Palliative Care und Hospizarbeit soll gestärkt werden / Schule und Landkreis kooperieren

Ein anderer Blickwinkel auf den Tod

Barbara Körtje (Landkreis Verden), Kursleiterin Annet Boye und Elisabeth Lanwer-Eilers (ibs, v.li.) und die Absolventinnen der Weiterbildung in Palliative Care und Hospizarbeit. Foto: Wenck

Langwedel - Von Jens Wenck. Ja, wo sind sie denn? „Immer dem Krach nach“, lautet mit einem Lächeln die Empfehlung, die dann freundlich um eine Führung den Flur hinunter zum Ort des Geschehens in der ibs-Fachschule für Altenpflege ergänzt wird. Tatsache, hinter der Tür wird just laut schallend gelacht. Und das bei dem Thema: „Palliative Care und Hospizarbeit“. Da war doch der Tod mit im Raum. Oder wie?

Es gehe darum unheilbar kranken, sterbenden Menschen schmerzfreie gute letzte Tage mit guter Lebensqualität zu ermöglichen, sagt Annet Boye. „Der Wunsch des Menschen hat Vorrang, Er sagt, wo es lang geht, was gemacht wird. Er soll die letzten Tage genießen. Das geht nur mit dem Patienten. Und wenn er nicht will, ist das eben so.“

Annet Boye aus Bremen ist zertifizierte Kursleiterin der Deutschen Gesellschaft für Palliativ-Medizin. Sie leiteteden 40-stündigen Kurs in der Altenpflegeschule, der für Mitarbeiter aus Altenpflegeeinrichtungen, Krankenhäusern und Behinderteneinrichtungen gedacht war. Teilgenommen haben nur Frauen, aus dem ganzen Kreisgebiet und dem benachbarten Rotenburg.

Es war das erste Weiterbildungsangebot dieser Art und geht auf eine Initiative des Fachbereichs Soziale Dienste beim Landkreis Verden zurück. „Wir haben die gesetzliche Aufgabe, Palliativ- und Hospizarbeit zu stärken“, sagt Barbara Körtje aus dem Senioren- und Pflegestützpunkt des Landkreises. Man setzte sich mit der ibs-Altenpflegeschule in Verbindung gesetzt. Das Institut für Berufs- und Sozialpädagogik hat unter der Leitung von Elisabeth Lanwer-Eilers organisierte.

„Die Situation Todkranker und Sterbender ist dringend verbesserungswürdig“, findet Anne Cordes in Bezug auf Krankenhäuser, und zwar ganz allgemein. Das Problem ist überall gleich. „Es müssten sich viel mehr Leute an das Thema wagen.“ Der Kurs gilt als Basisqualifizierung, darum gab es am Ende auch Zertifikate.

Ab Herbst soll ein 160-stündiger Kurs folgen. Wieder in Kooperation von ibs und Landkreis Verden.

Der Kurs, die Weiterbildung hat sie verändert, finden die Teilnehmerinnen. Man wird sensibilisiert, hat Fachwissen an die Hand bekommen, wo frau vorher nur intuitiv gearbeitet hat, arbeiten musste, sagt Joana Herbst. „Man kann Menschen wirklich helfen. Patienten und Angehörigen“, kommt es aus der Runde. „Man bekommt einen anderen Blickwinkel und verliert selbst die Angst vor dem Tod.“ „Eine Verabschiedung kann auch schön sein, schön gestaltet werden.“

Palliativ Care besteht zu zehn Prozent aus Fachwissen, hat Kursleiterin Annet Boye gesagt. „Und zu 90 Prozent aus Haltung.“

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