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Trickbetrügereien am Telefon haben weiter Konjunktur

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Von: Jens-Peter Wenck

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Trickbetrügereien am Telefon werden einfach nicht weniger. Mit verschiedensten und dreistesten Maschen versuchen die Gauner, vor allem an das Geld und an Wertsachen von Seniorinnen und Senioren zu kommen.
Trickbetrügereien am Telefon werden einfach nicht weniger. Mit verschiedensten und dreistesten Maschen versuchen die Gauner, vor allem an das Geld und an Wertsachen von Seniorinnen und Senioren zu kommen. © Sebastian Gollnow/dpa

Langwedel – Das Telefon klingelt. Am anderen Ende ist ein Mann oder auch eine Frau, aber immer mit einem extrem dringenden Anliegen. Mal behaupten sie vom örtlichen Energieversorger zu sein. Oder vom Softwareunternehmen Microsoft. So wie am Dienstagmorgen um 8 Uhr beim Vater von Uwe Luttermann in Cluvenhagen.

Auf Englisch und in gebrochenem Deutsch habe der Anrufer behauptet, der PC sei gehackt worden, ein Angriff auf die Bankkonten drohe – und er brauche jetzt unter anderem die Zugangsdaten, um das Problem zu beseitigen, so der Anrufer. Blöd nur, dass Herr Luttermann senior gar keinen Computer hat. Und sein Sohn sofort wusste: Da versucht jemand die sogenannte „Microsoft-Masche“, um einen älteren Menschen auszunehmen.

„Es ist unglaublich, wie viel unseriöse Anrufen da kommen“, so Uwe Luttermann. Er berichtet, dass er als Versicherungskaufmann aktuell im Homeoffice ist und eben auch mal ans Telefon geht, wenn das bei seinem Vater klingelt. Da wollten Anrufer mit Tricks Pflegeprodukte verkaufen, würden sich als Mitarbeiter einer Krankenkasse ausgeben oder es soll eine Gewinnnachricht am Telefon überbracht werden. Sein Vater habe einmal Weckgläser in der Zeitung inseriert, weil eben noch so viele da sind und nicht mehr gebraucht würden.

Ein erster Interessent wollte die Gläser dann am Ende doch nicht haben. Wenig später habe aber jemand mit der gleichen Telefonnummer angefragt, ob sich nicht vielleicht Goldschmuck oder Ähnliches im Hause befinde, das der alte Herr verkaufen wolle ... Nein, wollte er nicht. Auch sonst wollte er dem Unbekannten nichts mehr preisgeben.

Das und das sofortige Auflegen ist genau das richtige Verhalten, wenn diese Sorte Anrufe kommen, wie die Polizei immer wieder in ihren Hinweisen auf die diversen Betrugsmaschen warnt. Polizei, Krankenkassen, Pflegedienste, Banken, Energieversorger fragen niemals am Telefon nach Kenn- und Geheimworten, verlangen niemals die Übergabe von Wertsachen und Bargeld.

Die Verbraucherzentralen warnen schon seit gut einem Jahr vor der „Microsoft-Masche“. Hier versuchen wie am Dienstag in Cluvenhagen angebliche Mitarbeiter eines technischen Supports per Telefon oder über gefälschte Warnhinweise auf dem PC Zugriff auf den Rechner zu bekommen. Vor knapp zwei Wochen warnte die Polizeiinspektion Verden/Osterholz aus gegebenem Anlass vor einer besonders dreisten Pflegedienstmasche.

Hier hatte eine falsche Pflegedienstmitarbeiterin sich zunächst am Telefon außer der Reihe der normalen Besuche angekündigt, um anschließend einer Seniorin aus der Samtgemeinde Thedinghausen Geld abzugaunern.

Die Beamten bitten in diesem Zusammenhang „Seniorinnen und Senioren, aber auch deren soziales Umfeld, wachsam zu sein, da die Täter bevorzugt ältere, alleinlebende Menschen für ihre betrügerischen Machenschaften ausnutzen. Und auch wenn die Täter sehr professionell vorgehen, sollte man sich keinesfalls überrumpeln lassen, sondern sich durch einen Rückruf bei dem Pflegedienst unter der bekannten Nummer Gewissheit verschaffen über die Echtheit des Anrufs“, teilte ein Polizeisprecher mit.

Ein weiterer Tipp der Polizei: Sich den Namen des Anrufers geben lassen, auflegen, die örtliche Polizeidienststelle oder die Polizei über die 110 anrufen und den Sachverhalt schildern.  jpw

Infos im Internet unter:

polizei-beratung.de

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