Arbeiten für ein Notdach: Im Oktober soll Richtfest sein

Altes Küsterhaus Daverden: Schutz vor Schietwetter

Rein ins Haus und dann auf den Boden. Aus den Sperrholzplatten entsteht ein provisorisches Notdach.

Daverden - Unübersehbar: Das alte Küsterhaus, die alte Daverdener Schule ist eine Baustelle. Männer tragen große Sperrholzplatten nach drinnen. Dann müssen die großen Teile eine Etage höher gestemmt werden, oben auf dem Boden stehen die Kollegen zur Annahme bereit.

Bis auf die Balken liegt die Decke frei. Die alten Lehmwickel, die zwischen den Balken steckten, sind raus. „Tonnenweise wurden die hier rausgeschleppt“, sagt Theda Henken, Vorsitzende des Vereins für Kultur und Geschichte Daverden. „Gerold? Wie viel waren das genau?“

Gerade haben sich die Männer zum Frühstück niedergelassen. „25 Tonnen“, kommt die Antwort von Gerold Höpken, einem Mitglied der Bauleitung. Die Lehmwickel und die alte Decke hat eine Maurerfirma in den vergangenen Wochen herausgeholt. Im Nachhinein eine weise Entscheidung. Die Arbeit war manchmal vielleicht ein bisschen kitzelig und immer sehr anstrengend und unglaublich staubig. Für die Entsorgung mussten Holz und Lehm getrennt werden.

Die BFU-Sperrholzplatten, die die freiwilligen Helfer an diesem Tag ins Haus schleppen und oben auf den Bodenbalken anbringen, werden ein provisorisches Dach. Erst kommen die Platten, oben drauf bringen die Zimmerer dann eine Folie an. Anschließend wird dieses Notflachdach um bis zu 40 Zentimeter angehoben und meine einer Neigung versehen, damit Regenwasser ablaufen kann. „Wir wollen das Bestmögliche tun, damit das bei dem Schietwetter nicht rein regnet“, so Gerold Höpken.

Wenn das Notdach fertig ist, wird im Laufe des Septembers das alte Dach komplett abgenommen. Unter dem Notdach kann man dann weiter arbeiten. Die Wände müssen egalisiert werden, das ganze Haus braucht einen Ringanker fürs neue Dach.

Während in Daverden die Arbeiten im Haus weitergehen, wird in Westercappeln die neue Decke gebaut. Das alte Küsterhaus bekommt eine sogenannte „Brettstapeldecke“. Dabei werden 14 Zentimeter starke, 70 Zentimeter breite und 11,5 Meter lange Holzelemente auf das Mauerwerk gelegt. Klar, dafür braucht man einen Kran.

Rein ins Haus und dann auf den Boden. Aus den Sperrholzplatten entsteht ein provisorisches Notdach.

Solche Decken sind nicht nur äußerst stabil und sofort begehbar. Sie bieten auch eine gute Wärmedämmung – und sind feuerhemmend. Was für die Baugenehmigung zur Küsterhaussanierung nicht unerheblich war. Die Daverdener wollen ihr altes Klassenzimmer wieder herstellen, 60 m² groß, genau richtig für Veranstaltungen und Treffen. Damit gilt das Küsterhaus dann aber rechtlich als Versammlungsstätte – und man muss besondere Brandschutzauflagen erfüllen.

Man hat ja überlegt, die alten Balken zu sanieren, erzählt Gerold Höpken. Aber die alten Deckenbalken, der alte Dachstuhl haben im Laufe der Zeit zu sehr gelitten, haben jede Menge unerwünschte Untermieter. Der Aufwand und damit die Kosten wären entschieden zu groß gewesen.

Mit der Brettstapeldecke hat man sich nicht nur für eine eigentlich ganz alte Baumethode entschieden, die in jüngster Zeit wieder mehr angewandt wird. „Der Edeka in Langewedel hat etwas ganz Ähnliches.“ Neben den bereits erwähnten positiven Eigenschaften sieht das Ganze nämlich auch noch gut aus. Die Besucher des Küsterhauses bekommen später also eine absolut ansprechende Holzdecke zu sehen.

Das Ziel der Daverdener: Das neue Dach soll noch in diesem Jahr rauf. Im Laufe des Oktobers will man Richtfest feiern. Der Sanitärblock kommt im nächsten Jahr dran. Die Hoffnung von Theda Henke ist, im Sommer 2018 sagen zu können: „Jetzt haben wir es soweit.“ Bis dahin ist noch viel zu tun. „Aber wir sind guten Mutes und im Team macht es ja auch Spaß.“

Nebenan schlägt die Kirchturmuhr. Die wird Frühstückpause beendet. Da müssen noch eine ganze Menge Sperrholzplatten nach oben. jw

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