Bernd Althusmann spricht beim Politischen Schoppen auch über die G20-Krawalle

Für Atempause bei Inklusion

Bernd Althusmann, die Alternative der CDU für den Posten des Ministerpräsidenten, in Daverden. - Foto: Schmidt

LANGWEDEL - Gestern Nachmittag hatte die Senioren Union des Landkreises Verden zum „Politischen Schoppen“ in den Garten des Restaurants Waldschlößchen in Daverden eingeladen. Gäste und Parteifreunde erwarteten Richtungsweisendes vom Landesvorsitzenden und Ministerpräsidentenkandidaten der CDU Bernd Althusmann. Doch zunächst musste die Sprache auf die Krawalle rund um den G20-Gipfel in Hamburg kommen.

„Man kann sich derzeit in Hamburg nicht in einem blauen Anzug in die Öffentlichkeit wagen“, wusste Althusmann. Unabhängig von der Frage, ob Hamburg eine gute Wahl gewesen sei, müsse man an jedem Ort unabhängig von gewaltbereiten Chaoten über wichtige Fragen der Zukunft debattieren können. „Die Menschen müssen sich von Gewalt distanzieren und sich zum Schutz friedlicher Demonstranten, Helfer und Einsatzkräfte an Recht und Gesetz halten“, forderte er. „Wenn es soweit kommt, dass ein Gipfel in Deutschland nicht mehr durchgeführt werden kann, hat die freiheitlich-rechtliche Ordnung in diesem Lande versagt. Wir verteidigen den Rechtsstaat mit aller Härte.“

Nach viel Lob über die Kanzlerin kam er dann zur„Ehe für alle“, die er nicht befürwortet. „Die Ehe ist für mich eine Verbindung zwischen Mann und Frau, aber ich toleriere andere Lebensentwürfe“, erklärte der 50-Jährige. Bereits seit 2001 seien viele Beschlüsse zur Gleichstellung erfolgt, die bisher nur das Adoptionsrecht außer Acht gelassen hätten.

In Niedersachsen sieht der Christdemokrat eine besondere Herausforderung im Fachkräftemangel. Die Auftragsbücher der Unternehmer seien voll, aber diese wüssten nicht, wer in Zukunft die Arbeit erledigen solle. Deshalb bilde die berufliche Bildung einen besonderen Schwerpunkt zukünftiger CDU-Politik. Unterrichtsausfälle müssten vermindert sowie mehr Lehrkräfte eingestellt und von Verwaltungsaufgaben entlastet werden.

Auch müsse man bei der Inklusion eine Atempause einlegen und die gegenwärtige Situation überdenken, forderte der ehemalige niedersächsische Kultusminister. Inklusion könne so nicht gelingen, denn Schüler, Eltern und Lehrer seien gleichermaßen überlastet. Menschen mit Behinderung bräuchten Sonder- und Förderschulen als einen geschützten Raum.

Große Anerkennung richtete der Gastredner an die „bäuerlichen Familien“, die trotz der Debatte um Tierwohl, Düngeverordnung und Antibiotikagabe eine großartige Leistung zeigten. „Die Landespolitik muss wieder eine Politik für und nicht gegen Landwirte machen“, forderte der Landesvorsitzende, „damit Niedersachen das Agrarland Nummer eins bleibt.“

Zur Infrastruktur forderte Althusmann klare Entscheidungen der Landesregierung. Insbesondere bei Herausforderungen wie der verkehrlichen Erschließung des Industriegebietes Achim-West müsse die Landesregierung gemeinsam mit dem Bund unterstützend einwirken. „Eine CDU-geführte Landesregierung würde das Projekt voranbringen“, versprach er.

Zuletzt kam der Hauptredner beim politischen Schoppen auf die Versorgung im Alter zu sprechen: Die Menschen seien aktuell mit ihren Renten zufrieden, aber die Zukunft benötige veränderte Konzepte. In die Pflege müsse mehr investiert werden, insbesondere in die Anerkennung und bessere Bezahlung der Pflegekräfte. 

sch

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