Rolf Böning bei bundesweiter Aktion dabei

Langwedel: Protest im Modehaus

Rolf Böning mit dem Plakat der Aktion „Wir machen aufmerksam“ – auch zu finden in den Schaufenstern seines Modehauses in Langwedel.
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Rolf Böning mit dem Plakat der Aktion „Wir machen aufmerksam“ – auch zu finden in den Schaufenstern seines Modehauses in Langwedel.

Langwedel – „Wir machen auf“ steht auf dem knallgelben Plakat, das Rolf Böning in den Händen hält. Nein, der Inhaber des Modehauses Böning in Langwedel wird nicht gegen die aktuellen Coronavorschriften verstoßen – und sein Geschäft öffnen. Es steht auch noch einiges mehr auf dem Plakat. „Wir machen auf ....merksam“ ist da zu lesen. Dabei handelt es sich um eine gestern gestartete bundesweite Aktion, für die Uwe Bernecker, Geschäftsführer des Frankfurter Unternehmens „Funky Stuff“, und Günter Nodrowski, Inhaber der Werbeagentur „Now Communication“, verantwortlich zeichnen und mit der die Initiatoren auf die immer dramatischer werdende Lage der Einzelhändler, von denen sich viele in ihrer Existenz bedroht sehen, hinweisen wollen.

„65 Prozent des stationären Einzelhandels sind durch die Pandemie-Maßnahmen unmittelbar betroffen. Es droht nicht nur das Aus dieser Betriebe, sondern es gleicht einem staatlich angeordneten Berufsverbot. Viele Händler, insbesondere in der Modebranche handeln mit ,verderblicher’ Ware. Wenn die für die laufende Saison eingekaufte Ware nicht verkauft wird, so muss sie nahezu komplett abgeschrieben werden. Es geht eben nicht nur darum, einen Teil der Fixkosten zu erstatten. Der viel größere Verlust ist der Warenbestand, der Tag für Tag ein größeres Loch in unsere Reserven reißt. Bei vielen unserer Kollegen sind die Reserven nach dem mehrfach wiederholten Lockdown restlos aufgebraucht“, heißt es in einer Erklärung.

Dabei wird gleich ausdrücklich betont, dass die Aktion nicht von Corona-Leugnern, Maskenverweigerern oder „Schwurblern“ getragen werde. „Die beste Lösung für uns alle wäre eine baldige Wiedereröffnung der Geschäfte. Wir können die Hygieneauflagen mindestens genauso gut wie ein Lebensmittelhandel erfüllen“, heißt es weiter in der Erklärung. Wenn das für die Politik schon nicht diskussionsfähig sei, so fordern die Einzelhändler eine angemessene Entschädigung, man fordert eine Gleichbehandlung mit der Gastronomie – und setzt dabei auf eine möglichst große Verbreitung der Aktion „Wir machen aufmerksam“ in allen Medien, wobei die Kunden dann bei einer möglichst großen Streuung in den sogenannten sozialen Medien mithelfen sollen.

Im Modehaus Böning geht zurzeit während des aktuellen Lockdowns – gar nichts. Das Langwedeler Geschäft ist zumindest im norddeutschen Raum eine echte Institution, was Braut-, Hochzeits- und Abendmoden anbelangt. Gefeiert werden darf nicht, also haben die Menschen auch keinen bis wenig Bedarf nach entsprechender Mode.

Und der sonst gern gehypte Ansatz „Online-Shop“? Auch hier würden sich logischerweise herzlich wenig Abnehmer für Brautmode finden. „Und Abendmode höchstens im Billigbereich“, so Rolf Böning.

Was die Alltagsmode angeht, wird das Modehaus Böning gern von schon etwas älteren Kundinnen besucht. Die sind nun nicht unbedingt dafür bekannt, viel im Internet zu bestellen. Diese Kundinnen vertrauen mehr auf die traditionell gute Beratung in Langwedel. Dann sei im Onlinehandel mit Mode auch noch mit einer Retourenquote von mindestens 50 Prozent zu rechnen, sagt Rolf Böning. Vor diesem Hintergrund rechnet es sich für sein Familienunternehmen nicht, für viel Geld einen Online-Shop einzurichten. „Das lohnt sich nur für die ganz Großen wie Amazon, Zalando oder Otto“, meint Böning.

Die Internetseite mit allen Informationen zu der Aktion „Wir machen aufmerksam“ findet sich im Internet unter der Adresse www.freundschaftsdienst.eu.

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