Alex Gehrau engagiert sich für Menschen – auch als Heilerziehungspfleger

„Man erreicht was“

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Alex Gehrau engagiert sich, unter anderem, im Berufsverband Heilerziehungspflege.

Cluvenhagen - Von Jens Wenck. Alex Gehrau braucht erst einmal einen Kaffee. Auf der Arbeit hat es länger gedauert. Pünktlich zum Glockenschlag alles stehn und liegen lassen – ist nicht Gehraus Ding und geht in seinem Job auch nicht. Es geht schließlich um Menschen.„Jeder Mensch ist anders. Und besonders“, sagt Gehrau. Der 28-Jährige ist Heilerziehungspfleger. Kurz: ein HEP.

HEPs machen irgendwas mit Behinderten, oder? „Heilerziehungspfleger/innen und Pflegeassistent/innen sind Fachkräfte in der Behindertenhilfe, die über profunde pädagogische, pflegerische, Gemeinwesen-orientierte Kenntnisse und Fähigkeiten verfügen  und diese miteinander vernetzen“, schreibt Alex Gehraus Arbeitgeber dazu.

Der Cluvenhagener arbeitet in der Helene-Grulke-Schule (HGS), die zur Waldheim-Gruppe gehört.

Gehrau hat sich als Schüler schon politisch interessiert, gegen Nazis engagiert. „Die Antimenschlichkeit hat mich angewidert.“ Auf der Suche nach einem Beruf, der nicht nur Geldverdienst ist, startet Gehrau als 18-Jähriger ein einjähriges Praktikum in der HGS.

Es passt. Sogar sehr. Direkt im Anschluss kommt die Ausbildung zum Heilerziehungspfleger, mit Fachoberschule in Rotenburg, mit Stationen in verschiedenen Wohngruppen des Waldheims.

Nach der Ausbildung bleibt Gehrau im Waldheim, ist jetzt vor einiger Zeit in die Helene-Grulke-Schule gewechselt.

„Im Moment haben wir viel Trubel. Viele neue Schüler. Das macht‘s spannend, es wird nicht langweilig“, lacht Gehrau. „In der Helene-Grulke-Schule gibt es sehr mutige, sehr motivierte Mitarbeiter.“ Wenn ein Schüler lesen lernt oder kochen, mehr Selbstständigkeit ist das Ziel, dann ist das klasse.

Eines musste Gehrau in seinem Beruf aber erkennen: „Man erreicht was. Aber in kleinen Schritten.“ Das gilt womöglich auch für sein weiteres Engagement. Alex Gehrau ist Betriebsrat und seit kurzem auch Vorsitzender des Landesverbandes Heilerziehungspflege Niedersachsen/Bremen. Und da hat man schnell das Thema Politik am Wickel.

„Wie geht das da eigentlich zusammen? Auf der einen Seite Inklusion für alle zu fordern und gleichzeitig die pränatale Diagnostik voranzutreiben?“ Letztere ist aus Gehraus Sicht ein Mittel, schon bei der Entwicklung im Mutterleib festzustellen, ob der neue Mensch das gewünschte Ideal-ergebnis ist – was im Fall der Fälle zur Abtreibung führen könnte. „Es kommt vor, dass wenn man mit einem behinderten Kind durch die Stadt geht, es nicht nur mitleidige Blicke gibt, sondern auch Kommentare wie: Das muss doch heute nicht mehr sein.“

Wird da Behinderung als gesellschaftliche Last empfunden? „Die soziale Kälte nimmt zu“, meint Gehrau und versucht gegenzusteuern: durch Vorleben, Emphatie und Miteinander, seine Arbeit, sein Engagement in und für seinen Berufsverband. Für die Ausbildung zum HEP gibt es leider keine bundeseinheitliche Regelung. Und das in einem Beruf, der in den Bereichen Pädagogik, Pflege und Therapie einiges verlangt. Übrigens nicht nur in großen Einrichtungen. HEPs arbeiten auch in Familien oder als Selbstständige.

Aber wie war das noch: „Man erreicht was. Aber in kleinen Schritten.“ Das gilt wohl auch im gesellschaftlichen und politischen Engagement.

www.berufsverband-hep.de

Am 14. November ist die nächste Mitgliederversammlung des Landesverbandes Niedersachsen/Bremen und zwar ab 13 Uhr in den Räumen der Lebenshilfe Bremen, Waller Heerstraße 55. Außer der Versammlung gibt es noch einen Fachvortrag von Prof. Dr. Jeanne Niklas-Faust. Auch für Nichtmitglieder

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