Familie Bachmann macht beim Ernteprojekt „Gelbes Band“ mit

Äpfel retten in Hagen-Grinden

Hella Bachmann und ihre Familie haben in diesem Jahr einfach zu viele Äpfel. Und bevor die schlecht werden, darf sich jeder, der möchte, in Hagen-Grinden für den Eigenbedarf Äpfel pflücken.
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Hella Bachmann und ihre Familie haben in diesem Jahr einfach zu viele Äpfel. Und bevor die schlecht werden, darf sich jeder, der möchte, in Hagen-Grinden für den Eigenbedarf Äpfel pflücken.

Hagen-Grinden – „So viel Apfelmus kann ich gar nicht kochen“, sagt Hella Bachmann lachend. „In diesem Jahr hängen unsere Bäume so voller Äpfel, dass teilweise die Äste abbrechen oder jüngere Bäume sich komplett zu Boden neigen.“ Weil das so ist, aber nicht so bleiben soll, steht das Weidetor von Familie Bachmann aus Hagen-Grinden jetzt für die Öffentlichkeit offen. Jeder der mag, darf kommen und sich für den Eigenbedarf Äpfel von den Bäumen pflücken, die mit einem gelben Band gekennzeichnet sind.

Hinter den gelben Bändern steckt eine mittlerweile landesweite Aktion, für die das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft wirbt und mit der wertvolle Früchte, Lebensmittel vor dem Verderben bewahrt werden sollen.

Hella Bachmann erklärt, sie sei spontan begeistert gewesen, als sie von der Aktion hörte, die ganz einfach funktioniert: Nur an die Bäume oder Sträucher, die abgeerntet werden dürfen, wird ein gelbes Band gebunden.

Daraufhin können die Früchte ohne weitere Absprache auf eigene Gefahr für den Eigenverbrauch geerntet werden.

„Schon als ich klein war, haben wir mit unserer Oma Äpfel aufgesammelt und Apfelmus oder Kompott eingekocht. Die Erntezeit war immer die schönste Zeit für uns Kinder. Damals gab es noch einen richtig großen Gemüsegarten. Himbeeren haben es meist gar nicht bis in die Küche geschafft, wenn wir Kinder beim Sammeln mithelfen durften“, schwelgt Hella Bachmann in Erinnerung. „Der Gemüsegarten war Omas Hobby. Übrig geblieben aus der Vergangenheit sind nur die Apfelbäume, die Walnussbäume, Zwetschgenbäume. Für einen Gemüsegarten ist heute leider bei vielen nicht mehr genug Zeit am Ende des Tages übrig. Bei uns leider auch nicht. So ein Garten macht viel Arbeit. Unsere Großeltern haben auch die Äpfel mit Druckstellen verarbeitet. Lebensmittel wegschmeißen? Das kam nicht in Frage.“

Hier kommt für Landwirtin und Hotelier Hella Bachmann „ZEHN“ ins Spiel – das steht hier für das Zentrum für Ernährung und Hauswirtschaft Niedersachsen, das vor zwei Jahren gegründet wurde, unter der Trägerschaft der Landwirtschaftskammer steht und durch das Niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz gefördert wird. Das ZEHN möchte helfen, Lebensmittel wieder wertzuschätzen. Unterschiedliche Projekte wie das „Gelbe Band“ oder „#brotretten“ sollen wachrütteln, informieren und aufklären. Heute schmeißt in einem Privathaushalt jeder Mensch durchschnittlich 75 Kilogramm Lebensmittel und zehn Liter Getränke im Jahr weg, berichtet Hella Bachmann.

Den bewussten Umgang mit Lebensmittel wieder bewusst machen, das möchte das ZEHN schaffen. Dafür klären sie auch über gesunde Ernährung auf. „Wir möchten eine selbstbestimmte, gesunde und nachhaltige Lebensweise auf allen Ebenen, insbesondere im Privathaushalt fördern. Dabei ist Vorratshaltung genauso ein Thema wie Kochen, Hygiene und Haushaltsorganisation“, zitiert Hella Bachmann die Organisatoren und erklärt: „Fangen wir doch vor der eigenen Haustür an. Wir wollen uns alle gegenseitig beschenken, Lebensmittel wertschätzen und retten. Direkt an unserer Weide, Hagener Straße 5 in Hagen-Grinden steht ein Schild, das zu den Äpfeln führt.“  jpw

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