammen, wenn bei der Video-Produktion neue Techniken ausprobiert werden.“

Und wie hat Souly die wirtschaftlichen Folgen aus der Pandemie weggesteckt? „Die Band agiert zwar auf professionellem Niveau, ist letztlich aber ein Hobby, bei dem etwaige Gagen die teils erheblichen Ausgaben decken.“

Stilistisch ist Souly sehr breit aufgestellt und in der Vergangenheit gehörten neben Jazz, Soul, Pop und Latin auch kleinere Klassik-Bearbeitungen zu den Programmen. Hier probt der Souly-Pianist aktuell gleich in drei kleinen Besetzungen an neuen Projekten dieser Art. Mit der Souly-Flötistin Birgit Beek geht es um Duette von Johann Sebastian Bach, bei den Proben mit dem Geiger Mariko Winkelmann, ebenfalls festes Mitglied der Band, stehen kleinere Kompositionen von Mozart im Mittelpunkt, und mit dem Gitarristen Elmar Lossau, ehemals Leiter der Kreismusikschule Verden, arbeitet Alsleben an verswingten Versionen von Bachs Klavierstücken.

Vanessa Göttle ist eine ehemalige Schülerin von Alsleben. Sie wurde von den Leitern des Unesco-Projekts „Kulturerbe Alpen und Rätische Bahn“ gemeinsam mit einem Kommilitonen ausgewählt, die Schönheit der Gegend und der alten Bahnlinie bei St. Moritz durch eine Animation darzustellen, die ab Ende dieses Jahres in einer Dauer-Ausstellung in St. Moritz gezeigt werden soll.

„Für ihre Animation wurde entsprechende Musik benötigt. Sie bat mich um Unterstützung und ich hatte gerade ein passendes kleines Klavierstück fertiggestellt.“ Dieses Stück wird jetzt Teil der Unesco-Ausstellung.

Erwähnenswert ist noch, dass in jüngster Vergangenheit bis auf Johanna Röttger gleich drei der vier Souly-Band-Sängerinnen geheiratet haben. Selbstredend, dass es bei allen drei Feiern natürlich auch Livemusik von Souly gab und es sich auch die Bräute – Melanie Czapp – jetzt Melanie Schierenbeck, Julie Kempski – jetzt Julie Rustveld und Maria Truderung – jetzt Maria Bothen – nicht haben nehmen lassen, im Hochzeitskleid selbst ans Mikro zu gehen und zu singen.

Die Musik und das Glück, immer wieder gleichgesinnte Menschen getroffen zu haben, sei für ihn ein großes Geschenk, für das er sehr dankbar sei, betont Gert Alsleben.

Wer Souly in großer Besetzung hören möchte, muss sich allerdings in Geduld üben. Die nächsten größeren Gigs in der Region sind am 20. April im Achimer Kasch und am 30. September in der Stadthalle Verden.

Von Christel Niemann

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