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Andere Verkehrsführung für Etelsens großes Baugebiet in Berkels-Ost?

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Von: Jens-Peter Wenck

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Allenfalls Fußgänger und Radfahrer kommen hier durch. Ansonsten sind die Straßen Zum Berkelsmoor und Hustedter Straße auch für die kommenden Jahre vor allem dem Baustellenverkehr vorbehalten.
Allenfalls Fußgänger und Radfahrer kommen hier durch. Ansonsten sind die Straßen Zum Berkelsmoor und Hustedter Straße auch für die kommenden Jahre vor allem dem Baustellenverkehr vorbehalten. © Wenck

Etelsen – Das Baugebiet Berkels-Ost beschäftigt die Etelser schon seit Jahren. Der Ortsrat diskutierte in der Vergangenheit lang und leidenschaftlich, wie die Verkehrsführung aus dem Baugebiet heraus, während der Bauphase und am Ende dann einmal aussehen sollte. Es gab (erfolglose) Anwohnerproteste, die keinen jahrelangen Baustellenverkehr vor allem über die Straße Zum Berkelsmoor und die Hustedter Straße wollten. Und mit der aktuellen Situation, dass die Straße Zum Berkelsmoor allein für den Baustellenverkehr geöffnet ist, sind auch nicht alle Anwohner glücklich.

Für neue Diskussionen könnte jetzt ein Antrag des Bauträgers sorgen, der GWB aus Bremen, die sich für „voraussichtlich vier Jahre“ die Ableitung eines Teils des Verkehrs durch die Mühlenstraße wünscht. Genau das hatte der Ortsrat in der Vergangenheit zumindest als Dauerlösung unbedingt ausschließen wollen.

Mit Schreiben vom 7. März hat die GWB Bremen beantragt, „die abschnittsweise Erschließung im Baugebiet zu ändern“, heißt es jetzt in einer Beratungsvorlage der Gemeindeverwaltung für die politischen Gremien.

Die ersten Bauten in Berkels-Ost wurden begonnen, nach Fertigstellung der Häuser an der Berkelsstraße, der Beethovenstraße und der Mühlenstraße soll der Endausbau in diesem Bereich hergestellt und die Straßen anschließend für den Anliegerverkehr freigegeben werden, so der Antrag. Das würde dann bedeuten, dass zusätzlicher Verkehr durch die Mühlenstraße laufen würde, wenn auch auf vier Jahre begrenzt. „Begründet wird diese Änderung mit Vermeidung einer Überschneidung des Anliegerverkehres und des Baustellenverkehres und somit etwaigen Konflikten zwischen Wohnen und Baustellenbetrieb“, erklärt das Langwedeler Bauamt zu dem Antrag. Der Baustellenverkehr für Berkels-Ost soll nämlich weiter über die Hustedter Straße und Zum Berkelsmoor laufen.

„Nach Fertigstellung der übrigen Straßen im Baugebiet kann die Verkehrsführung, wie ursprünglich geplant, hergestellt werden“, schreibt Bauamtsleiter Bernhard Goldmann in der Beratungsvorlage, mit der sich am kommenden Dienstag, 22. März, zuerst der Ortsrat Etelsen beschäftigen wird, der an diesem Tag ab 18 Uhr in der Grundschule Etelsen tagt.

So sieht der Lageplan für Berkels-Ost aus. Der Bauträger hat beantragt, die Bewohner der bereits fertigen Häuser für vier Jahre durch die Mühlenstraße fahren zu lassen.
So sieht der Lageplan für Berkels-Ost aus. Der Bauträger hat beantragt, die Bewohner der bereits fertigen Häuser für vier Jahre durch die Mühlenstraße fahren zu lassen. © PS

Vor Ort sein soll dann auch Gerd Lüken, Geschäftsführer der Gesellschaft für wirtschaftliches Bauen (GWB), um die neuen Planungen vorzustellen.

„Alle Ver- und Entsorgungsleitungen sind verlegt, die Baustraßen sind fertiggestellt und 16 Häuser befinden sich im Bau“, schreibt die GWB in ihrem Antrag vom 7. März. In den nächsten Jahren werde es an verschiedenen Stellen in Berkels-Ost Baustellen geben, werden die nach und nach fertig werdenden Häuser an die Besitzer übergeben.

Unweigerlich wird es dabei in dem großen Gebiet, in dem rund 90 Häuser gebaut werden sollen, „über einige Jahre zu einem Nebeneinander zwischen den neuen Bewohnern und dem Baustellenbetrieb kommen. Im Sinne optimaler Arbeitsprozesse auf den Baustellen und einem angenehmen Wohnumfeld für die ersten Bewohner, ist unsererseits eine getrennte Streckenführung zwischen den Baustellenfahrzeugen und dem Anwohnerverkehr geplant“, schreibt die GWB.

Ihre Planung sehe vor, dass „ab Anfang 2024 die Mühlenstraße, Teile der Beethovenstraße, ein kleines Teilstück der Straße Zum Berkelsmoor und die Berkelsstraße endausgebaut und die angrenzenden Häuser fertiggestellt sind“. Dann solle der Anwohnerverkehr ungehindert ohne Sperrung zur Mühlenstraße (die später kommen soll) fließen. „Dies ermöglicht es der Müllabfuhr und den Rettungsdiensten, ohne Wendemanöver die bereits bezogenen Häuser zu erreichen bzw. wieder abzufahren“, so die GWB.

Für die weiteren Baustellen soll es ein von den bereits fertiggestellten Anwohnerstraßen getrenntes Straßennetz geben, die dann weiter nur über die Hustedter Straße und der Straße Zum Berkelsmoor angefahren werden.

Mit dieser Lösung könne eine Überschneidung des Baustellverkehrs mit dem Anwohnerverkehr vermieden werden „und eine sichere Benutzung der Verkehrsflächen – insbesondere in Hinblick auf Kinder und die Erreichbarkeit der umliegenden Kindergärten – sichergestellt werden.“

Mit Letzterem ist nicht nur der bestehende Kindergarten Berkels gemeint, sondern auch die neue Krippe an der Straße Zum Berkelsmoor, mit deren Bau der Flecken Langwedel auch möglichst bald beginnen möchte – weil die Anmeldezahlen im Kindergarten- und vor allem Krippenbereich dringenden Bedarf anzeigen.

Egal wie die politische Entscheidung ausfallen wird, an der Führung des Baustellenverkehrs wird sich also nichts ändern.

Nachbarn des Baugebiets hatten sich beklagt, dass die Straße vor Neubauhäusern mit Paletten Baustoff komplett dichtgestellt worden ist. Zumindest eine Reihe von Paletten sei nach Gesprächen beiseite geräumt worden, berichtet Bürgermeister Andreas Brandt. „Fußgänger und Radfahrer können da jetzt problemlos durch.“ Wer sonst Probleme oder Anliegen habe, der könne ihn aber gern direkt im Rathaus anrufen.

Der Trinkwasserverband Verden erklärt auf Nachfrage, dass die Arbeiten, bei denen auch wegen des Neubaugebietes etliche Schieber erneuert wurden, beendet sind, die diversen Baulöcher wieder geschlossen wurden.

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