Saison für Völk'ser Platt ist vorbei - und die Bilanz fällt klasse aus

„Alle elf Vorstellungen restlos ausverkauft“

Schnell abbeißen! Antons Frau Helga hat einen Gesundheitsfimmel und darf auf gar keinen Fall mitkriegen, was er da verputzt. Foto: Hustedt

Völkersen - Anton Knopp kann sein Rentnerleben jetzt wirklich genießen. Elf Vorstellungen des Theatervereins Völk’ser Platt lang ging es für ihn alles andere als gemächlich zu, jetzt fiel der letzte Vorhang für das Stück „Mien Fro, mien Hobby un ik“ und Knopp (vielmehr sein Darsteller) hat jetzt Ruhe.

Seit 2015 ist der Theaterverein mit seinen Vorstellungen im benachbarten Waller Dörpshus zu Gast, nachdem das Völkerser Stammhaus der Bühne, das Gasthaus „Zur Post“ geschlossen worden war.

„Alle elf Vorstellungen waren restlos ausverkauft. Es mussten sogar Stühle hinzugestellt werden“, so ein vollends zufriedener Vorsitzender Reinhard Körte am Ende der Saison. An drei Sonntagen bot man ein Frühstückstheater an. Das Buffet richteten die Völk’ser nicht selbst her, das ließ man sich von „Reinhards Grillstube“ kommen. Vor dem Kaffeetheater stellten sich allerdings weibliche Vereinsmitglieder an den Ofen und zauberten Torten. Bedient wurden die vielen Gäste während der elf Vorstellungen von einem Serviceteam - etwa 40 fleißige Damen und Herren kümmerten sich ums Publikum.

1909 wurde der TSV Eintracht Völkersen gegründet und schon damals wurde Theater gespielt, traditionell immer am 1. Weihnachtsfeiertag. Als 1965 ein junger Mitspieler starb, stellte man den Spielbetrieb ein. Danach nutzte die Freiwillige Feuerwehr den Weihnachtsfeiertag für den Feuerwehrball.

Anlässlich des Erntefestes 1977 wurde wieder Kontakt mit den ehemaligen Spielern und dem Gasthaus „Zur Post“ aufgenommen. 1978 wurde der Theaterverein Völk’ser Platt gegründet.

„Oh, se sünd ja ok all dor. Altohoop kamen, ne Kummedie to sehn, wat? Deit me leed, man dor wart nix ut. Dat wart nämlich een Drama. Un wat för een Drama.“ So hatte Uwe Behrmann, der den Anton Kopp spielte, jeden Abend die Gäste, begrüßt. Doch keiner der Gekommenen ging. Weil das, was für Anton Knopp ein Drama ist, für die Zuschauer selbstverständlich doch eine Komödie ist, und zwar eine blendend gespielte.

Zum Ensemble gehörten neben Behrmann noch Jana Wöhler, die seine Frau Helga spielt und Anton mitnichten ein Rentnerdasein mit Ausschlafen, Faulenzen und Bierchen trinken gönnt.

Stefanie Bokeloh-Brischke gab Helgas Freundin Bertha Brede absolut überzeugend spielend. Sie ist an Männern unterversorgt und sucht im Internet den passenden Partner. Dabei hilft ihr Sophie Kopp, die Tochter von Anton und Helga. In diese Rolle schlüpfte Lisa Mattfeldt-Köster.

„Die haben wir uns von der Theatergruppe des Waller Heimatvereins ausgeliehen“, so Reinhard Körte. Mattfeldt-Köster hat aber auch schon einige Jahre bei der Theatergruppe des Schützenvereins Langwedelermoor mitgewirkt.

Anton legt sich ein lautes Hobby zu: Seine Trompete, die er „Klara“ nennt. Klara liegt im Ehebett in der Besucherritze, die Ventile nennt er „drei Nippel“. Eine finstere Gestalt entführte die Trompete. Regisseur Jörg Meyer hatte diese kleine Rolle übernommen. Die Polizei wurde eingeschaltet. Andreas Noltemeyer kam als Kommissar Andreas Brahms auf die Bühne, gefolgt von seinem Assistenten Harry Hirsch, den Maik Scharnhusen spielte.

„Das Stück war ein Volltreffer“, bilanzierte Reinhard Körte. Dazu trugen Regisseur Jörg Meyer und seine Regieassistentin Ilse Meinken, die teilweise von Jutta Kassens vertreten wurde, erheblich bei. Als Souffleuse war wieder Ingrid Heimsoth dabei, während für die Bühne Hartmut Struhs verantwortlich zeichnete. Für die Technik sorgten Rainer Labrenz und Rainer Scharnhusen, für die Requisiten Jutta Kassens und Bernd Galensa sowie für die Masken Elisabeth Poetokat, Christel Meyer, Christina Fehsenfeld und Almut Aßmann.  hu

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